Open Source im professionellen Einsatz

Hochverfügbarkeit mit Linux und Open Source

04.04.2011

Für viele Unternehmen ist die IT-Anlage heutzutage so wichtig, dass deren Ausfall stark negative bis existenzbedrohende Auswirkung haben kann. Insofern ist die nahezu ständige Verfügbarkeit als unternehmenskritisch einzustufen. Das Buch "Linux-Hochverfügbarkeit" zeigt, wie sie sich mit Linux-Mitteln verwirklichen lässt.

Spezielle, oft proprietäre und meist hochpreisige Lösungen klammert der Autor Oliver Liebel bewusst aus. Es geht ihm darum, Lösungen aus dem Open-Source-Umfeld aufzuzeigen, die auch mit moderaten Budgets realisierbar sind und dennoch kommerziellen Produkten das Wasser reichen können.

In einer kurzen Einführung stellt Oliver Liebel einige grundsätzliche Überlegungen zum Thema an. Dies heißt insbesondere, auf fast allen Ebenen Redundanzen zu schaffen. Nach der Erläuterung einiger typischer Kennzahlen kommt er zum ersten größeren Kapitel, das sich der lokalen Hochverfügbarkeit widmet. Dazu gehört passende Hardware mit redundanten Netzteilen und anderen Komponenten, insbesondere externer Speicherplatz, bekannt als Festplatten. Hier kommt Linux mit seiner Unterstützung von Soft-Raids und LVM ins Spiel, die in zahlreichen Varianten und Kombinationen beschrieben werden.
Das zweite große Kapitel widmet sich der HA auf Netzwerkebene. Es befasst sich mit den unterschiedlichen Facetten von Clusterlösungen bis hin zum redundanten Storage-System im Cluster. Abgerundet wird das Buch von einem Kapitel zur Virtualisierung im Cluster sowie grundsätzlichen Überlegungen zu Backup und Disaster Recovery.

Der Autor liefert in den einzelnen Bereichen jeweils eine mehr oder minder große Einführung und zeigt ausführlich die unterschiedlichen Konfigurationen auf. So kommt er jeweils relativ schnell zur Praxis. Dies macht sich insofern bemerkbar, als zahlreiche Konfigurationen, Kommandos und deren Ausgaben zum Text des Buchs gehören. Da es sich aber nicht um Applikationssoftware, sondern um die Steuerung von Hardware handelt, lässt sich nicht alles in Form von Screenshots darstellen. Vielmehr ist das Ergebnis zahlreicher Konfigurationen einfach ein laufendes System. Und dies lässt sich nicht abdrucken. Insofern lässt sich das Buch am besten praktisch verfolgen.

Es möchte allerdings nicht jeder Leser alles gleich ausprobieren. Hier wäre ein bisschen mehr Erläuterung als Entscheidungsgrundlage hilfreich, damit der Leser dann zielgerichtet die für ihn wichtigen Dinge umsetzen kann. Insgesamt zeigt dieses Buch, was mit Linux und freier Software alles möglich ist, um dem Ziel der Hochverfügbarkeit nahe zu kommen.

Oliver Liebel:

Linux Hochverfügbarkeit

Galileo Computing, 2011

450 Seiten

50 Euro

ISBN 978-3-8362-1339-4

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