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Weniger ist mehr

LinuxTag 2001

von Achim Leitner, Ulrich Wolf und Andreas Grytz
Erschienen im Linux-Magazin 2001/09

Manchmal ist weniger eben mehr. Diese Weisheit galt für den diesjährigen LinuxTag 2001 in Stuttgart, der zwar insgesamt weniger Besucher als im vergangenen Jahr verzeichnete, dafür aber zufriedene.

Am Samstag lag die Temperatur in den Hallen leicht über dem durchschnittlich Wohlfühlbereich des Mitteleuropäers und so floss die Jolt-Cola in Strömen. 106 Aussteller aus Wirtschaft und freien Projekten sowie 14870 Besucher, die vier Tage lang die Gänge bevölkerten, fanden das Klima auf der Messe an diesem und an den anderen Tagen trotzdem angenehm.

Lob vom Staat

Anerkennende Worte fanden die Staatssekretärinnen Brigitte Zypries und Margareta Wolf für die Linux-Gemeinde. "Ich freue mich, dass Produkte der freien Software zu einer ernsthaften, wirtschaftlich gerade für den Mittelstand interessanten Alternative werden. Dies ist für den Wettbewerbsstandort Deutschland, auch in globalstrategischer Hinsicht und in Bezug auf sicherere IT-Anwendungen, ein echtes Plus", erklärt Staatssekretärin Wolf. "Linux ist nach Meinung von Experten heute eines der sichersten und stabilsten Betriebssysteme überhaupt. Deshalb fördern wir auch in der öffentlichen Verwaltung den Einsatz von Linux", ergänzt Staatssekretärin Zypries. Margareta Wolf ging später sogar körperlich auf Schmusekurs - allerdings nur mit einem Stoff-Tux.

Rund 8000 Quadratmeter standen den Ausstellern zur Verfügung, etwas mehr als im vergangenen Jahr. Trotz Besucherrückgang sieht Ulrich Kromer, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, ein positives Ergebnis: "Linux hat sich zu einer ernst zu nehmenden Alternative entwickelt." Eine Aussage, die durch den hohen Anteil an Entscheidungsträgern im Publikum der Messe unterstrichen wurde.


Staatssekretärin Brigitte Zypries vom Bundesinnenministerium eröffnet die Messe.


Staatssekretärin Margareta Wolf (Bundeswirtschaftministerium) auf Schmusekurs mit Tux.

Friedliche Koexistenz

Oliver Zendel vom LinuxTag e.V. sieht ebenfalls auf eine erfolgreiche Messe zurück, bei der die Freiwilligen zum ersten Mal auf die professionelle Unterstützung des kommerziellen Veranstalters zurückgreifen konnten: "Die Zusammenarbeit hat uns zeitlichen Freiraum für die wichtige inhaltliche Gestaltung der Veranstaltung gegeben. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden, und die Zeit, die wir bei Routinearbeiten gespart haben, konnten wir in neue Projekte stecken. Die Open-Musik-CD ist ein gutes Beispiel dafür. Seit zwei Jahren wollten wir dieses Projekt schon angehen, das hat aber zeitlich nie hingehauen. Dieses Jahr hatten wir die Möglichkeit und haben sie in meinen Augen ziemlich gut genutzt. Auf das Ergebnis - unseren ersten Open-Music-Sampler - können wir stolz sein."

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