Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2016
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Automatisierung an allen Ecken

Das Stichwort Automatisierung spielt bei Open QRM eine große Rolle. Viele seiner Funktionen setzen massiv auf dieses Feature. Dazu gehören etwa die Betriebssystem-Abbilder, die der Admin definiert und die im Falle eines Falles ein physisches oder virtuelles System blitzschnell mit einer vorgefertigten Konfiguration starten.

Zusätzlich integriert Open QRM auch die Automatisierer Puppet und Ansible auf der Applikationsebene. Für jedes Serverobjekt in Open QRM, ganz gleich ob physisch oder virtuell, lassen sich über das Open-QRM-Webinterface Klassen anlegen. Weist der Admin ein System einer Klasse zu, sorgt Open QRM automatisch dafür, dass die für jene Klasse festgelegten Arbeitsschritte auf dem Server tatsächlich ablaufen.

Das ist ausgesprochen komfortabel – und spart im Alltag viel Zeit. Obendrein wirkt der Open-QRM-Ansatz der Puppet- sowie Ansible-Integration elegant: Direkt in das Open-QRM-GUI tippt der Admin etwa die Klassendefinitionen für Puppet ein – schon stehen jene zur Verfügung, um Rechner per Puppet automatisch zu konfigurieren.

Hybride Workloads

Hybride Clouds sind der Traum beim Cloudmarketing. Die Idee hat tatsächlich einen gewissen Charme: Während sensible Daten oder kritische Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum sicher und redundant verbleiben, mietet man Computing-Power von einem großen Anbieter wie Amazon oder Google, um dort rechenintensive Aufgaben zu erledigen. Damit ein solches Setup sinnvoll funktioniert, ist unter der Haube einiges an Arbeit notwendig. Die Open-QRM-Entwickler legen hier ordentlich vor: Die Software verwaltet auf Zuruf auch Ressourcen in öffentlichen Cloudinstallationen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Open QRM verwaltet auf Wunsch lokale Instanzen, Instanzen in der Cloud oder beide Typen im hybriden Mischbetrieb.

Zur Auswahl stehen EC2 von Amazon, Microsoft Azure, Eucalyptus oder Open Stack. Der Admin trägt im Open-QRM-GUI dazu lediglich die Zugangsdaten ein, die für die Verbindung hin zur jeweiligen Public Cloud notwendig sind. Das GUI fungiert als vollständige Übersetzerschicht zwischen der privaten Open-QRM-Cloud und der öffentlichen Wolke. Bei Bedarf lassen sich virtuelle Maschinen aus der privaten Cloud in die öffentliche Cloud migrieren und vice versa. Auch Betriebssystemabbilder aus der Cloud lädt Open QRM herunter und passt sie so an, dass sie danach als Serverimage für lokale Open-QRM-Instanzen funktionieren.

Freilich kann eine Open-QRM-Controllerinstanz auch die Inhalte diverser privater oder öffentlicher Clouds zusammenführen. Sie entpuppt sich also als zentrale Drehscheibe für die Verwaltung von Diensten, die wahlweise in privaten oder öffentlichen Wolken laufen und sich per Mausklick auch hin und her migrieren lassen. Dass Open QRM herstellerunabhängig ist, erweist sich hier als klarer Vorteil, denn vergleichbare Funktionalität haben selbst die verschiedenen hybriden Orchestrierungswerkzeuge kaum.

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