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Die dritten Braunschweiger Linuxtage

Familientreffen

von Ulrich Wolf
Erschienen im Linux-Magazin 2001/07

Keine Sensationen in Braunschweig, aber zahnlos geworden sind die "Dritten" dennoch nicht. Immerhin kamen so viele Besucher wie im Vorjahr - und geboten bekamen sie auch genug.


Abbildung: Nutzt jede freie Minute für freie Software: Bob Chassell von der FSF, über die Schulter schaut Christian Perle, vielen aus dem LinuxUser bekannt. (Photo: Döblitz)

Drei Tage Linux im beschaulichen Braunschweig, Anfang Mai zwischen CeBIT und Stuttgarter Linuxtag: Spektakuläres hat da wohl keiner der immerhin etwa 1500 Besucher erwartet. Dennoch sind es kleinere Treffen wie dieses, die in der Zeit nach dem großen Hype die Community zusammenhalten. Genau in diesem Sinne hatten die Veranstalter das Vortragsprogramm etwas reduziert und große Pausen zwischen die einzelnen Blocks geschoben. So blieb viel Zeit für das Schwätzchen zwischendurch.

Vom großen Bruder in Stuttgart abgeschaut hatte man sich den vorgelagerten Kommerz-Teil, der sich unter dem Motto "Linux in der Industrie" hauptsächlich Embedded- und Echtzeit-Lösungen widmete und immerhin etwa 300 Besucher anzog. Knapp 30 Aussteller konnten gewonnen werden, für eine Veranstaltung dieser Größenordnung eine gute Zahl - in Zeiten der neuen Sparsamkeit.

Gemischte Kost fürs Wochenende

An den beiden anderen Tagen war das Programm bewusst gemischt. Bob Chassel von der Free Software Foundation lieferte faszinierende Einsichten in die Prinzipien freier Software, Georg Greve trommelte fleißig gegen Softwarepatente und für die FSF Europe und mit einem Vortrag zu BSD wagten die Veranstalter den Blick über den GNU/Linux-Tellerrand. Neben Grundsätzlichem kamen spezielle technische Aspekte nicht zu kurz, bis hin zu dem kontroversen Thema des Ausnutzens von Buffer Overflows. Harmloser war da der von Patricia Jung vorgestellte Listserver Listar. Hier wäre der Untertitel "Was Sie schon immer über Mailinglisten wissen wollten, aber nie zu fragen wagten" angebracht gewesen.

Tragbares vorgetragen

Weitere Vorträge gab es zu mobilem Linux auf PDAs und Laptops (Werner Heuser), zu Cluster-Lösungen und zahlreichen anderen Themen. Auch an eine Podiumsdiskussion "Linux auf dem Desktop" hatten die Veranstalter sich gewagt, hier blieben jedoch sowohl Unterhaltungswert als auch konstruktive Argumente auf der Strecke.

Mehr Spaß versprach da schon das "Linux Death Match", ein Hackerwettbewerb der anderen Art, bei dem möglichst viele eigene Services laufen und die der jeweiligen Gegner im Netz gecrackt werden sollten. Fünf Teams traten gegeneinander an, einen eindeutigen Sieger gab es laut Veranstalter nicht (sorry Lukas :-)), aber der Spaß am Gerät war vorhanden.

Alles in allem war der Braunschweiger Linuxtag eher etwas für seit längerem Linux-Bewegte, ein Familientreffen. Nachwuchs und anderweitige Neuzugänge stets willkommen. ( uwo)

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