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Die monatliche GNU-Kolumne

Brave GNU World

von Georg C. F. Greve
Erschienen im Linux-Magazin 2003/04

Diese Kolumne berichtet über aktuelle Entwicklungen innerhalb des GNU-Projekts und versucht, Einblicke in die zugrunde liegende Philosophie zu vermitteln. In dieser Ausgabe: Magi Conf, Moon-Buggy, Cdcover, Genius Trader, treuhänderische Lizenzvereinbarung (FLA), vier Jahre Brave GNU World.

Willkommen zur 48. Ausgabe der Brave GNU World. Bei zwölf Ausgaben pro Jahr bedeutet das: Sie ist jetzt vier Jahre alt. Doch dazu gegen Ende mehr.

Magi Conf


Abbildung 1: Magi Conf ist ein GUI, mit dem die Systemhardware verwaltet werden kann.

Einer der Kritikpunkte, die häufig zu GNU/Linux geäußert werden, ist, dass die Konfiguration der Hardware zu kompliziert und für Einsteiger nicht möglich sei. Gerade Debian GNU/Linux[5] ist in der Community außerordentlich beliebt, wird aber oft als nicht Enduser-tauglich gescholten. Magi Conf[6] von Marc Boris Dürner, Ramesh Panuganty und Richard Ibbotson soll dem abhelfen.

Ein gegen eine C/C++-Bibliothek gelinktes GUI verwaltet, jeweils unter Gnome/GTK oder KDE/Qt, die Systemhardware. Das Programm erlaubt es bislang, Netzwerkkarten und -einstellungen zu konfigurieren, Soundkarte, Maus und Keyboard einzurichten und die angeschlossenen PCMCIA- und USB-Geräte zu administrieren (Abbildung 1).

Soundkarten werden zur Zeit nur mit den OSS-Treibern (Open Sound System) unterstützt, nicht aber mit der modernen und bald in den Linux-Standardkernel integrierten Advanced Linux Sound Architecture (ALSA)[7]. Es ist auch noch nicht möglich, mit dem Programm die X-Oberfläche einzurichten - das ist aber nur eine Frage der Zeit. Wem es nicht schnell genug geht, der mag den Vorgang beschleunigen und mithelfen. Schon heute ist Magi Conf bereit für eine Anbindung an das Hardware-Detektionssystem Discover 2.0[8], damit lässt sich vieles automatisieren.

Das Projekt begann vor rund zwei Jahren als reines Qt-Projekt. Nachdem Basisfunktionen in eine Bibliothek ausgelagert waren, entwickelten die Autoren ein GTK+-Frontend, das beide große Desktops unterstützt. Sie sind darauf besonders stolz, bedienen doch viele kommerzielle Distributoren nur eine Oberfläche. Die Programmiersprache der Clients ist C++, und zwar sowohl für KDE als auch für GTK mittels GTKmm. Bei den Lizenzen beruht das Projekt auf der LGPL für die Bibliothek und der GPL für die Clients. Das Projekt ist damit vollständig freie Software.

Cdcover

CD-Brenner sind weit verbreitet und viele Anwender laufen Gefahr, den Überblick über ihre selbst gebrannten Scheiben zu verlieren. Mit Cdcover[13] von Roland Schäuble ist es einfach, CD-Cover und Inlays für Jewelcases interaktiv und komfortabel am Computer zu gestalten. Felder für Titel, Untertitel, Text auf Vorder- und Rückseite, eine Fußzeile und das Datum sind vorgesehen. Auf Templates basierend erzeugt das Programm daraus Postscript-Files.

Cdcover ist in Python geschrieben, Roland begann das Projekt überhaupt, um in dieser Sprache programmieren zu lernen. Er hat dabei Pythons Plattformunabhängigkeit genutzt und sein Programm für GNU/Linux, Unix und Win32 herausgebracht. Das ist, so seine Erfahrung, dennoch nicht immer einfach - derzeit lassen sich mit dem Python-CDDB-Modul nur unter Linux/Unix, nicht aber unter Win32, Interpret, Titel oder Index von Audio-CDs aus dem Internet herunterladen.

Das GPL-Programm ist gewissermaßen ein Familienprojekt. Die Webseite[13] des Projekts betreut nämlich Michele Schäuble, Rolands Sohn. Der Vater will die Konfiguration des Programms, die derzeit noch über ein ».cdcover«-Textfile erfolgt, vereinfachen und die Programmdaten in einem besseren Format, beispielsweise XML, speichern. Die nötige Hilfe erhofft er durch mehr Benutzer und deren Anregungen, aber auch durch neue Templates.

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