Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2016

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Im Kurztest: Webminstats 2.14, HTTPie 0.9.6, Cpuid 20160814, Bmon 3.9, Oh-My-Zsh, September 2016, DB Browser for SQlite 3.9.0

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Webminstats 2.14

Monitoring in Webmin

Quelle: http://webminstats.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Cacti, Munin

Webmin bietet eine Webschnittstelle zum Verwalten von Serverdiensten, Firewallregeln und mehr. Wer nach einer Erweiterung zum Analysieren und Auswerten sucht, sollte sich Webminstats anschauen. Die Perl-Skripte fragen in regelmäßigen Intervallen Systemparameter ab (»/etc/cron.d/sysstats« ), speichern diese und bereiten sie grafisch auf. Für Letzteres greift Webminstats auf Rrdtool zurück.

Die Zugangskontrolle regelt Webmin; gegebenenfalls müssen Anwender das Modul Webminstats dort erst autorisieren, bevor sie es aufrufen. Dazu hängen sie im Browser an die Webmin-Adresse den Zusatz »sysstats« an, etwa »https://localhost:10000/sysstats« .

Über 30 Module stehen zur Verfügung, darunter solche, welche die CPU-Last, den Netzwerkverkehr, Statistiken zur Firewall und zur Temperatur erfassen. Andere Komponenten beobachten Dienste wie SNMP, MySQL, DNS, Fail2ban, Amavis oder NTP. Admins können für jedes Modul ein eigenes Aktualisierungsintervall bestimmen.

Die Weboberfläche basiert auf HTML 4 und wirkt auf den ersten Blick etwas altbacken. Der Übersichtlichkeit tut dies jedoch keinen Abbruch.

Webminstats ist eine praktische Erweiterung für Webmin. Die Bedienung ist intuitiv – dennoch täte der Oberfläche ein frischer Wind mit aktuellen Webtechniken gut.

HTTPie 0.9.6

HTTP-Kommandozeilenclient

Quelle: https://httpie.org

Lizenz: BSD

Alternativen: Curl, Wget

Benutzerfreundliche Curl-Alternative – so werben die HTTPie-Entwickler für ihr Python-Tool. Es will das Debuggen und die Interaktion mit Webservern auf der Shell erleichtern und bietet dazu eine eingängige Syntax sowie gut formatierten und farbigen Output. Nach der Installation finden Benutzer das Programm unter »/usr/local/bin/http« und rufen es zusammen mit einer URL auf.

Eine Konfigurationsdatei gibt es nicht; Aufrufparameter bestimmen das Verhalten. So kümmert sich »--pretty« um das Ausgabeformat; »--headers« oder »--body« legen fest, welchen Teil der Website HTTPie ausgibt. Optional schreibt das Tool die Ausgabe in eine Datei (»--output Datei« ) und »--download« lädt Dateien von einem Server herunter. Ist dazu eine Authentifizierung erforderlich, geben Benutzer die Zugangsdaten hinter »--auth« an. HTTPie arbeitet auch mit Proxyservern zusammen (»--proxy=IP« ) und unterstützt SSL.

Anwender definieren hinter der URL wahlweise Json- oder Form-Requests. Auf diese Weise kann HTTPie auch Formularfelder ausfüllen, etwa für eine Google-Suchanfrage oder Ähnliches.

HTTPie ist benutzerfreundlich und punktet mit einer guten Dokumentation. Das Tool macht nicht nur auf der Shell, sondern auch in eigenen Skripten eine gute Figur.

Cpuid 20160814

Informationen zum Prozessor abfragen

Quelle: http://etallen.com/cpuid.html

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Lshw, Lscpu

Cpuid schaut dezent unter die Rechnerhaube und verrät allerhand über den Prozessor. Das Kommandozeilentool liest unter anderem die ID aus und berichtet, welche Funktionen und Befehle die CPU unterstützt. Die erfassten Daten schreibt es anschließend formatiert auf die Standardausgabe.

Darüber hinaus gibt das Tool Auskunft, ob die CPU Virtualisierung oder Speed-Stepping unterstützt und ob die Features aktiviert sind. Auch verfügbare Caches und Monitoring-Einstellungen zeigt Cpuid an. Lediglich beim Einsatz von »-k« , was auf die Kernelmodule zurückgreift, sind Administratorrechte erforderlich. Wer die Daten weiterverarbeiten möchte, kann sie mit »-r« im Rohformat ausgeben und in eine Datei umlenken.

Die aktuelle Version enthält ein Perl-Skript, das die Prozessordaten aus dem Verzeichnis »/proc« ausliest. Cpuid kann Daten mit »-f« auch wieder einlesen. Die Perl-Version sollte nicht älter als 5.12 sein, da sonst einige Module fehlen. Die neueste Variante erkennt Prozessoren mit Skylake- und Broadwell-Chipsatz besser und unterstützt auch neuere Atom- und Xeon-Prozessoren.

Cpuid erlaubt einen detaillierten Blick auf den Prozessor, verrät Nützliches und Praktisches über die eigene Hardware und bringt eine ausführliche Manpage mit. Die Cpuid-Entwickler verbessern das Tool stetig und veröffentlichen regelmäßig neue Ausgaben.

Bmon 3.9

Netzwerkdurchsatz im Auge behalten

Quelle: https://github.com/tgraf/bmon

Lizenz: BSD und MIT

Alternativen: Iftop, Iptraf

Zahlreiche Linux-Tools überwachen die Bandbreite. Ein äußerst schlanker und performanter Vertreter dieser Gattung heißt Bmon (Bandwidth Monitor). Das C-Programm erfasst alle statistischen Daten zu den angegebenen Schnittstellen und zeigt diese in einer übersichtlichen Ncurses-Oberfläche an. In der Voreinstellung setzt Bmon auf das Netlink-Protokoll; alternativ bezieht es seine Daten aus dem »/proc« -Verzeichnis.

