GNU Source Highlight
GNU Source Highlight [12] von Lorenzo Bettini erzeugt aus Sourcecode eine Ausgabe mit Syntax-Highlighting in HTML oder XHTML. Entstanden ist es aus den in Ausgabe 21 der Brave GNU World [13] vorgestellten Tools Java2html und Cpp2html, die in GNU Source Highlight aufgegangen sind. Das Projekt wurde in C++ geschrieben und ist nach Angabe von Lorenzo Bettini stabil. Er arbeitet bereits an einem neuen Ausgabeformat (Latex) und möchte noch eine einfache Beschreibungssprache für die Unterstützung neuer Programmiersprachen schreiben, um das bisher eingesetzte Flex abzulösen.
Als Eingabesprachen unterstützt GNU Source Highlight derzeit Java, C/C++, Prolog, Perl, PHP 3, Python, Flex und Changelog. Filter für andere Sprachen können hinzugefügt werden. Viele Entwickler haben bereits Filter beigesteuert. So stammen die Filter für Flex und Changelog von John Millaway, die XHTML-Ausgabe von Christian W. Zuckschwedt und Josh Hiloni. Martin Gebert schrieb den Filter für Python, Alain Barbet die für PHP3 und Perl.
Die größte Schwäche ist, dass Referenzen von Funktionen zu ihren Definitionen noch nicht möglich sind, da nur eine lexikalische Analyse erfolgt. Dies beheben und weitere Filter schreiben sind daher die besten Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen. Als Anwender kommen vor allem Programmierer in Betracht, die GNU Source Highlight als Kommandozeilenwerkzeug oder als CGI interaktiv im Web einsetzen.
Freie Software in Asien
Es mag vor allem die asiatischen Leser freuen zu hören, dass am 10. Juli 2002 die Free Software Initiative Japan (FSIJ) [15] gegründet wurde. Sie soll freie Software in Japan fördern und den Grundstein für eine künftige FSF Japan oder FSF Asia legen. Chairman der neuen FSIJ ist kein Geringerer als Professor Masayuki Ida, der lange Jahre als Vice President Japan der Free Software Foundation North America agierte und letztes Jahr im Rahmen einer Reise nach Europa auch intensive Gespräche mit Mitgliedern der Free Software Foundation Europe führte.
Um einen Impuls für freie Software in Japan zu geben, organisierte die FSIJ am 22. und 23. Oktober 2002 in Tokio mit dem Free Software Symposium 2002 die erste Veranstaltung ihrer Art im asiatischen Raum und gewann dafür auch hochkarätige Redner aus China, Thailand, Japan, Singapur, Deutschland, Italien und den USA. Neben den technisch orientierten Vorträgen über Debian, das HURD-Projekt oder die chinesische Red-Flag-Distribution gab es allgemeine Vorträge und Diskussionen über freie Software in Asien und Europa.
Der runde Tisch am Abend des 22. Oktober befasste sich mit der Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit bei der Internationalisierung von Programmen und Dokumentationen sowie der Frage nach einer lösungsorientierten Datenbank für freie Software. Auch wenn diese Probleme nicht in zwei Stunden zu lösen waren, fanden sich doch einige praktische Ansätze, die nun per Mail weiter umgesetzt werden.
Insgesamt war es ein wichtiger Schritt nach vorn für freie Software im asiatischen Raum - er hat nicht zuletzt den Dialog gerade zwischen den asiatischen Ländern gefördert. Im Februar oder März 2003 soll eine weitere Veranstaltung dieser Art in Thailand folgen. Vielleicht gelingt es sogar, eine feste Veranstaltung zu etablieren, die im asiatischen Raum von Land zu Land wandert. In jedem Fall ist es gut zu sehen, dass auch in Asien freie Software auf dem Vormarsch ist. Leser der Brave GNU World aus dem asiatischen Raum, die sich gerne einbringen wollen, mögen sich mit der FSIJ oder GNU China [16] in Verbindung setzen.

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Abbildung 6: Bernhard Reiter, Christopher Gabriel und Georg Greve (von links) beim FSF-Symposium in Tokio.
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