Open Source im professionellen Einsatz

Tag 1 auf dem 25c3: Hacker in Queues

Irgendwas ist immer: Am Berliner Alex angekommen wurde ich in gewohnt herzlicher Weise vom erweiterten Orgateam begrüßt. Ein "Engel" (sic!) schlug mir als erstes die Tür vor der Nase zu, nicht ohne durch ein "Tür zu, ey! Is' voll kalt hier, ey!" unmissverständlich klar zu machen, dass die anheimelde Weihnachtszeit vorbei sei. Die 25. Auflage des Chaos Communication Congress hatte begonnen.

Waren die Warteschlangen zum Einlass -- zumindest, als ich dort vorbeikam -- ungewöhnlich kurz, so war das Gedränge in den Sälen um so größer. Congress-Erfahrene kennen das gelegentliche Überlaufen der Vortragsräume, diesmal war aber in mindestens zwei der drei Säle ab 17 Uhr, dem typischen Starttermin für den durchschnittlichen Hacker, kein Rein- oder Durchkommen möglich. Eine nicht ganz schlechte Alternative war das Live-Streaming, nachdem ich die Login-Hürden des WLAN gemeistert hatte. Wohl dem, der über eine IEEE-802-11a-fähige Netzwerkkarte verfügt. Auf dem Freuquenzband klappte die verbindung nämlich ganz gut.

Und inhaltlich? Die Eröffnungskeynote habe ich nach Lektüre des Abstracts ausgelassen. Mal wieder ein Referent, der über alles wettert, Bin-Laden-T-Shirts-trägt und einen Rauschebart trägt. Gründungsmitglied der EFF hin oder her, wenn die vordergründigste Eigenschaft eines Vertreters des Datenschutz ist, als lustiger, aber gestriger Querulant aufzutreten, dann weiß ich nicht, ob das der Bewegung für mehr Bürgerrechte einen Dienst erweist. Mir persönlich ist das Thema dazu eigentlich zu ernst.

Tobias Engel hat nach seinem vorzüglichen Vortrag auf dem 18c3 zum Thema SMS diesmal einen Beitrag über SS7 gehalten, der nicht minder informativ war. SS7 ist ein Teilprotokoll im riesigen Zoo der internationalen Telefoniestandards, mit dem Mobilprovider das Roaming aushandeln. So findet man über ein Webinterface heraus, in welcher Region sich ein Mobiltelefonbenutzer aus dem Ausland befindet. Spannend.

Dan Kaminsky hat rückblickend über die DNS-Attacke resümiert, konnte aber nicht viel Neues präsentieren. Der Talk über das iPhone machte im wesentlichen klar, dass Apple prinzipiell durchaus seine Hausaufgaben gemacht hat und es in absehbarer Zeit immer schwerer werden wird, eine Hardware frei nutzbar zu machen, wenn der Hersteller sie partout nicht öffnen möchte. Insofern steht der Technologiekracher des Congress' noch aus. Bleiben drei Tage.

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Ausgabe 11/2017

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