Festplatten-Recycling und Systemüberwachung
Wie werden Sie den Superblock wieder los? Diese Frage stellt sich, wenn Sie eine Festplatte aus einem Multiple- Device-Array ausbauen und danach erneut verwenden wollen. Mit dem Befehl »mdadm --zero-superblock /dev/hda1« entledigt man sich des Super-Kollegen. Alternativ tut es auch »dd if=/dev/zero of=/dev/hda1 bs=1 seek=200704 count=4«.
Mit dem letzten Befehl schreibt »dd« ab Position 200704 KByte auf »/dev/hda1« vier 1 KByte große Blöcke mit Nullen. Die genaue Position, in unserem Fall 200704 KByte, wird unter anderem beim Booten ausgegeben oder ist über den Raid-Superblock selbst zu ermitteln.
Wer ein Raid-System einsetzt, möchte natürlich im Fehlerfall durch eine Warnmeldung informiert werden. Das geht zum Beispiel per »mdadm« im Monitor-Modus, wie bereits erwähnt. Auch ein Blick in die Datei »/proc/mdstat«, ob nun per Skript oder von Hand, zeigt den Ausfall eines Multiple Device oder einer ganzen Platte an.
Eine weitere Möglichkeit ist es, das Syslog zu überwachen und beim Auftreten bestimmter Schlüsselwörter wie "Raid", "md", "superblock", "resyncing" oder "recovery" den Administrator zu informieren. Benutzer des Monitoring-Tools Big Brother[6] können das Skript »bb-mdstat.sh« von[7] zum Überwachen eines Software-Raid nutzen.
Ausfall einer Platte
Beim Ausfall einer Festplatte ist natürlich ein selbstheilendes Raid wünschenswert. Wie auch die meisten Raid- Controller bietet das Software-Raid die Möglichkeit, eine Spare Disk (Hot Spare) einzusetzen. Mit der Spare Disk stellt der Kernel beim Ausfall einer Raid-Platte automatisch auf das freie Laufwerk um. Dazu müssen Sie bei den Raid-Tools die Datei »/etc/raidtab« anpassen.
Steht keine Spare Disk zur Verfügung, ist Handarbeit gefragt. Im oben eingerichteten Raid 5 wird dazu das System heruntergefahren und die defekte Festplatte gegen eine neue mit gleicher Partitionierung ausgetauscht. Nach dem Neustart des Systems ordnet »raidhotadd /dev /md X /dev/hd Y« die neue Festplatte dem Raid zu und nach einigen Minuten wird der Rebuild gestartet. Zum Schluss sei noch auf das Software-Raid-Howto[8] verwiesen. (mdö)
01 Personalities : [linear] [raid0] [raid1] [raid5] [multipath]
02 read_ahead 1024 sectors
03 md0 : active raid1 hdb1[1] hda1[0]
04 200704 blocks [3/2] [UU_]
05
06 unused devices: <none>
07 handling MD device /dev/md1
08 analyzing super-block
09 disk 0: /dev/hda2, 987997kB, raid superblock at 987904kB
10 disk 1: /dev/hdb2, 987997kB, raid superblock at 987904kB
11 disk 2: /dev/hdc2, failed
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01 /dev/hda1:
02 Magic : a92b4efc
03 Version : 00.90.00
04 UUID : 243e03bb:e3a486c3:ebf23ec9:fc518e36
05 Creation Time : Fri May 9 17:17:28 2003
06 Raid Level : raid1
07 Device Size : 200704 (196.00 MiB 205.52 MB)
08 Raid Devices : 3
09 Total Devices : 4
10 Preferred Minor : 0
11
12 Update Time : Fri May 9 21:57:15 2003
13 State : dirty, no-errors
14 Active Devices : 3
15 Working Devices : 3
16 Failed Devices : 1
17 Spare Devices : 0
18 Checksum : 16cd8686 - correct
19 Events : 0.25
20
21 Number Major Minor RaidDevice State
22 this 0 3 1 0 active sync /dev/hda1
23 0 0 3 1 0 active sync /dev/hda1
24 1 1 3 65 1 active sync /dev/hdb1
25 2 2 22 1 2 active sync /dev/hdc1
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Carsten Wiese arbeitet als Systemintegrator bei der Höft und Wessel AG in Hannover. Er beschäftigt sich, neben vielen weiteren Aufgaben, mit Raid-Systemen und Hochverfügbarkeitslösungen, leider nicht ausschließlich unter Linux.
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