Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2017

Notizen von der Open Source Monitoring Conference

Aufmerksame Observierer

Die Experten für Systemüberwachung, die Ende November zum elften Mal in Nürnberg zur Open Source Monitoring Conference zusammentrafen, bildeten kein Revolutionskomitee. Das macht nichts.

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Spektakuläres erfuhr der Rezensent der diesjährigen Open Source Monitoring Conference (OSMC) nicht, die Neuigkeiten waren größtenteils evolutionärer Natur, die Themen durchaus vertraut. Darin liegt aber auch eine Stärke der Veranstaltung: Das Konzept, das sich inzwischen über ein gutes Jahrzehnt bewährt hat, zieht stets aufs Neue Erstbesucher an. In diesem Jahr sogar mehr denn je: Gemeldet waren rund 300 Teilnehmer aus vielen Weltgegenden.

Konsequent wurden daher die meisten Referate in Englisch gehalten, was man sicherlich als Notwendigkeit akzeptieren muss. Zumindest in einem Fall waren die Vortragenden mit der englischen Sprache allerdings schlicht überfordert, ihre extrem akzentgefärbte Aussprache war auch für den gutwilligen Zuhörer kaum verständlich.

Das Auditorium bekam einen breiten Themenmix geboten, von Hardwarechecks bis zur Datenanalyse, von Produktneuigkeiten bis zu Elektronikbasteleien im Monitoringumfeld, von Cloudüberwachung bis zur Plugin-Entwicklung.

Produktneuheiten

Wer die Konferenz mehrmals besucht hat, bedauert schon im Vorhinein den chancenlosen Referenten des parallelen Tracks – denn wenn Bernd Erk auf unterhaltsame Art den Status des Icinga-Projekts vorstellt, lockt er die übergroße Mehrheit der Teilnehmer in seinen Saal (Titelbild). So auch in diesem Jahr. Heuer konzentrierte sich die Arbeit des Icinga-Teams auf die Abrundung der bisherigen Entwicklung, bei der inzwischen 146 Beitragende zusammen über eine halbe Million Codezeilen beigesteuert haben.

Die Neuerungen fielen daher etwas unspektakulärer aus: So erlaubt etwa die Zusammenfassung von Monitoringobjekten zu einem Datenwürfel das flexible Umgruppieren der Objekte zu Sichten. Ein Announcement-Feature kann Nutzer des Web-UI mit Nachrichten versorgen, wenn sie sich anmelden. Die Integration der Automatisierungstools Chef und Puppet wurde verbessert, ebenso die Performance. Hunderte Fehler sind ausgemerzt. Ähnliche Erfolge konnte auch Gerhard Laußer mit Blick auf die Open-Monitoring-Distribution melden, ebenso David Hustace in Bezug auf Open NMS.

Best Practices

Selbstverständlich widmeten sich etliche Vorträge ganz produktunabhängig bestimmten Verfahren und Vorgehensweisen, beispielsweise Avishai Ish-Shaloms "Engineers Guide to Data Analysis", der unter anderem vor Fallstricken bei der Speicherung und Visualisierung von Daten durch Aggregation, Downsampling, Filterung oder Skalierung warnte. Eine Lanze für das Monitoring an sich brach James Fryman, der auch weitergeben wollte, wie er Mitarbeiter und Vorgesetzte von der Bedeutung der Systemüberwachung überzeugt.

Die Fraktion der Bastler und Tüftler kam unter anderem bei Jan-Piet Mens auf ihre Kosten, er demonstrierte, wie sich kleine Microcontroller im Zusammenspiel mit dem MQTT-Protokoll für Überwachungsaufgaben einspannen lassen. Auch eher Hardware-lastig fiel naturgemäß das Referat von Thomas Niedermeier über den IPMI-Nachfolger Redfish aus.

Zweifellos geht es in erster Linie um den Inhalt, aber der äußere Rahmen – Verpflegung, Hotel, Abendveranstaltung, Atmosphäre – entscheidet sicherlich nicht unerheblich darüber mit, ob der Erstbesucher sich wohlfühlt und wiederkommt. Das Event-Team von Ausrichter Netways hat auch diese Aspekte seiner Konferenz souverän im Griff.

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