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Linux-Magazin 05/2017
© Gerard Koudenburg, 123RF

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Kernel 4.11: Neuer Syscall, BFQ-Scheduler, Opal-Support

Optimaler Zugriff

Zu den wesentlichen Neuerungen von Linux 4.11 gehört der frisch eingeführte Systemcall "statx()", der den Abgleich von Daten über Netzwerkdateisysteme optimiert. Der moderne Scheduler BFQ soll hingegen Zugriffe auf Datenträger beschleunigen.

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Am 5. März 2017 schloss Linus Torvalds mit der Freigabe des ersten Release Candidate [1] von Linux 4.11 das Zeitfenster, in dem Entwickler neuen Code für die nächste Kernelversion einreichen dürfen.

Neuer Systemaufruf

Torvalds hob insbesondere »statx()« [2] hervor, den neuen Systemaufruf, der ausführlichere Datei-Informationen bereitstellt. Von diesen Informationen profitieren vor allem Netzwerkdateisysteme, wie etwa das Linux-eigene Network File System (NFS) oder das Common Internet File System (CIFS), das Windows in seinem SMB-Protokoll nutzt. So stellt »statx()« einen Zeitstempel zur Dateientstehung oder Versionsnummern bereit, was den Abgleich von Daten zwischen Client und Server beschleunigen soll.

Eine erste Version von »statx()« landete laut Torvalds bereits sechs Jahre zuvor im Kernel, inzwischen haben die Entwickler auch das Jahr-2038-Problem gelöst. Diese Anomalie könnte am 19. Januar 2038 ab 3:14 Uhr auf Unix-Systemen für Probleme sorgen, die für den Datums-Datentyp »time_t« vorzeichenbehaftete 32-Bit-Ganzzahlen nutzen. Deren Wert überschreitet zu diesem Zeitpunkt 2 147 483 647 und springt anschließend dank eines Zählerüberlaufs auf einen negativen Wert. Dieser verweist in der Folge auf eine Zeit vor dem 1. Januar 1970, dem Beginn der Unix-Zeitrechnung, was zu Programmabstürzen und Endlosschleifen führen kann. Vor einiger Zeit eingeführte 64-Bit-Zähler beheben das Problem.

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