Die Apache Portable Runtime APR
Apache 2 benutzt nicht mehr (direkt) die Posix-Schnittstellen wie die Apache-Versionen zuvor. Fehlerhaft und leistungsschwach implementierte Posix-Bibliotheken beziehungsweise -Emulatoren hatten auf Nicht-Unix-Betriebssystemen zur Folge, dass der Server dort nicht sonderlich gut lief.
Die stattdessen eingeführte Apache Portable Runtime (APR) ist eine Apache- eigene Bibliothek, die eine Schicht zwischen den jeweiligen Betriebssystemen und Apache 2 bildet. APR bietet durch sein API grundlegende Funktionen eines virtuellen Betriebssystems an. Dazu gehören File- und Netzwerk-I/O, Speicherverwaltung sowie Thread- und Prozessverwaltung. Die APR benutzt, wann immer möglich, native Aufrufe der realen Betriebssysteme. Zudem versuchen die APR-Methoden frühere Posix-Methoden nachzuempfinden, damit älterer Code leichter auf APR portierbar ist.
Das (erreichte) Ziel der APR-Version 1.0 war es, alle Funktionen bereitzustellen, die für Apache 2.0 erforderlich sind. Es ist geplant, danach das APR auch unabhängig von Apache als Basis für plattformunabhängiges Programmieren weiterzuentwickeln und interessierten Programmierern zur Verfügung zu stellen.
Multi Processing Modules
Mit einer spezielle Modul-Art lagert Apache 2 den Code aus, der in der Version 1.3 die Prozesse und Threads verwaltet. Die Aufgabe solcher Multi Processing Modules (MPMs) ist es, eingehende HTTP-Anfragen auf einfache Ausführungseinheiten abzubilden, die die Anfragen bearbeiten. Ob Prozesse oder Threads erzeugt und verwaltet werden, hängt vom gewählten MPM ab.
Diese Form der Modularisierung verschafft Apache 2 neben einem klar strukturierten Quellcode einige weitere Vorteile. Die Apache-Entwickler erlauben es in MPMs ausdrücklich, betriebssystemspezifischen Code zu benutzen. Solche MPMs lassen sich nur auf diesem einen Betriebssystem übersetzen, laufen dann dort aber Performance-optimiert - ein Effekt, der insbesondere auf Nicht-Unix-Betriebssystemen zu beobachten ist. Apache-Entwickler Bill Stoddard erreichte unter Windows einen Performance-Gewinn von 50 Prozent bei statischen Webseiten.
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