Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2016
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Enterprise-Features: LDAP & Co.

Zusätzlich zur Verwaltung von (virtuellen) Servern beherrscht Open QRM eine Vielzahl von Enterprise-Features, die Admins das Leben erleichtern. Ein gutes Beispiel dafür ist die LDAP-Anbindung: Weil Open QRM eben auch als Cloudumgebung betrieben werden kann, ist Nutzermanagement eine zwingende Voraussetzung. Schließlich sollen sich nicht alle Nutzer mit dem Admin-Account anmelden. Deshalb bietet es dem Admin an, entweder eine eigene Nutzerverwaltung in Open QRM zu pflegen oder eine LDAP-Anbindung zu nutzen, über die sich Anwender aus einem zentralen Verzeichnis beziehen lassen.

Obendrauf baut Open QRM noch ein feingliedriges Rollenmodell ein. Darüber legt der Admin fest, welcher Nutzer welche Dinge in der Cloud tun darf. Das ist aus Anbietersicht gleich in mehrerer Hinsicht relevant: Einerseits sollen Cloudkunden natürlich keinen Zugriff auf wichtige Admin-Funktionen erhalten, andererseits kann es sogar notwendig sein, Benutzerzugänge für den Cloudteil der Installation nochmals in Berechtigungsgruppen zu unterteilen, etwa weil zusätzlich Read-only-Zugänge gebraucht werden.

Hochverfügbarkeit: Kein Problem

Bereits beim letzten Open-QRM-Test im Linux-Magazin stach die Lösung gerade bei einem Thema besonders hervor: In Sachen Hochverfügbarkeit ist Open QRM mit allen Wassern gewaschen. Der Hersteller unterscheidet zwischen drei Arten von Hochverfügbarkeit: Neben dem HA-Level von Open QRM selbst – also dem Betrieb der für Open QRM absolut notwendigen Dienste – kann Open QRM auch virtuelle Systeme redundant auslegen. Der Ausfall eines Hypervisors setzt dann eine Kettenreaktion in Gang, an deren Ende die VM auf einem anderen Host startet, sodass der Dienst anschließend wieder verfügbar ist.

Die dritte Ebene bezieht sich auf Applikationen in virtuellen Maschinen: Hier bietet Open QRM Werkzeuge, die auch den hochverfügbaren Betrieb jener Applikationen ermöglichen. Auf Wunsch wird die HA-Funktionalität sogar in Kunden-VMs durchgeschleift, die innerhalb von Open QRM als Cloud-VM laufen.

Dabei setzt der Hersteller auf erprobte Technik: Das HA-Setup auf Ebene der für Open QRM notwendigen Dienste realisiert die Lösung automatisch per Pacemaker und Corosync, also den Standardkomponenten des Linux-HA-Baukastens. In Sachen Redundanz von VMs kommt Open QRM sein modularer Aufbau zugute, der es sogar erlaubt, Dienste aus virtuellen Maschinen auf echtes Blech zu migrieren – und umgekehrt: Fällt eine virtuelle Maschine aus, kann Open QRM diese entweder auf einem anderen Hypervisor neu starten oder die Inhalte des Storage-Laufwerks jener VM auf echtes Blech migrieren, um das System anschließend zu starten.

Auf der Applikationsebene kommt erneut Pacemaker zum Einsatz; weil Open QRM die Linux Cluster Management Console über ein eigenes Plugin einbindet (Abbildung 3), lässt sich hier per grafischer Oberfläche der gewünschte Grad der Hochverfügbarkeit bestimmen. Alles in allem wickelt Open QRM das Thema Verfügbarkeit also herausragend ab – und auch besser, als es zum Beispiel bei Open Stack der Fall ist.

Abbildung 3: Open QRM bindet die Linux Cluster Management Console ein, um auf der HA-Ebene Funktionalität anzubieten – auch auf Applikationsebene.

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