Software entwickeln unter Linux
Programmierte Vielfalt
von Achim Leitner
Erschienen im Linux-Magazin
2002/06
Programmieren unter Linux kann vielgestaltig sein: von Applikationen, die mit kleinen Smartcards oder großen Datenbanken kommunizieren, über Java für Embedded Devices und Java-GUIs, die in XML definiert sind, bis zu kleinen Perl-Skripten, die in Aktienkursen wühlen.
Chipkarten sind in vielen Bereichen vertreten: Die SIM-Karte im Handy, die Geldkarte oder die Krankenversichertenkarte kennt jeder. Wer solche Karten in eigenen Anwendungen nutzen möchte, hat unter Linux die Wahl zwischen mehreren Programmierschnittstellen.
Die APIs sorgen für die Kommunikation mit der Karte und dem Kartenleser. Die einfachste Variante, das CT-API, kommt dafür mit gerade mal drei Funktionen aus. Mit PC/SC und SCEZ stehen zwei deutlich umfangreichere Pakete zur Verfügung. Während diese drei Lösungen für C oder C++ gedacht sind, ist das Opencard-Framework ein Java-Paket. Der Beitrag ab Seite 98 erklärt die verschiedenen Schnittstellen und zeigt anhand von Beispielprogrammen, wie die APIs funktionieren.
Java überall
Obwohl Java ursprünglich für Embedded Devices gedacht war, hat es nicht gerade den Ruf, ressourcenschonend zu sein. Mit der J2ME (Java 2 Micro Edition) könnte sich das ändern: Hier hat Sun kräftig abgespeckt und sowohl API als auch JVM für Geräte ausgelegt, deren Speicher noch in ein paar hundert KByte gemessen wird. Auch bei Java-Oberflächen gibt es Interessantes zu berichten: Mit Luxor-XUL kann Java auch XUL-GUIs darstellen (XML User Interface Language), sprich: Die Oberfläche ist Plattform- und Toolkit-unabhängig in einer XML-Datei beschrieben.
Der Perl-Snapshot bietet diesmal kleine Skripte, die historische Börsenkurse auswerten und dabei interessante Zusammenhänge entdecken - mit »Finance::QuoteHist« aus dem CPAN und dem vorgestellten Modul »QuoteDB.pm« kein Problem.
Viel drin
Oft ist mehr drin, als man denkt - so auch in dieser Ausgabe des Linux-Magazins. Neben der Programmieren-Rubrik enthält auch das Titelthema eine Menge Informationen für Programmierer, speziell zu Datenbanken und ihren Schnittstellen. Der Schwerpunkt zeigt, wie gut Skriptsprachen wie Perl, Tcl oder Python für Datenbank-Anwendungen geeignet sind und welche Möglichkeiten es gibt, eine Applikation mit einer Oracle-Datenbank zu verbinden.
Unsere zweimonatlich erscheinende Tcl-Serie ist diesmal auf Seite 34 in die Rubrik "Titelthema" gewandert. Was Wunder, zeigt sie doch, wie gut Tcl und PostgreSQL harmonieren: Die Datenbank kann sogar Stored Procedures ausführen, die in Tcl geschrieben sind.
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