Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2016
© Mariusz-Szczygiel, 123RF

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KNX-Praxis: Ein Versuchsaufbau

Frisch ans Werk

Nun geht es praktisch weiter: Dieser Beitrag stellt beispielhaft einen KNX-Versuchsaufbau aus den wichtigsten Elementen vor, der sich einfach erweitern und anpassen lässt.

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Nachdem sich ein erster Beitrag in dieser Ausgabe mit den KNX-Grundlagen beschäftigt hat, soll nun eine kleine Testinstallation folgen. Der Aufbau stellt bereits ein komplettes KNX-Basissystem dar und kann Lasten aller Art schalten. Das Beispiel verwendet eine Beleuchtung, genauso gut ließen sich damit aber auch Steckdosen, Antriebe, Motorschlösser und andere elektrische Verbraucher schalten.

Der Testaufbau besteht aus insgesamt vier KNX-Geräten: einer Spannungsversorgung für den Bus, einer KNX-IP-Schnittstelle zur Kommunikation mit dem Heimnetzwerk, einem Aktor zum Schalten elektrischer Verbraucher und einem Sensor in Form eines KNX-Tastsensors, also einer Art Multifunktions-Bediengerät. Die in diesem Setup verbauten Geräte stammen von drei unterschiedlichen Herstellern, arbeiten aber selbstverständlich problemlos zusammen. Um folgende Gerätetypen handelt es sich.

Die Busspannungs-Versorgung

KNX-Busspannungs-Versorgungen sind in REG-Bauweise mit Nennströmen von 160, 320, 640 und neuerdings auch 960 und sogar 1280 Milliampere erhältlich. Für einen KNX-Testaufbau würde eine Spannungsversorgung mit 160 Milliampere ausreichen. Weil es in den meisten Fällen aber sinnvoll ist, Testkomponenten später in den echten Betrieb einer KNX-Anlage zu überführen, lohnt es sich, gleich eine größere Spannungsversorgung zu beschaffen. 640 Milliampere Nennstrom sind für ein Einfamilienhaus sehr oft ausreichend.

Für eine noch umfangreichere KNX-Installation oder falls mehrere KNX-Tastsensoren ohne Fremdspannungs-Versorgung und mit beleuchtetem Display zum Einsatz kommen, bietet sich die nächstgrößere Variante mit 960 Milliampere an. Trotzdem ist auch eine kleine Spannungsversorgung mit 160 Milliampere später noch nützlich, zum Beispiel zur Versorgung einer Außenlinie, die oft nur aus ein paar Bewegungsmeldern und einfachen Tastern besteht.

Die KNX-IP-Schnittstelle

Die KNX-IP-Schnittstelle hat zwei Aufgaben: Zum einen dient sie der Parametrierung der KNX-Komponenten mittels der ETS, zum anderen soll sie später eine Netzwerk-basierte Verbindung zum KNX-Bus aufbauen und damit einen Automatisierungsrechner oder eine Visualisierung einbinden. Der Anwender verbindet die KNX-IP-Schnittstelle per Patch-Leitung mit einem freien Port eines Switch. Die meisten KNX-IP-Schnittstellen beziehen ihre IP-Adresse über DHCP. Diese Voreinstellung lässt sich mit ETS jederzeit ändern, indem man sie auf eine statische IP-Adresse umkonfiguriert.

Einige wenige Modelle von KNX-IP-Schnittstellen benötigen inzwischen keine zusätzliche Spannungsversorgung mehr. In allen anderen Fällen – wie auch in diesem Testaufbau – ist eine Zusatzversorgung notwendig, die sich aber fast immer aus dem KNX-Netzteil abgreifen lässt. Dazu bieten größere KNX-Spannungsversorgungen (ab 640 Milliampere) einen zweiten, unverdrosselten Ausgang mit 30 Volt Gleichstrom an. Die Ausgangsklemme für die eigentliche KNX-Versorgungsspannung ist für diesen Zweck nicht geeignet.

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