Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2016
© Dmitry Kalinovsky, 123RF

© Dmitry Kalinovsky, 123RF

Open QRM managt physische und virtuelle Systeme

Systemverwalter

Im Schatten der großen Lösungen wie VMware oder Open Stack hat sich Open QRM zu einer formidablen Lösung für das Management physischer sowie virtueller Systeme entwickelt. Das Linux-Magazin fühlt der aktuellen Version 5.2 auf den Zahn.

472

Virtualisierung ist eine Schlüsseltechnik – aber der Hypervisor allein reicht gegenwärtig längst nicht mehr aus: Zusätzlich zu KVM & Co. fordern Admins eine Lösung, die physische wie virtuelle Systeme komfortabel und unter einer einheitlichen Oberfläche verwaltet.

Etliche Ansätze existieren: VMware ist der Platzhirsch und im Cloudsegment wächst die Fangemeinde von Open Stack. Dass es auch abseits des Mainstreams brauchbare Lösungen gibt, beweist das deutsche Unternehmen Open QRM Enterprise. Dessen Virtualisierungslösung Open QRM steht den Lösungen des Massenmarkts in nichts nach, ist vielen Admins aber noch unbekannt.

Bereits mehrere Male hat sich das Linux-Magazin mit dem Produkt beschäftigt – seither hat sich viel getan: Open QRM 5.2 streckt die Fühler verstärkt in Richtung Cloud aus, was der Anbieter durch die direkte Integration in Amazon EC2 auch unterstreicht. Grund genug, mal wieder genauer hinzusehen: Was kann Open QRM und für wen lohnt sich ein genauerer Blick?

Die Managementplattform

Unter der Haube findet der Admin bei Open QRM eine modulare Architektur. Der zentrale Dreh- und Angelpunkt ist seine Managementplattform: Sie verbindet alle anderen Funktionen miteinander. Ihr zentraler Bestandteil ist das Plugin-API: Hier haben die Open-QRM-Entwickler Weitsicht bewiesen, denn über die Modulschnittstelle von Open QRM lässt sich beinahe jede Funktion nachrüsten (Abbildung 1). Praktisch alle Open-QRM-Funktionen sind außerdem als Modul implementiert. Wer Open QRM nutzt, kann dadurch etwa die Unterstützung für verschiedene Hypervisortypen problemlos per Modul implementieren.

Abbildung 1: Im Kern von Open QRM steckt ein Plugin-API, sodass externe Module jede erdenkliche Funktionalität nachrüsten können. Die Liste der verfügbaren Plugins ist durchaus beeindruckend.

Obendrein ist Open QRM durch seinen modularen Aufbau für die Zukunft gewappnet, denn neue Funktionen liefert der Hersteller bei Bedarf per Plugin. Das hilft auch bei den Upgrades: Neue Module lassen das existierende System unangetastet und erweitern es nur.

Das Open-QRM-Portal

Open QRM Enterprise hat offensichtlich verstanden, dass für Admins eine komfortable und gut funktionierende Managementumgebung die halbe Miete bei der Verwaltung von großen Cloudumgebungen ist. Die entsprechende Komponente heißt bei Open QRM Cloud Portal. Es dient sowohl Admins dazu, die Umgebung grundsätzlich zu konfigurieren, als auch Nutzern, die – über zuvor eingeräumte Quotas – per Open QRM virtuelle Systeme starten wollen.

Wer sich in der Vergangenheit schon mit Open QRM beschäftigt hat, sollte einen zweiten Blick wagen – das noch aus älteren Versionen bekannte, angestaubte Webinterface hat in Version 5.1 ein radikales Facelifting erfahren (Abbildung 2). Es ist nun deutlich eleganter und kann mit der grafischen Oberfläche anderer Lösungen durchaus konkurrieren. An dieser Stelle liegt Open QRM goldrichtig, denn das grafische Frontend macht Open QRM de facto zur echten Cloudumgebung mit Self-Service-Funktionalität.

Abbildung 2: Die grafische Oberfläche von Open QRM hat in Version 5.1 einen Rewrite durchlaufen und ist nun deutlich eleganter als vorher.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 6 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Open QRM 5.1 mit Hybrid-Cloud-Funktionen und Design-Update

    Zu den Neuerungen des quelloffenen Cloud-Computing-Managers, der unter der GPL steht, gehören unter anderem eine verbesserte Bedienbarkeit und Übersichtlichkeit sowie die Anbindung an kommerzielle Cloud-Umgebungen.

  • Test

    Mehrere Hersteller versprechen Open-Stack-Lösungen fürs Enterprise. Das Linux-Magazin hat einen genaueren Blick auf die On-Premise-Angebote von Red Hat, Suse, Ubuntu, Mirantis und HP geworfen. Die haben vieles gemeinsam, aber auch einige Unterschiede.

  • Triple O

    Der Begriff Cloud umfasst auch das Prinzip, Vorgänge so weit wie möglich zu systematisieren und zu automatisieren. Doch geht es darum, die Cloud dazu zu nutzen, sich selbst zu automatisieren, dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Open Stack will das Problem angehen und bringt Triple O.

  • Wolkige Aussichten

    Für firmenweite Virtualisierung und fürs Cloud Computing: SLES 11 SP1, Univention UCS, Ubuntu Enterprise Cloud und Open QRM stellen sich einem Vergleich.

  • Cloud-Automatisierung

    Konturarm präsentieren sich gängige Open-Source-Cloudlösungen in Sachen Hochverfügbarkeit. Dieser Artikel testet Open Stack, Eucalyptus, Open QRM und vergleicht die Fähigkeiten, die ein Linux-Eigenbau bietet. Gerade bei der Standardausstattung der drei Fertigprodukte kam manch schauderhaftes Detail zutage.

comments powered by Disqus

Ausgabe 10/2017

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.