Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 04/2017
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Alexa mit selbst programmierten Skills ausstatten

Auf mehr als ein Wort

Mit schlappen zwei Jahren Verzögerung nach dem Start in den USA ist Amazons Sprachassistentin Alexa nun auch in Deutschland in Geräten wie Echo oder Echo Dot zu haben. Alte Programmierhasen bringen ihr sogar neue Tricks bei.

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Wer steht schon gerne vom Sofa auf, um etwas im Internet nachzuschauen, wenn das Handy außer Reichweite ist? Im Haushalt der Zukunft steht zu diesem Zweck ein Gerät wie Amazons Echo in Form einer Konservenbüchse im Zimmer (siehe auch Artikel "Die Zwiegesichtige" in der Know-how-Rubrik). Preisgünstiger als der Echo-Zylinder ist das Nachfolgegerät Amazon Echo Dot, das aussieht wie ein Eishockey-Puck (Titelbild).

Amazon träumt natürlich davon, dass der Kunde eines Tages zu Hause nur "Alexa, bestell Klopapier" ruft, und schon gibt die Sprachassistentin die Bestellung beim Internetdiscounter auf, der eilends eine Drohne mit dem dringend benötigten Haushaltsartikel auf den Weg zum Verbraucher schickt.

Angeblich abhörsicher

Das Gerät lauscht zwar ständig in den Raum hinein, um auf gesprochene Wörter zu reagieren, schwebt aber in einer Art Dämmerzustand und leitet ins Mikrofon verirrte Geräusche laut Anbieter nicht in die Amazon-Cloud zur Analyse weiter. Vielmehr wartet die Sprachbüchse, bis der User das so genannte Wake-Word, normalerweise "Alexa", spricht und aktiviert dann erst die Verbindung mit der Spracherkennung in der Amazon-Cloud. Statt "Alexa", "Amazon", "Echo" dürfen Star-Trek-Fans auch das Wake-Word "Computer" einstellen (Abbildung 2) und dann mit der Assistentin reden wie Captain James T. Kirk mit dem Bordcomputer im Raumschiff Enterprise.

Abbildung 2: Raumschiff-Enterprise-Fans können Alexa jetzt auch mit "Computer" aufwecken.

Alexa lernt neue Tricks

Von Haus aus kann Alexa einfache Fragen beantworten. Mehr Möglichkeiten bieten so genannte Skills [2], die soweit kostenlos (aber wohl irgendwann mal nach dem App-Bezahlmodell) im Skills Store abrufbar sind ([3], Abbildung 3). Hierbei handelt es sich um Softwarepakete, die Drittanbieter ähnlich wie Apps im Appstore programmiert und veröffentlicht haben. Vom Runterbeten der aktuellen Kurse im maßgeschneiderten Aktienportfolio ("Motley Fool") über das Spiel Jeopardy bis zur Lampensteuerung im Smart Home ist alles dabei.

Abbildung 3: Die bestbewerteten Skills im deutschen Alexa-Skills-Store.

Um Alexa eine Skill beizubringen, aktiviert der User sie in der Smartphone-App Alexa oder spricht einfach ins Mikrofon: "Alexa, enable the Fool." Kurze Zeit später kennt Alexa auch den Aktienmarkt: "Ask the Fool how is the market doing today" und "Ask the Fool to add Microsoft to my watchlist".

Abbildung 4: Entwickeln neuer Alexa-Skills auf developers.amazon.com.

Wen es in den Fingern juckt, Alexa nach seiner eigenen Pfeife tanzen zu lassen, der kann auf http://developers.amazon.com einen Alexa-Account einrichten, der separat vom AWS-Business läuft und eigentlich der Entwicklung von Android-Apps dient (Abbildung 4). Nach dem notwendigen Abnicken einer ellenlangen Vorschriftenliste führt ein Klick auf den Reiter »Alexa« und dann auf »Alexa Skills Kit« [2] zu einer Liste mit eigenen Skills (Abbildung 5) samt einem Knopf, der »Create New Skill« verheißt.

Abbildung 5: Vom User entwickelte Alexa-Skills.

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