Open Source im professionellen Einsatz

Leser rezensieren "Das inoffizielle Android-Handbuch"

Vor einiger Zeit hatte das Linux-Magazin ein Buch über Android ("Das  inoffizielle Android-Handbuch" von Itzchak Rehberg) Lesern angeboten, die sich im Gegenzug bereit  erklärten, eine kurze Rezension zu schreiben. Die ersten Besprechungen liegen  nun vor.

So gibt unser Leser Nicolai Seuss zunächst eine Inhaltsübersicht der einzelnen Kapitel und merkt dann an: "Man merkt dem Autor an, dass er große Erfahrung mit Android hat und weiß, was den Anwender beschäftigt. Er ist ja auch in etlichen Foren unterwegs. Allerdings wirkt wohl sich letzteres auch in seiner Sprache aus, die oftmals sehr flapsig rüberkommt und bisweilen eher nervtötend wirkt. Das passt eher in Foren denn in ein Buch. Ein Zitat: "... ein mit STOPP  beschrifteter Button, den es mit den Wurstfingern zu treffen gilt - und Ruhe ist..." - Geschmackssache.

Eine gute Idee ist es, Links zu Websites mit weiterführende Informationen oder Apps auch als QR-Code an den Seitenrand zu drucken. Das spart Tipparbeit. Zusätzlich sind die Links auch geschrieben vorhanden. Allerdings mit Bitly verkürzt. Somit erkauft man sich die Bequemlichkeit mit der Gefahr, die Links unbrauchbar zu machen, wenn der Anbieter seinen Dienst einstellt. Hier hätte ich mir ein Linkverzeichnis im Anhang gewünscht."

Abschließend zieht Nicolai Seuss ein Fazit: "Inhaltlich reicht das Buch sicher aus, den Anfänger  anzuleiten und seinen Weg in die Bedienung seines neuen Gerätes aufzuzeigen. Der Fortgeschrittene  mag noch einiges herausziehen können. Wirklich erfahrene Anwender finden in dem Buch vermutlich  nicht viel, was sie nicht schon auf irgendwelchen Websites und Foren gelesen haben, auf die  der Autor selbst oftmals für weitergehende Informationen verweist."

"Andere Themen, die nicht direkt mit der Anwendung von Android zu tun haben, sind leider gar nicht  berücksichtigt. So wird z.B. nicht einmal erwähnt, dass man sich Apps selber programmieren kann.  Auch auf die Hardware der auf dem Markt befindlichen Geräte geht das Buch nur rudimentär ein. Eine  ܜbersicht zu den verschiedenen Geräten/Herstellern könnte gerade einem Einsteiger helfen,
sich das  passende Gerät auszusuchen. Insofern wäre als Titel "Das inoffizielle Android-Anwenderhandbuch" treffender."

Auch Udo Czekalla bietet zum Einstieg eine Inhaltsübersicht - grundlegende Bedienung, Einstellmöglichkeiten, Datenaustausch, Apps, Sicherheit und Privatsphäte sind die Stichworte. Dann fragt er: "Genug für den Anfang? Für den Anfänger sicherlich! Er kann das Buch chronologisch durcharbeiten oder bei auftauchenden Fragen via Stichwortregister zum passenden Thema blättern, das Buch wird ihn bei Problemen nicht im Regen stehen lassen. Denn der Autor hat nicht nur das Android-System etwas weniger schreibfaul erklärt, als dies die Anleitungen zum gekauften Gerät tun. Er hat über die letzten Jahre auch eifrig in einer Android Newsgroup gelesen und geschrieben und viele dort aufgetauchte Probleme in das Buch übernommen."

Udo Czekalla beschreibt sodann die Spezialthemen, die im letzten Teil des Buches aufgegriffen werden: Das Rooten,  Deinstallation vorinstallierter Apps, Optimierung des Energieverbrauchs und  Übersichten etwa zu USSD-Codes. Schließlich kommt er zu dem Schluss: "Ich habe schon mindestens einen Zentner Betriebssystemratgeber im Wert von vielen Hundert Euros dem Altpapier übergeben. Keiner hatte seine Aktualität besonders lange gehalten, obwohl die Werke mit jeweils rund 60 Euro nicht preiswert waren. Wenn man das berücksischtigt, ist das vorliegende Werk auch noch ein echtes Schnäppchen."

Auch unser Leser Torsten Wiebesiek reibt sich zunächst am Sprachstil des Autors: "Rehberg schreibt in lockerem meist angenehm zu lesenden Stil, manchmal salopp (Zitat: 'jaja, der Aküfi (Abkürzungsfimmel) ist nicht ausschießlich © Germany') bis ungenau (Zitat zu Widgets: 'Auf den Homescreen kann man selbige dann befördern, indem man sie ganz dolle drückt...')."

Licht und Schatten sieht er ebenfalls bei den Links und QR-Codes: "Im Buch wird regen Gebrauch von zusätzlichen Informationen im Internet gemacht. Dazu verwendet der Autor mit bit.ly verkürzte Links am Seitenrand, sodass sich die Eingabe am Rechner einfach gestaltet. Leider haben sich ein paar Druckfehler eingeschlichen, sodass einige wenige Links ins Leere führen. Zusätzlich werden
diese Links mit QR-Codes dargestellt. Dadurch wird das Nachschlagen mit dem Smartphone und Tablet vereinfacht. So hat das Buch Stärken, wo mit Hilfe dieser Links zum Beispiel auf umfangreichere Listen von Apps für bestimmte Anwendungszwecke oder auf tiefergehende Artikel zu technischen Details verwiesen wird. Daraus folgt allerdings auch, dass an vielen Stellen insbesondere
technische Informationen zum Beispiel zum Konzept der Virtuel Machine (Dalvik/ART) zu kurz kommen und das Buch ohne diese Zusatzinformationen unvollständig wirkt. Die QR-Codes sind auf manchen Seiten so dicht bei einander, dass es mir nicht gelingt, sie mit dem QR-Scanner einzeln zu erfassen."

Alles in allem fällt Torsten Wiebesieks Fazit so aus: "Insgesamt gibt das Buch einen guten Überblick über Android. Die Links zu Apps sind praktisch. Dennoch wäre das Buch deutlich runder, wenn viele der externen Informationen direkt in das Buch aufgenommen worden wären. Als E-Book wäre das Buch sicherlich noch sinnvoller gewesen, da der Medienwechsel zwischen gedrucktem Buch und weitergehenden Informationen im Netz auf Dauer stört."

comments powered by Disqus

Ausgabe 08/2017

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.