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LUG Ostfriesland

Wo die Ostfriesen hausen

von Thomas Strathmann
Erschienen im Linux-Magazin 2003/08

Der Außerfriesische denkt bei Ostfriesland vielleicht nicht sofort an Computer und schon gar nicht an Linux. Doch im Norden gibt es einen der größten Computerclubs Deutschlands und eine kleine, aber feine LUG. Sie trifft sich regelmäßig - nicht nur zum Witze reißen.

Wie so viele vor und nach ihm war der Autor dieses Artikels früher einmal Windows-Nutzer. Durch einen glücklichen Zufall fielen ihm fast zeitgleich Minix und eine Broschüre des Computerclubs Ostfriesland, kurz CCO, in die Hände. In besagtem Blättchen war neben Dingen wie Anwendergruppe, Oldie-Gruppe und Jugendgruppe auch eine Linux-Gruppe verzeichnet. Das las sich nicht schlecht und so stand fest, bei der Linux-Gruppe einfach mal vorbeizuschauen.

CCO

Die Linux-Gruppe trifft sich regelmäßig im großzügig ausgestatteten Clubheim des CCO in Hesel. Eine feste Tagesordnung gibt es eigentlich nicht, jedoch ein Ritual: Jedes Mal wird zwecks Förderung der lokalen Wirtschaft ganz uneigennützig eine stattliche Anzahl von Pizzen bestellt und in gemütlicher Runde in der Küche verzehrt. Das ist jedoch nicht nur der Gesundheit der Mitglieder abträglich, sondern erfüllt auch gängige Hacker-Klischees. Ansonsten sind die Mitglieder der Linux-Usergroup aber überaus normale Menschen, die aus allen Alters- und Bevölkerungsschichten stammen.

Darüber hinaus betreiben Mitglieder der Linux-Gruppe den internen sowie einen angemieteten Server. Auf fast allen anderen Rechnern im Clubheim ist neben dem obligatorischen Windows ebenfalls Linux installiert und per NFS und YP hat jeder Zugriff auf sein Homeverzeichnis auf dem Clubserver. Natürlich sind für Mitglieder der Zugriff von außen und das Anlegen einer kleinen Homepage über Webdav möglich.

Erst vor kurzem bastelte die Linux-Gruppe mit der Mikrocontroller-Gruppe ein Schließsystem für den Schlüsselkasten des Clubheims, um die wertvollen Besitztümer des CCO stilecht zu sichern. Die Konstruktion Marke Eigenbau umfasst viele Features wie Webcam, Sprachausgabe und Zugang über Telefonkarten - an ausgefallenen Ideen mangelt es den Bastlern nicht gerade und die Umsetzung ist immer mit viel Spaß verbunden.

Artenvielfalt

Obwohl es Ausnahmen (OpenBSD, Caldera, Mandrake) gibt, benutzt die Mehrheit der Linux-Gruppe-Mitglieder mittlerweile die freie Distribution Debian GNU/Linux. Gerade im harten Server-Betrieb hat sich für den Club diese Wahl gelohnt.

Aber auch für mehrere Hardwareplattformen gibt es Platz: So haben sich einige Mitglieder an RS/6000 und Sun-Sparc-Maschinen versucht, die von großzügigen Spendern zur Verfügung gestellt wurden. Bei einem Tag der offenen Tür des CCO zeigte die Linux-Gruppe Sun und Alpha unter Linux.

Die Installation von Linux auf einer SGI und auf der VAX-Hardware des Autors scheiterte jedoch an diversen technischen Probleme. Die beiden weigerten sich schlicht und einfach, mit einem artfremden Betriebssystem ihren Dienst zu verrichten.

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