Mandrake Linux 9.1 auf Apple Powerbooks und iMacs
Zum Anbeißen
von Hans-Georg Eßer
Erschienen im Linux-Magazin
2003/05
Seit dem Wechsel auf das Unix-basierte Mac OS X gewinnen Apples Rechner auch bei Linux-Anwendern an Popularität. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Mandrake Linux auf einem 12-Zoll-Powerbook oder einem 17-Zoll-iMac installieren.
Linux auf die neueste Apple-Hardware bringen ist nicht immer einfach. Vor allem das 12-Zoll-Powerbook war widerspenstig, daher sind die notwendigen Schritte für dieses Gerät hier im Detail beschrieben, einfacher war der 17-Zoll-iMac. Mangels Software, die unter Mac OS X eine verlustfreie Repartitionierung durchführen kann, muss Mac OS neu installiert werden.
Dazu sollten Sie zunächst Ihre privaten Daten sichern. Am einfachsten ist es, direkt nach dem Auspacken des Geräts von der mitgelieferten Mac-OS-Installations-CD oder -DVD zu booten: Halten Sie bei eingelegter CD/DVD die Taste [C] gedrückt, bis der Rechner beginnt, von diesem Datenträger zu booten.
Mac OS X neu installieren
Nachdem das Installationsprogramm gestartet wurde und die Mac-OS-typische Befehlsleiste erscheint, wählen Sie den Menüpunkt »Installer | Festplatten-Dienstprogramm starten«. Wählen Sie dort die Festplatte (nicht das Macintosh-Volume) aus und wechseln auf den Tab »Partitionieren«.
Als »Volume-Schema« wählen Sie »2 Partitionen«. Klicken Sie in die erste, vergeben Sie einen Namen und wählen Format und Größe. Bei der Auswahl des Formats sollten Sie beachten, dass Sie auf Partitionen bei den Formaten »Mac OS Extended (HFS+)« und »UFS (UNIX File System)« unter Linux nur eingeschränkt zugreifen können, andererseits mit »Mac OS Standard (HFS)« nicht die volle Performance erreicht wird.
Mit der Größe der Mac-OS-Partition legen Sie fest, wie viel Platz für Linux verbleibt: Klicken Sie dazu in die zweite Partition und wählen als Format »Freier Speicherplatz« - dieser wird später bei der Mandrake-Installation für Linux verwendet. 10 GByte für Linux sollten in den meisten Fällen ausreichen. Sind alle Angaben gemacht, klicken Sie auf »Partitionieren« und bestätigen das Löschen Ihrer Daten. Nach dem Beenden dieses Vorgangs können Sie das Programm mit [Apfel]+[Q] beenden.
Als »Zielvolume« für die Installation wählen Sie anschließend die Mac-OS-Partition aus. Klicken Sie dann auf »Optionen«, wählen erneut das Dateisystem aus und klicken auf »Löschen«. Nun können Sie mit »Fortfahren« zum nächsten Schritt springen. Belassen Sie es bei der Einstellung »Einfache Installation« und klicken auf »Installieren«. Das Übertragen und Konfigurieren des Betriebssystems und der Zusatzdateien dauert sehr lange, selbst wenn ein DVD-Laufwerk verwendet wird.
Es folgen noch die Grundeinstellungen (Sprache, Internet, Registrierung), danach können Sie die CD/DVD entnehmen und neu starten - jetzt geht es an die Linux-Installation.

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Abbildung 1: Nach langer Installationsarbeit präsentiert sich auf dem Powerbook ein KDE-Desktop.
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Mandrake Linux
Wir haben für diesen Test die drei Mandrake-Linux-CDs der Version 9.1 rc1 verwendet, die Sie unter[1] finden. Starten Sie mit eingelegter erster CD und halten nach dem Begrüßungston des Rechners die Taste [C] gedrückt, bis das System damit beginnt, von CD zu booten. Sollte das nicht funktionieren, starten Sie neu, wechseln mit [Alt]+[Apfel]+[O]+[F] in die Open Firmware und geben dort »boot cd« ein.
Die GUI-Installation funktioniert auf dem Powerbook und dem iMac nicht, weil die Grafikkarte nicht erkannt wird. Geben Sie am Boot-Prompt »install-gui-benh text« ein, um die Textmodus-Variante zu aktivieren. »install-gui-benh« lädt einen Kernel, der den ATA-100-Controller des 12-Zoll-Powerbooks erkennt - mit dem Standardkernel gelingt das nicht, sodass in den folgenden Schritten keine Festplatte gefunden würde. Die Option »text« verhindert den Start des X-Servers, der ebenfalls fehlschlagen würde. Für die Installation auf einem 17-Zoll-iMac können Sie auch »install-text« wählen - dort gibt es das Festplattenproblem nicht.
Die Tastaturbelegung ist an dieser Stelle noch amerikanisch; das Minuszeichen erreichen Sie über [ß]. Der Linux-Kernel der Installations-CD bootet nun und nach wenigen Sekunden startet das Installationsprogramm. Als Installationsmedium wählen Sie »CD-ROM«, als Sprache »Europe | German«. Wie bei Mandrake Linux üblich, müssen Sie dann der Lizenz zustimmen.
PowerPC-spezifisch ist der nächste Schritt: Da Apple-Rechner mit Ein-Tasten-Mäusen ausgeliefert werden, können Sie nun einstellen, welche Tasten gedrückt werden sollen, um einen rechten oder mittleren Mausklick zu emulieren. Die Voreinstellung [F11] und [F12] können Sie übernehmen.
Die Standard-USB-Tastaturschnittstelle ist »keybdev« und wird automatisch erkannt. Auch die Partitionierung läuft problemlos. Akzeptieren Sie die Variante »Freien Platz verwenden«: Darauf legt der Installer vier neue Partitionen an - eine für den Bootmanager, eine Swap- und zwei Datenpartitionen (»/« und »/home«). Diese können Sie später als »/dev/hdc13« (Root), »/dev/hdc15«) (»/home«) und »/dev/hdc14« (Swap) ansprechen.
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