Open Source im professionellen Einsatz

Es werde Licht

Endlich komme ich mal dazu, den DLP-Projektor auszuprobieren. Leider ist das komplizierter als gedacht, denn erst muss man dem Beagleboard beibringen, die richtige "Bildschirm"-Auflösung zu verwenden, also 640x480 Pixel. Auf den einschlägigen Beagleboard-Seiten im Internet kursieren eine Reihe von Lösungen. Wie immer geht es darum aus den vielen verschiedenen Möglichkeiten die funktionierende auszuwählen. Zum Beispiel ist noch in vielen Anleitungen zu lesen, man müsse den Bootloader austauschen oder den Kernel selbst compilen.

In meiner Installation habe ich jedenfalls den TI X-Loader 1.4.2 und U-Boot 2009.01-00013 verwendet. Die verwendete Angstrom-Distribution hatte ich bereits einmal aktualisiert, sodass sie den Kernel 2.6.28 verwendet. Das ist nicht ganz unwichtig, denn dieser Kernel verwendet eine andere Syntax als seine Vorgänger, um die Auflösung zu spezifizieren. Geklappt hat es schließlich mit folgender Einstellung, die in der Firmware-Umgebung die Auflösung als Bootparameter übergibt:

console=ttyS2,115200n8 root=/dev/mmcblk0p2 rw rootwait omapfb.vram=2M,4M,4M omapfb.video_mode=640x480MR-24@60

Auch ohne den Raum abzudunkeln, war das projizierte Bild gut erkennbar, klarerweise eher bei hellem Desktop, denn besonders lichtstark ist der kleine Projektor nicht. Bei einem Abstand von ungefähr einem Meter hatte es eine Bilddiagonale von etwa 30 cm. Auch bei einer Vergrößerung des Abstands auf beinahe drei Meter wäre es vermutlich noch hell genug, allerdings ließ sich das Bild dann schon nicht mehr fokussieren.

Das ist generell nicht ganz einfach, denn das Gerät wird so heiß, dass man es kaum noch mit bloßer Hand anfassen kann, und auch der kleine Regler reagiert übersensibel, man brauch also viel Fingerspitzengefühl. Die kleinen Mängel sollte man dem DLP-Projektor nicht vorwerfen, denn schließlich handelt es sich um ein Entwicklungsgerät. Als transportablen Ersatz für einen Bildschirm eignet sich der DLP (und seine baugleichen Brüder) allemal, eine kleine Projektionsfläche vorausgesetzt. In sehr dunklen Räumen taugt es mit einer Bildschirmdiagonale von einem Meter eventuell sogar für einen Filmabend im kleinen Kreis.

Der Kauf des HDMI/Mini-HDMI-Kabels hat sich übrigens im nachhinein als überflüssig herausgestellt. Das passende Kabel hat Texas Instruments dem Projektor beigelegt. Allerdings in einer Art doppeltem Boden unter dem Projektor und Netzteil versteckt. Fies!

 

 

 

 

 

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Ausgabe 08/2016

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