Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2016
© alicephoto, 123RF

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Überwachungsvideos zeitsparend bearbeiten

Schaut auf diese Stadt

Statt auf langweilige Überwachungsvideos zu starren, auf denen zu 90 Prozent nichts passiert, setzt Perlmeister Michael Schilli lieber die Bilderkennungssoftware Open CV ein, die automatisch den Handlungsablauf an den interessantesten Stellen extrahiert.

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Eine extrem ungleiche Einkommensverteilung, gepaart mit einer gewissen Wurstigkeit der Gesetzeshüter in meiner Wahlheimat San Francisco, hat mittlerweile dazu geführt, dass kein Tag vergeht, ohne dass Hunderte von Autos, Garagen und Häuser aufgebrochen werden und dort gelagerte Sachen Füße bekommen. Statt mich darüber aufzuregen, lagere ich inzwischen nichts Wertvolles mehr an einfach zugänglichen Stellen und installiere klammheimlich Security-Kameras, um mich dann später an den Video-Aufnahmen von Dieben bei der Arbeit zu erfreuen.

Sogar ohne Stromkabel

Freilich ist die Installation einer Security-Kamera kein leichtes Unterfangen, denn Kabel müssen verlegt und Verbindungen zum Monitor hergestellt werden. Auch wenn die Kamera an sich drahtlos mit der Zentrale kommuniziert, benötigt sie dennoch eine Stromversorgung, und die ist an den heißesten Brennpunkten wie in der Tiefgarage oder im Treppenhaus nicht leicht zu bekommen.

Aber seit einigen Jahren bietet die Firma Arlo batteriebetriebene, Kinderfaust-große Kameras [2] an, die der Hobbyspion einfach mit einem Magneten aufhängt (Abbildung 1). Aufgenommene Videos senden die kleinen Wunderwerke drahtlos zu einem bis zu etwa 30 Meter entfernten Hub, der sie wiederum übers Internet auf einen Server spielt, von dem allerlei Smartphone-Apps sowie eine Webseite die Daten auf Wunsch auf den Bildschirm des Users übertragen.

Abbildung 1: Ohne Stromversorgung findet die kleine Arlo-Kamera auch im kleinsten Kabuff Platz.

Schonbetrieb

Um die vier Lithium-Batterien in der Kamera so weit zu schonen, dass sie etwa einen Monat halten, darf die Kamera etwa ein halbes Dutzend Mal am Tag anspringen, wenn sie Bewegungen in ihrer Nähe feststellt, um dann jeweils ein einminütiges Video zu übertragen. Diese Filmchen lädt der User von Arlos Webseite (Abbildung 2) herunter und kann zum Beispiel dabei zusehen, wie Diebe gerade sein neues Rennrad aus der Garage schleppen. Meist ist nur am Anfang eines Überwachungsvideos eine Bewegung zu sehen, der Rest der einminütigen Aufnahmen zeigt üblicherweise gähnende Leere (Abbildung 3).

Abbildung 2: Von der Kamera aufgenommene Videos stehen zum Download.
Abbildung 3: Die meisten Frames zeigen nur die geschlossene Tür.

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