Open Source im professionellen Einsatz

Freies Buch zu Open-Source-Architekturen

24.05.2011

Ein Buch unter Creative-Commons-Lizenz versammelt Beiträge zur Software-Architektur von 25 Open-Source-Projekten. Wer eine gedruckte Ausgabe kauft, fördert Amnesty International.

Für die Struktur eines Programms jenseits einzelner Codezeilen und Quelltextdateien, für die Gestaltung des großen Ganzen eines Softwareprodukts, hat sich im Englischen wie im Deutschen das Wort Architektur eingebürgert. Und genau darum geht es in dem englischsprachigen Band "The Architecture of Open Source Applications", den Amy Brown und Greg Wilson herausgegeben haben: "Soll die Anwendung erweiterbar sein? Falls ja, soll das über ein Scripting-Schnitstelle, mit Plugins oder auf eine ganz andere Weise erfolgen?" schreiben sie in der Einleitung.

Für Ihren Band haben die Herausgeber Vertreter von 25 Open-Source-Projekten gewonnen, die die Architektur ihrer Software erläutern. Die Vielfalt ist mit Datenbanken, Compilern, Multimediasoftware und Entwickler-Tools enorm. Unter den Autoren finden sich Prominente wie Eric Allman von Sendmail und Keith Bostic von der Universität Berkeley.

Entsprechend divers sind auch die Aufgabenstellungen und Herausforderungen, die in den einzelnen Beiträgen beschrieben sind: systemrelevante Software Jahrzehnte lang pflegen (Bash), Komponenten aus rund 40 Projekten integrieren (Eclipse) oder ungeheure Datenmengen zuverlässig über Tausende Server verteilen (Hadoop Distributed File System). Die Autoren pflegen verschiedene Schreibstile und gehen unterschiedlich detailliert vor. Meist fassen sie aber die gelernten Lektionen griffig zusammen. Das macht dieses Buch zu einer nützlichen Sammlung, aus der sich Entwickler und Architekten nach bester Open-Source-Manier etwas abgucken können.

Ebenfalls offen ist die Lizenz für das Buch: "Creative Commons Attribution 3.0 Unported" erlaubt so gut wie jede Verbreitung und Weiterbearbeitung, insofern die Urheber genannt werden. Das Buch ist online kostenlos zu lesen. Wer die geleistete Arbeit honorieren möchte, kann eine gedruckte Version bei Lulu.com oder Amazon kaufen, der Erlös kommt Amnesty international zugute - via Lulu kommt offenbar eine größere Spende an.

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