Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 08/2017
© Vadim Sadovski, 123RF

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Debian ohne Systemd

Neuer Planet

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2014 beschloss das Debian-Projekt, das alte Initsystem durch Systemd zu ersetzen. Ganz Debian? Nein, eine kleine Gruppe von Entwicklern hört nicht auf Widerstand zu leisten und arbeitet am Systemd-freien Fork Devuan. Das Linux-Magazin hat sich Version 1.0.0 angeschaut.

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Das ohnehin sehr diskussionsfreudige Debian-Projekt stritt monatelang über das Initsystem – mit dem Ergebnis, dass Systemd Einzug in die Distribution hielt, etliche Entwickler zurücktraten und einige schließlich Devuan [1] ins Leben riefen. Auch viele Anwender waren enttäuscht über die Entscheidung. Sie hätten lieber beide Initsysteme in der Distribution gesehen, um dann selbst wählen zu können. Das Debian-Wiki enthält zwar eine Anleitung [2], wie das Installieren von Jessie ohne Systemd per Preseeding gelingt – das klappt aber nur auf Servern ohne grafische Arbeitsumgebung.

Den Orbit verlassen

Seit 2014 arbeiten die Veteran Unix Admins, wie sie sich selbst nennen, an Devuan [3]. Ende Mai 2017 erschien schließlich die erste stabile Ausgabe des Systemd-freien Forks. Version 1.0.0 trägt das Gütesiegel LTS, die Langzeitunterstützung soll mindestens so lange bestehen wie die von Debian Jessie.

Noch heißt Devuan genauso wie Debian – den Codenamen Jessie haben die Entwickler für ihre erste Ausgabe der Systemd-freien Distribution übernommen. Danach wird alles anders: Devuan benennt seine Releases nach Kleinplaneten. Der derzeitige Testing-Zweig ist Ascii, Unstable heißt immer Ceres. Um mit Debian kompatibel zu bleiben, haben die Entwickler für Unstable einen Alias namens Sid eingerichtet.

[...]

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