Die Darstellung passen Anwender interaktiv an und blenden per Tastendruck beispielsweise Durchsatzgraphen ein oder aus. Ein Druck auf [?] zeigt eine Onlinehilfe an. Alternativ schickt »--output ascii« eine fortlaufende Textausgabe ins Terminal. Zum Weiterverarbeiten mit externen Tools erzeugt »--output format« eine formatierte Textausgabe und beschränkt sich dabei auf die essenziellen Informationen.

Die Konfiguration erfolgt wahlweise über Kommandozeilen-Parameter oder eine Einrichtungsdatei (»/etc/bmon.conf« oder »~/.bmonrc« ). Ein Beispiel liegt dem Quellarchiv bei. Benutzer definieren hier die zu überwachenden Schnittstellen und die Maßeinheiten. In der Voreinstellung zeigt Bmon Bytes an, wechselt aber auf Wunsch zu Bits. Auch das Anpassen der Abfrage-Intervalle und das Aktualisieren der Anzeige ist mittels »-r« respektive »-R« möglich.

Bmon ist ein praktischer kleiner Helfer zum Beobachten des Datendurchsatzes auf Netzwerkschnittstellen. In der aktuellen Version unterstützt das Tool endlich IPv6. Abzüge gibt es wegen der recht dünnen Dokumentation – ein paar Beispiele wären schön.

Oh-My-Zsh, September 2016

Z-Shell konfigurieren

Quelle: http://ohmyz.sh

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Viele Software-Entwickler und Admins arbeiten auf der Z-Shell. Sie sehen die ZSH als eine Erweiterung der Bourne-Shell, die alle guten Eigenschaften der Bash, KSH und TCSH vereint. Doch so mächtig der Kommandozeilen-Interpreter auch ist, so unbequem kann die Einrichtung verlaufen. Das Framework Oh-My-Zsh assistiert Anwendern dabei – laut Projektseite unter Linux und OS  X. Die Macher empfehlen Git sowie Curl oder Wget; danach ist die Installation in einem flotten Einzeiler erledigt. Alternativ setzen Benutzer das auf Github veröffentlichte Skript »install.sh« ein.

Alle Einrichtungsdateien befinden sich im Verzeichnis »~/.oh-my-zsh« . Es trägt das Skript direkt in die ZSH-Konfiguration »~/.zshrc« ein. Außerdem definiert es die Variable »ZSH_THEME« und aktiviert darüber das Standard-Theme. Oh-My-Zsh stellt über 130 unterschiedliche Looks bereit – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Über 200 Plugins erweitern den Funktionsumfang der Shell. In der Voreinstellung ist nach der Installation nur das Git-Plugin aktiv. Erweiterungen hängen Benutzer einfach an das Statement »plugins« in der »~/.zshrc« -Datei an. Neben nützlichen Add-ons für den Paketverwalter von Arch Linux oder zum Steuern von Docker-Containern gibt es auch Unterhaltsames, etwa ein Plugin mit Chuck-Norris-Zitaten.

Oh-My-Zsh ist ein echter Gewinn für Z-Shell-Nutzer. Das Framework bietet zahlreiche Plugins und Themes für jeden Anwendungsbereich. Eine aktive Community sorgt außerdem für eine stetige Weiterentwicklung und ein gut dokumentiertes Wiki.

Mit dem Qt-Programm DB Browser for SQlite können Anwender SQlite-Datenbanken erzeugen, bearbeiten und analysieren. Laut Projektseite richtet es sich an Entwickler und Endbenutzer gleichermaßen und will Dinge so weit wie möglich vereinfachen. Neben Paketen für diverse Linux-Distributionen stehen Ausgaben für Windows und OS  X bereit.

DB Browser for SQlite 3.9.0

SQlite-Datenbanken administrieren

Quelle: http://sqlitebrowser.org

Lizenz: GPLv3

Alternativen: SQlite

Nach dem Öffnen einer Datenbankdatei zeigt der Reiter »Datenstruktur« eine Auflistung aller Objekte, etwa Indizes, Tabellen oder Views. Der Browser wählt eine übersichtliche Baumdarstellung. Zu jedem Objekt können Nutzer den zugrunde liegenden SQL-Code betrachten. Den Inhalt der Tabellen und Views erreichen Anwender dann über »Daten durchsuchen« . Filter beschränken die Ausgabe auf bestimmte Werte. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Datenbank mit eigenen Abfragen auszuwerten. Dazu tippen Nutzer ihre Befehle unter »SQL ausführen« ein.

Hier ist auch der richtige Ort, um neue Objekte via SQL-Statement anzulegen. Wer dabei Unterstützung benötigt, findet im Dropdown-Menü »Bearbeiten« Buttons zum Erstellen und Modifizieren von Tabellen. Mit nur einem Klick werden Spalten zum Primärschlüssel. Auch Indizes entstehen bequem per Mausklick. Funktionen zum Erzeugen von Triggern oder Views fehlen – hier müssen Nutzer die Statements von Hand eingeben. Das Programm speichert im SQlite-Format und exportiert nach CSV oder SQL.

Für SQL-Neulinge ist dieses Qt-Programm eine Arbeitserleichterung. Leider sind noch nicht alle Funktionen umgesetzt, sodass Vorkenntnisse erforderlich sind.

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