Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 01/2017
© Fotograf, 123RF

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Notizen von der VMworld Europe 2016 Mitte Oktober in Barcelona

Revolution Number 2

Längst haben sich die großen Cloudprovider – Amazon, Microsoft, Google oder IBM – in Stellung gebracht, und auch Dell will sich mit der Tochter VMware (die Dell zusammen mit EMC jüngst eingekauft hat) strategisch in einem Markt positionieren, den man mittelfristig vom Cloud Computing bestimmt sieht.

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Das Ende der PC-Ära hatte VMware-Chef Pat Gelsinger (Abbildung 1) ja bereits 2014 ausgerufen. In einem DPA-Gespräch sagte er damals: "Es gibt jene, die in der Cloud-Ära leben, und jene, die ihr gesamtes Geschäft auf der alten Computer-Ära aufbauen." Letztere stünden vor einer außerordentlichen Herausforderung, um den Anschluss zu halten.

Abbildung 1: VMwares CEO Pat Gelsinger während seiner Keynote.

Auch in seiner Keynote auf der diesjährigen VMworld Europe im Oktober in Barcelona blieb er diesem Gedanken von der digitalen Transformation treu und schob ein paar interessante Fakten nach: Im Jahr 2006, so Gelsinger, dem Jahr, in dem Googles späterer CEO Eric Schmidt den Begriff "Cloud Computing" in den Sprachgebrauch einführte, seien 98 Prozent aller Workloads auf traditioneller IT verarbeitet wurden, Private Clouds gab es gar keine und Public Clouds machten 2 Prozent aus. Fünf Jahre später, 2011, summierten sich die Anteile der beiden Cloud-Spielarten bereits auf 13 Prozent und nur noch 87 Prozent liefen auf traditioneller IT.

Heute, wiederum fünf Jahre später, kommen Private Clouds (12 Prozent) und Public Clouds (15 Prozent) bereits auf beinahe 30 Prozent aller Workloads. Und in fünf Jahren, also 2021, soll die Hälfte aller Workloads in der Cloud laufen, prophezeien Forscher von VMware. Wann schließlich liegt der Anteil der Public Cloud alleine bei 50 Prozent? Im Jahr 2030, meint VMwares Research Team.

Nur noch Digitales

Treffen diese Voraussagen ein, erleben wir den Beginn einer Umwälzung in der IT, die momentan noch in den Kinderschuhen steckt. Rund 80 Prozent aller Firmen gehören noch nicht zu den Cloud-Vorreitern, Gelsinger charakterisiert sie als Zauderer. Diesen "Laggards" – im Unterschied zu den "Leadern", den Transformern (14 Prozent) und Disruptoren (8 Prozent) – stehe die Umgestaltung in den nächsten Jahrzehnten noch bevor.

Genau hier sieht Gelsinger das Betätigungsfeld für VMware. Dieser Prozess, den er hinsichtlich seiner Bedeutung und seines Veränderungspotenzials als zweite industrielle Revolution ansieht, werde alle Bereiche im Unternehmen erfassen. Jeder Kernprozess in jedem Unternehmen würde durch Cloud, Mobilität und Digitalisierung getrieben. Die Unterscheidung zwischen traditionellem und digitalem Geschäft werde dadurch bedeutungslos: "Every Business needs to be digital Business."

Neue Produkte

Vor 10000 Teilnehmern, Mitarbeitern, Partnern und Kunden aus 96 Ländern stellte Gelsinger in seiner Keynote auch neue Produkte und Entwicklungen von VMware vor. Darunter etwa Vsphere 6.5 mit über 100 neuen Features besonders in den Bereichen vereinfachte Bedienung, moderne APIs und verbesserte Sicherheit. Als eine bemerkenswerte indirekte Wirkung verwies Gelsinger auf die Einsparung von 603 Millionen Megawattstunden Energie durch die Virtualisierungsprodukte der Vsphere-Familie bislang, eine Menge, die ausreichen soll, um Spanien, Deutschland und die Schweiz ein Jahr lang zu versorgen.

Ebenfalls neu ist die Release 6.5 von Virtual SAN. Augenfälligste Neuerung hier ist die I-SCSI-Unterstützung. Hinzugekommen sind zudem persistenter Speicher für Container via VMware Vsphere Integrated Containers und eine Modernisierung der APIs. Im letzten Quartal 2016 soll es auch noch Support für All-Flash-Konfigurationen geben.

Beim Thema Cloud im engeren Sinn setzt VMware auf die eigene Open-Stack-Distribution, die vor allem den Bestandskunden entgegenkommt. Sie können ihre herkömmlichen Virtualisierungstools als Basis der Cloud weiterhin verwenden und sparen so Investitionen in Tools und Training.

Schließlich hob die Keynote auch noch die Cloud-Partnerschaften mit IBM und Amazon hervor, letztere unter dem Aspekt einer Vereinigung des größten Public-Cloud-Anbieters (AWS) mit der Nummer eins bei der Private Cloud (VMware, nach eigener Wahrnehmung).

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