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Open Source Conference auf der CeBIT 2003

Ein geglückter Versuch

von Patricia Jung
Erschienen im Linux-Magazin 2003/05

Wo die Linux- und Open-Source-Community ausstellt, geht es immer auch um die Weitergabe von Wissen. So war es nur ein konsequenter Schritt, den Linuxpark auf der CeBIT erstmalig um ein eintägiges Konferenzprogramm zu erweitern.

Vorträge auf der Linux-Plaza mitten im Messetrubel des Linuxparks können noch so viele Informationen gut aufbereitet an Besucherin und Besucher bringen - wer sich konzentrierter mit einem Thema beschäftigen will, braucht Ruhe. In Zusammenarbeit mit Linux International und dem Open Source Exchange Program bot der Linuxpark daher mit dem Open Source Congress am Montag, dem 17. März, die Möglichkeit, "Maintainern und Linux-Evangelisten" im CeBIT Convention Center konzentriert zu lauschen.


Frühaufsteher Jon "Maddog" Hall ist überzeugt davon, dass Linux einen Beitrag zu einer gerechten Weltwirtschaftsordnung leisten kann.

Zweisprachig

Deren Vorträge wurden - anders als auf der Linux-Plaza - simultan ins Deutsche oder Englische übersetzt.

Obwohl im Vorfeld wenig beworben, bewährte sich Jon "Maddog" Halls Eröffnungsvortrag als Zugpferd für etwa 100 Besucher. In bewährter Manier beschwor das Unix-Urgestein die Möglichkeiten des globalen Phänomens "Linux und Open Source", Software-Entwicklung im jeweils eigenen Land anstelle der amerikanischen Software-Industrie zu fördern.

Den Besucheransturm konnte nur noch Lars Eilebrecht von der Apache Software Foundation und vom Apache Security Team toppen: Etwa 160 Zuhörer und Zuhörerinnen überzeugte er mit einem gut strukturierten und fundierten Vortrag zum Thema Sicherheit beim Webserver.

Die durch diese beiden Beiträge gesetzte Latte erreichte keiner der übrigen Talks, und das lag keinesfalls an chaotischer Vortragsweise oder ungenügender Vorbereitung. Matthias Kranz\' Vortrag zu "Software-Konfigurationsmanagement mit Linux" gab zwar eine schulbuchreife Einführung, welche Punkte bei der automatisierten Installation und Wartung sehr vieler Rechner in Betracht zu ziehen sind, doch kam der Aspekt der praktischen Umsetzung unter Linux nicht zur Sprache. Ähnlich informativ und auf Grundlagen bedacht war Ulrich Weigand von IBM mit seinem Vortrag "Linux und 64 Bit".

Frank Bäuerle verfehlte in seiner Begeisterung für die Open-Source-Aktivitäten seines Arbeitgebers SGI hingegen das gestellte Thema "Neue Erkenntnisse im Bereich Linux Supercomputing" und mündete in einem Werbefeldzug für den Altix-3000-Supercomputer auf Linux-Basis. Auch Ralf Flaxa, bei SuSE Projektmanager United Linux und SuSE Enterprise Server, trieb den Marketingfeldzug für United Linux gelegentlich zu weit.

Entsprechend wenige Fragen gab es aus dem Publikum. Dass jenes sich keinesfalls scheute nachzuhaken, bewies der zweigeteilte Vortrag von Wilma Silberman und Torsten Scheck vom Linux Professional Institute: Konkrete und zahlreiche Nachfragen aus dem Publikum vom Typ "Können Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den zukünftig geplanten Prüfungen in deutscher Sprache bei Verständnisproblemen auf das englische Original zurückgreifen?" (Antwort: ja.) sorgten dafür, dass viele Allgemeinplätze doch noch mit Fakten unterfüttert wurden.


Sicherheit beim Apache-Webserver erwies sich als das zugkräftigste Thema auf der eintägigen pen Source Conference.

Keine Werbung!

Die Besucherzahl, die bei diesen Veranstaltungen bei 20 bis 50 lag, war ein guter Indikator für die Wünsche des Publikums: Technische und Community-lastige Vorträge ja, Nischenthemen und Marketingvorträge sollten im nächsten Jahr jedoch besser außen vor bleiben.

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