Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2001  »  06  »  Aller Anfang ist schwer  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Steuererklärung mit T@x2001

Aller Anfang ist schwer

von Andreas Huchler
Erschienen im Linux-Magazin 2001/06

Obwohl bereits für Ende 2000 angekündigt, hat sich die Auslieferung der Linux-Version des Steuererklärungsprogramms T@x2001 doch bis zum März verzögert. Erfüllt die Wine-Portierung des Windows-Programms nun wenigstens in funktionaler Hinsicht die Erwartungen vieler Anwender?

Nein, das Angebot der Linux-Version von T@x2001 ist - entgegen den Erwartungen der meisten Linux-Anwender - in Sachen Funktionalität nicht mit der Professional-Version, die in der Fachpresse oft gelobt wurde, sondern nur mit der Standard-Variante für Windows vergleichbar. Der Hersteller Buhl hat diese übrigens vorsichtshalber als Bonus gleich mit auf die Linux-CD gepresst.

Besonders für viele Selbstständige und Kleingewerbetreibende interessante Zusatzfunktionen wie zum Beispiel die Einnahme-Überschuss-Rechnung sowie Gewerbe- oder Umsatzsteuer-Erklärung sucht man unter Linux also leider vergeblich. Dennoch verlangt Buhl für diese eingeschränkte Linux-Version mit knapp 50 Mark ebenso viel wie für die Professional-Variante unter Windows.

Elster lernt fliegen

Als Linux-Anwender mit Grundkenntnissen als Systemadministrator ist man zwar durchaus in der Lage, T@x2001 über den Aufruf der auf der CD enthaltenen Installations- und Konfigurationsskripte einzurichten. Bei einem 50 Mark teuren Programm wäre aber doch hier und da ein wenig mehr Komfort zu erwarten.

Ist nämlich der eigene Drucker der Postscript-Sprache nicht mächtig, wird man von der beiliegenden Online-Dokumentation auf die Reise geschickt: Zunächst sind von der Adobe-Homepage druckerspezifische Windows-PPDs (Postscript Printer Descriptions) zu besorgen, diese meist als selbst extrahierende Windows-Executables vorliegenden Dateien sind irgendwie unter Linux zu entpacken und die darin enthaltenen PPDs ins Verzeichnis /opt/tax2001/ppd zu kopieren. Erst jetzt macht der Aufruf des Drucker-Setup-Skripts setprinter.x auch Sinn.


T@x 2001 zeichnet sich auch unter Linux durch seine intuitiv bedienbaren Benutzerdialoge aus.

Ähnlich umständlich gestaltet sich die Konfiguration der Programmfunktion Elektronische Steuererklärung. Weil in der Linux-Version die Update-Mechanismen nicht funktionieren, wird man dazu verdonnert, das in zweiwöchigen Abständen erneuerte Elster-Telemodul manuell von der Buhl-Supportseite herunterzuladen. Mehr noch: Zu diesem Modul kommt auch noch das fast 4 MByte große RPM-Ergänzungspaket Tax Elster hinzu.

In beiden Fällen geschieht das ohne jeden Signierschlüssel für die Echtheitsüberprüfung! Angesichts der Vertraulichkeit der damit übertragenen Daten ein mehr als bedenkliches Verfahren.

Hyperaktive Fenster und Hieroglyphen

Das eigentliche Programm läuft trotz Wine-Emulation zumindest auf leistungsfähigen Rechnern in einer akzeptablen Geschwindigkeit. Neben den gelegentlich erscheinenden Darstellungsfehlern tritt jedoch hin und wieder ein äußerst lästiger Effekt zutage: Manche Dialog- oder Hinweisfenster beenden sich nämlich nicht ordentlich, sondern warten - vom Hauptfenster verdeckt - im Hintergrund weiter auf Benutzereingaben. Dadurch sorgen sie aber immer wieder für scheinbare Hänger im Hauptprogramm.

Ein weiterer Schwachpunkt ist sicherlich die Textdarstellungsgüte des integrierten Texteditors. Denn dieser stellt - zumindest bei einer Bildauflösung von 1024 mal 768 Punkten - die Textausgaben einschließlich sämtlicher Fehlermeldungen in einer trotz der eingebauten Zoom-Funktion kaum noch lesbaren Schrift dar.


Wer hier einige Hindernisse erfolgreich umschifft hat, erhält einen fertigen Vordruck, der vom Finanzamt anerkannt wird.

Wer bereit ist, derartige Bedien- und Darstellungsmängel in Kauf zu nehmen, dem gelingt - über kurz oder lang - aber auch mit der Linux-Version die Steuererklärung für das Steuerjahr 2000.

Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Whitepaper
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)

Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Usage Landscape Enterprise Open Source Data Integration

Die Nachfrage nach Datenintegrationslösungen für Unternehmen ist zunehmend gestiegen und vor allem das Interesse an Open Source Technologien wird immer größer. Doch wie und von wem werden Open Source Datenintegrationslösungen genutzt und welches Nutzungsverhalten lässt sich daraus ableiten? Das vorliegende White Paper präsentiert die Erfahrungswerte von über 1000 Open Source Nutzern und liefert fundierte Antworten auf diese Fragen.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (1)
von
Hubert K.,
12.01.2012 11:19
Für 2012 am besten mit Steuer-Spar-Erklärung
Ich habe es bei mir nach dieser Anleitung mit der Steuer-Spar-Erklärung gemacht, die ich beim Saturn zum Computer dazu bekommen habe: http://www.kammerath.net/steuererklaerung-linux.html

Funktionierte bei mir mit LinuxMint total super!

Freundlichst.

Hubert.