Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2016
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Storage: Viele Optionen

Storage gehört bei virtualisierten Plattformen natürlich ebenfalls dazu. Open QRM unterstützt eine Vielzahl von Storagediensten, darunter Speicher, der per I-SCSI, NFS, ATA over Ethernet (AOE) oder LVM angebunden ist. Praktisch jede Speicherlösung ist in der Lage, über mindestens eines dieser Protokoll ihren Speicher anzubieten. Open QRM übernimmt auf Basis des gewählten Protokolls sowohl das Kommissionieren von Speicherlaufwerken als auch die Anbindung an die Zielsysteme.

Weil Zielsysteme sowohl physische Hosts als auch virtuelle Maschinen sein können, kümmert sich Open QRM zudem um die transparente Anbindung des gewählten Speichers. Per GUI legt der Admin – oder im Cloudkontext der User – lediglich fest, wie groß sein Speicher sein soll, und Open QRM kümmert sich um den Rest. Per SAN-Boot lässt sich Speicher sogar für Windows-Systeme bereitstellen.

Auch physische Maschinen

Admins, die Open QRM kennen, sehen zwar darin vorrangig eine Virtualisierungslösung, de facto beherrscht das System aber auch den Umgang mit echtem Blech. Dafür sind bei Open QRM mehrere Varianten an Bord: Über die eingebaute Verwaltung für physische Server lassen sich Rechner praktisch vom ersten Einschalten bis hin zum fertig installierten Betriebssystem nach Bedarf versorgen. Auf Basis von DHCP und PXE erhalten sie nach dem ersten Start ein Installationsimage, das im weiteren Verlauf die komplette Betriebssystem-Installation abwickelt.

Open QRM selbst bietet Unterstützung für den Fully Automatic Installer (FAI) von Debian, über einen separaten Cobbler-Server sind aber auch andere Deployment-Szenarien mit Red Hat oder Centos möglich. Den Cobbler-Server muss der Admin allerdings selbst bereitstellen, weil Open QRM dafür kein passendes Plugin mitbringt. Als Alternative steht außerdem HPs Linux COE bereit, das ein generisches Image für das Deployment diverser Linux-Distributionen darstellt. Über COE lassen sich in Open QRM auch OS-Abbilder anlegen, welche die physischen Server dann per TFTP mit auf den Weg bekommen.

Ging der Artikel bis jetzt auf die einzelnen Funktionen von Open QRM ein, so ergibt sich bei der Zusammenschau aller Faktoren das Bild eines umfassenden Lifecycle-Managements für virtuelle Maschinen wie für physische Hosts: Egal ob es um virtuelles oder echtes Blech geht – der gesamte Lebenszyklus eines Systems lässt sich unmittelbar mit dem Open-QRM-GUI steuern. Sogar IPMI ist über ein separates Plugin aktivierbar: Damit kann der Admin Open-QRM-Server bei Bedarf sogar ein- und ausschalten, falls der Workload das sinnvoll erscheinen lässt. Open QRM selbst spricht hier von Green IT, weil Server so nicht sinnlos weiterlaufen und Strom verbrauchen.

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