13 Laserdrucker im Test
Auf Papier gebannt
von Oliver Kluge, Mirko Dölle
Erschienen im Linux-Magazin
2001/09
Zwei Wochen lang blockierte das Competence Center drei Räume bei Linux New Media. 13 Laserdrucker wurden in einem völlig neuen, besonders aufwändigen Verfahren auf Herz und Nieren geprüft.
Mit diesem Laserdrucker-Test beschreitet das Linux-Magazin neue Wege. Noch nie wurde unter Linux ein so aufwändiger Test gefahren. Das Team des Competence Center hat einen Test entwickelt, der auf der Linux-Plattform genauso detailliert und präzise Drucker unter die Lupe nimmt und bewertet, wie das Windows-Anwender von Tests in anderen Magazinen schon länger gewohnt sind. 210 einzelne Prüfpunkte (pro Gerät) entscheiden über Sieg und Niederlage. Mehr zum Thema "So haben wir getestet" lesen Sie in diesem Schwerpunkt ab Seite 36, die verwendeten Test-Dokumente stehen außerdem auf der Delug-CD bereit.
Alles eitel Sonnenschein?
Drucken gehört unter Linux zu den Bereichen, die schon seit einiger Zeit ohne größere Probleme einfach laufen. Natürlich gibt es Unterschiede -- sie herauszuarbeiten war Aufgabe des Tests. Das Testfeld bilden dabei Schwarzweiß-Laserdrucker mit mehr als zwanzig Seiten Druckleistung pro Minute und eingebautem Netzwerk-Interface. Diese bis zirka 4000 Mark reichende Klasse von Druckern ist die typische Wahl in kleinen bis mittleren Büros, in denen der Drucker von mehreren Anwendern benutzt wird. Exemplarisch wurde außer Konkurrenz auch ein Farblaser unter die Lupe genommen.
Im Büro sind die Beherrschung möglichst vieler Emulationen (PCL und Postscript) sowie ein flottes Datenhandling gefragt. Dass der Druck selbst auch rasch ablaufen sollte versteht sich fast von selbst. Doch neben Geschwindigkeit und Qualität sind auch die Kosten ein Kriterium. Die Anschaffungskosten sind nur ein Teil der Gesamtkosten (TCO, Total Cost of Ownership), die Verbrauchsmaterialien wie Toner und Bildtrommeln schlagen im Laufe der Jahre deutlich stärker zu Buche als die ursprüngliche Investition.
Deshalb hat sich das Competence Center die Mühe gemacht, bei jedem Drucker eine Tonerpatrone komplett leer zu drucken, wenn verfügbar eine High-Capacity-Kartusche. Außerdem wurden die Laserdrucker an ein Messgerät gehängt, das die elektrische Leistungsaufnahme analysierte. Der Stromverbrauch ist nicht ohne -- ein Laserdrucker kann bis zu 800 Watt pulsweise ziehen, wenn die Fixierwalze wieder aufgeheizt werden muss. Übrigens musste aus diesem Grund extra die Elektrik im Competence Center verstärkt werden, 13 Drucker sind der Tod jeder normalen Sicherung.
13 Laserdrucker im Test
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EinleitungSeite 28
Geräte im Detail Seite 30
LaborberichtSeite 34
FazitSeite 34
So haben wir getestetSeite 36
Ausstattung und ErgebnisseSeite 40
Ergebnisse im ÜberblickSeite 42
Drucken im heterogenen NetzSeite 44
Drucksystem-Alternative CUPSSeite 48
Farbdruck per TurboprintSeite 52
Büroautomation mit Gtex LetterSeite 60
Docbook für Druck und WebSeite 63
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Planung ist wichtig
Bei der Planung der Installation eines Bürodruckers sollte man beim Aufstellungsort auch an die Gerüche denken, die diese Geräte verbreiten. Obwohl von vielen Herstellern propagiert kann von Ozonfreiheit keine Rede sein, siehe dazu auch den "Fazit"-Beitrag. Aber auch Tonerstaub und Weichmacher im warm werdenden Kunststoff sind nicht gerade Wohltaten für die Nase.
Die softwareseitige Ansteuerung der Drucker machte im Test hingegen keinerlei Ärger. Alle Drucker konnten auf dem verwendeten System -- SuSE Linux 7.2 -- mit Yast völlig problemlos konfiguriert werden. Die Drucker besorgten sich alle beim DHCP-Server eine IP-Adresse und ließen sich unter ihr problemlos bedienen. Egal ob PCL oder Postscript -- von seltenen Ausnahmen abgesehen liefen alle Geräte auf Anhieb. Sowohl Gimp als auch Star Office druckten willig und in guter Qualität auf die vom System angebotenen Devices.
Einzig mit Wine (für Corel Draw) gab es anfänglich etwas Ärger. Wine hat Probleme mit überlangen Drucker- und Aliasnamen in /etc/printcap. Zu lange Namen sorgen für den Absturz von Wine gleich nach dem Starten. Editiert man die Namen, indem man zum Beispiel mehrfach definierte Aliasnamen löscht, läuft alles. Yast lässt diese Korrekturen übrigens in Ruhe, nachträglich hinzugefügte Drucker müssen aber auf Länge geprüft werden. Ein nützliches Skript finden Sie auf der Delug-CD.
So konfiguriert steht dem Druckspaß unter Linux nichts mehr im Wege. Wer jedoch noch professioneller zu Werke gehen will, etwa in größeren Firmen, kann sowohl Konfigurationssoftware verwenden, die zum Teil auch schon für Linux verfügbar ist, oder die Geräte über eingebaute Web-Interfaces einrichten. Auch der Einsatz von zusätzlicher Drucksoftware wie CUPS oder Turboprint kann Vorteile bringen, sie werden in diesem Heft ebenfalls vorgestellt.
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Ein Drucker bewies so überzeugend seine Stärken, dass der Redaktion die Wahl leicht fiel: Der FS-3800 von Kyocera Mita macht das Rennen. Seine aus Keramik statt Kunststoff gefertigte Dauer-Fotoleitertrommel beschert dem Gerät unschlagbar niedrige laufende Kosten. Praktisch benötigt dieser Drucker nur Papier und Toner, sonst nichts.
Mit einem flotten Druckwerk, Netzwerkschnittstelle und einem intelligenten Papierhandling, das einen kompletten 500-Blatt-Stapel in der Schublade aufnimmt und dank eines Fühlstifts auch die Papierausgabe nicht überquellen lässt, ist dieser Drucker die beste Wahl im Linux-Büro. Dazu kommt noch eine gute Erweiterbarkeit durch den Anbau weiterer Fächer und anderen Zubehörs.
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