Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2016
© langstrup, 123RF

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Inventarisierungssoftware unter Linux

Erfasst?

Mit zunehmender Größe eines Intranets wird es schwieriger, den Überblick über Hardware, Software, Lizenzen und Infrastruktur zu behalten. Eine deutliche Erleichterung können Inventarisierungslösungen bieten.

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IT-Administratoren zeichnen verantwortlich für eine reibungslos funktionierende EDV. Expandieren Unternehmen, wird es immer arbeits- und zeitaufwändiger, einzelne Hardwarekomponenten, Verkabelungen, Softwarepakete, Lizenzen und Betriebssysteme im Auge zu behalten. Verschiedene Standorte machen dann das Chaos perfekt.

Abhilfe versprechen Inventarisierungslösungen, die einen genauen Überblick über verbaute Hardware und installierte Software liefern und den gesamten Lebenszyklus einer Installation inklusive Wartungs- und Supportverträgen sowie Planungen berücksichtigen. Die Bitparade stellt drei dieser Softwaretools vor.

Standards

Die meisten professionellen Inventarisierungslösungen orientieren sich am so genannten ITIL-Standard (IT Infrastructure Library). Der ITIL-Standard ist eine aus Großbritannien stammende Entwicklung aus den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt umfassend die Bestandteile des IT-Service-Managements [1]. Inzwischen haben sich die Anforderungen stetig weiterentwickelt, um der technischen Entwicklung Rechnung zu tragen. Professionelle Inventarisierungs- und Monitoringpakete sind daher häufig nach ITIL zertifiziert.

Die in den Datenbanken eines CMDB-Systems (Configuration Management Database) vorgehaltenen Daten heißen Configuration Items (CI) und beziehen sich nicht nur auf technische Daten, sondern schließen auch für das Controlling und die Buchhaltung relevante Informationen ein: So sind häufig in den Datenbanken auch Zeitwerte von Objekten erfasst und Szenarien für geplante Anschaffungen.

Funktionen

Um der Vielfalt der Inventarisierungs-Informationen auch in komplexen Netzen Herr zu werden, arbeiten die entsprechenden Programme stets mit Datenbank-Backends. Damit die Informationen plattformübergreifend nutzbar sind, sind die Frontends meist Browser-basiert und benötigen keine dedizierte Clientsoftware. Es kommen jedoch gelegentlich Clientagents zum Einsatz, die die Clientdaten für die automatisierte Erfassung an den Server übermitteln.

Üblicherweise bieten die Hersteller mehrere Varianten ihrer Lösungen an, die oftmals über Module und Erweiterungen realisiert sind: So sind in einfacheren Versionen für kleine Netze meist keine Lizenzverwaltungen integriert, die für IT-Infrastrukturen mit proprietären Komponenten eine wichtige Rolle spielen. Auch IT-Security-Lösungen, die Sicherheitslücken in größeren Intranets aufspüren sollen, stecken erst in Premium-Paketen oder kommen als eigene Variante.

Das Spektrum der ermittelten Grundinformationen gleicht sich dagegen bei allen Lösungen: Neben der Hardware sind Betriebssysteme und installierte Softwarepakete sowie Serverdienste inklusive der Versionsstände gelistet. Teilweise erfasst die Inventarisierung auch Konfigurationen und – bei Business-Lösungen – Rechte, Nutzer, Tabellen- und Ordnerstrukturen.

Zusätzlich lässt sich in aller Regel die Netzwerktopologie auf Layer-2-Basis visualisieren. Viele der Inventarisierungs-Applikationen sind in virtuellen Umgebungen einsetzbar, weil die dedizierten Lösungen nur auf wenigen Linux-Distributionen zertifiziert sind. Die gewonnenen Daten lassen sich in andere Formate – primär das weitverbreitete CSV-Format – konvertieren und somit auch nach gesetzlichen Vorgaben archivieren. Die Serversysteme sind dabei mittels einer LAMP-Basis realisiert.

Die hier getesteten Lösungen bieten in bestimmten Varianten eine über die reine Inventarisierung hinausgehende deutliche Arbeitserleichterung für Administratoren: Diese können in größeren Netzen dann vollautomatisiert Aktualisierungen der einzelnen Workstations durchführen und bei Bedarf damit auch komplette Betriebssysteme neu installieren.

Zudem ist es bei den Applikationen möglich, ebenfalls automatisiert Softwarepakete zu verteilen. Diese als Software-Deployment bezeichnete Funktion macht das zeit- und arbeitsaufwändige manuelle Installieren und Konfigurieren von Software auf den einzelnen Arbeitsstationen überflüssig und trägt somit auch zur Kostensenkung bei.

Das Linux-Magazin hat insgesamt drei Inventarisierungslösungen näher betrachtet, wobei es neben deren Funktionsumfang auch die Ergonomie berücksichtigt hat. Alle vorgestellten Lösungen basieren zwar auf Linux-Servern, sind jedoch selbstverständlich auch in heterogenen Umgebungen einsetzbar.

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