Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 01/2017

Notizen von der Jahrestagung der Deutschen Oracle Anwendergruppe

Von Chancen und Risiken

Von Data Warehousing über Datenbankperformance bis zur Speicherverwaltung unter Linux oder den Ängsten der Digitalisierungsverlierer – die deutschen Oracle-Anwender diskutierten auf ihrer Jahrestagung Mitte November in Nürnberg ein breites Themenspektrum.

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Bekanntlich hat die Firma Oracle den Ehrgeiz, vieles aus einer Hand zu bieten, und offeriert daher ein großes Sortiment an Produkten von Server- und Speicher-Hardware über verschiedene Betriebssysteme und Datenbanken, Middleware und Business-Analytics-Applikationen bis zur kompletten Cloud.

Folgerichtig findet sich diese Rundumsicht auf die IT auch in den Themen wieder, die unabhängige Oracle-Anwender untereinander diskutieren. Auf ihrer diesjährigen Jahrestagung (an der sich auch wieder schweizerische und österreichische Kollegen beteiligten) beeindruckte allein schon die Quantität: Den 2500 Besuchern wurden 470 Vorträge in bis zu 20 parallelen Tracks geboten, die ein sehr weites Feld absteckten.

Zwar sind die Oracle-Anwender stolz auf eine eigene Meinung, die sich nicht in jedem Fall mit derjenigen decken muss, die der Hersteller ihrer Hard- und Software vertritt, trotzdem ist Oracle als Hersteller auf einem solchen Treffen natürlich unübersehbar gegenwärtig.

Das zeigte schon die erste Keynote, die zur Hälfte Frank Obermeier bestritt, der als Country Leader Oracle und Head of Technology Sales für das Deutschland-Geschäft von Oracle verantwortlich ist. Sein Thema war das schier unvermeidliche Keynote-Thema dieser Tage: Die digitale Transformation und wie im vorliegenden Fall Oracle sich in jeder Phase eines datengetriebenen Business als Partner anbieten will.

Frische Ideen

Mehr Abwechslung in die Diskussion brachte eine weitere Keynote am dritten Tag der Veranstaltung, gehalten von Daniel Domscheit-Berg, dem ehemaligen Sprecher von Wikileaks. Zwar wandte er sich ebenfalls der Digitalisierung zu, war aber zum einen mit seinem anekdotenreichen Vortrag der bessere Redner und lenkte zum anderen den Blick besonders auf gesellschaftliche Folgen und zahlreiche offenen Probleme. Was etwa geschieht mit Menschen, die aufgrund der Digitalisierung ihre Existenzgrundlage verlieren werden?

So seien in den USA acht Millionen Menschen direkt oder indirekt vom Lkw abhängig, in vielen Staaten sei Lastkraftwagenfahrer einer der häufigsten Berufe. In den Bundesstaaten, in denen das nicht so sei, lägen Software-Entwickler weit vorn in der Statistik. Nun nähme der eine dem anderen die Arbeit weg, wenn sich autonome Fahrzeuge auch im Güterverkehr in absehbarer Zeit durchsetzen. Das beträfe auch Europäer. Was ist unsere Antwort? Harz-IV könne es nicht sein. Dabei sieht Domscheit-Berg in diesem Prozess auch eine große Chance, wenn "wir es schaffen, das richtige Gesellschaftssystem darum herum zu bauen".

Die Bandbreite der Vortragsthemen war, wie gesagt, enorm. Sie reichte von einer eher Marketing-lastigen Präsentation der neuen Oracle Cloud Machine bis zur Vorstellung dreier kostenloser Tools für das Datenbank-Benchmarking, von einem Referat über die Funktionsweise der Speicherverwaltung unter Linux bis zu Problemen der digitalen Transformation im Mittelstand. Weitere Vorträge behandelten klassische Datenbankfragen, darunter waren jedoch zahlreiche Wortmeldungen zu MySQL.

Überhaupt war Open Source recht prominent vertreten. Aus der Vielzahl der Referate zu Open-Source-Themen sei etwa Heiko Steins Referat über Security und Compliance bei Docker herausgegriffen, das aufzeigte, was auf den verschiedenen Ebenen – dem Docker Host, der Kommunikationsschicht oder den Docker Images selbst – für Risiken lauern und wie man ihnen begegnen kann.

Es gab sogar ein Rededuell zum Thema Linux versus Windows. Mit Augenzwinkern – zwei altgedienten IT-lern wurde zu Beginn das Betriebssystem zugelost, das sie vertreten sollten – wurden hier leider etwas abgegriffene Argumente ausgetauscht à la GUI versus Kommandozeile. Aber unterhaltsam war's. Das Publikumsvotum neigte sich Linux zu.

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