Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2016
© nopporn suntornpasert, 123RF

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Mobile Apps mit Qt Creator

App gemacht

Warum in die Ferne schweifen? Linux-Magazin-Autor Ekke Gentz hat seine plattformübergreifende Qtcon-App mit dem altgedienten Qt Creator programmiert. Was er dazu brauchte, beschreibt er in diesem Artikel.

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Qt gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren. In dieser Zeit entstanden für Entwickler gleich mehrere Wege, um grafische Oberflächen zu entwickeln. Konkret lassen sich Qt Widgets [1], Qt Quick [2] und Qt Quick Controls 2 [3] nennen. Qt-Einsteiger, die mobile, plattformübergreifende Apps bauen möchten, verwirrt diese Vielfalt womöglich, zumal alle Technologien weiterhin im Einsatz sind.

Die Vielfalt ist schnell erklärt: Qt läuft auf unterschiedlichen Plattformen: Desktop, Embedded und Mobil. Für Desktop-Anwendungen (OS X, Windows, Linux) greift der Entwickler eher zu Qt Widgets, das native Kontrollelemente für Benutzerschnittstellen anbietet. Qt Quick will dagegen die UI-Steuerelemente besser abstrahieren, mit ihm setzen Entwickler Qt plattformübergreifend ein. Es basiert auf einer Open-GL-Implementierung, doch sehen mobile Apps mit Qt Quick weder sehr nativ aus, noch sind sie besonders performant.

Das hat Qt 5.7 geändert. Seit dieser Version gibt es die leichtgewichtigen Qt Quick Controls 2. Der Name täuscht ein wenig, denn die Qt Quick Controls 2 sind kein Neuaufguss von Qt Quick, sondern eine komplette Neuentwicklung.

Mobile Kontrollelemente

Die bringt nicht nur viele zusätzliche Steuerelemente mit, sondern auch neue Container, die das Entwickeln vereinfachen. Navigationselemente, heute Standard in mobilen Anwendungen, sind ebenfalls mit an Bord. Tabelle 1 zeigt eine Übersicht der Elemente, die Qt Quick Controls 2 Entwicklern bietet.

Tabelle 1

Qt Quick Controls 2

Container

ApplicationWindow (Top Level Control)

ButtonGroup

Container (ähnlich zum Cascades-Container)

Frame

GroupBox

Page (eine Fläche (Seite), die zusätzlich Header und Footer hat)

Pane (für gewählte Styles/Themes optimierte Fläche mit korrektem Hintergrund)

Navigation

Drawer

StackView

SwipeView

TabBar

ToolBar

Popup

Menu

Popup (Toasts, Dialoge)

ToolTip

Buttons

Button

CheckBox

RadioButton

Switch

TabButton

ToolButton

Sonstige

BusyIndicator

ComboBox

Dial

Label

PageIndicator

ProgressBar

RangeSlider

ScrollBar

Slider

SpinBox

TextArea

TextField

Tumbler

Die Steuerelemente gibt es derzeit in drei Stilrichtungen: Google Material, Windows Universal und Default – ein spezieller I-OS-Stil soll folgen. Ein dunkles und helles Theme kennt Qt ebenfalls.

Erzeuger

Wer mehr als zehn Jahre ausschließlich mit Eclipse gearbeitet hat, dem fällt der Umstieg auf Qt Creator [4] nicht unbedingt leicht. Doch die Software eignet sich gut, um mobile Apps zu bauen. Sie hilft dabei, mit C++ die Businesslogik zu programmieren und mit QML die Oberfläche zu gestalten, unterstützt aber auch den Deployment-Prozess auf Plattformen wie Android, I-OS und Windows 10. Entwickler testen aus dem Qt Creator heraus mobile Apps auf Simulatoren oder echten Geräten und bauen Releases für die App Stores.

Qt Creator unterstützt den kompletten Android-Buildprozess mit Support für einen Android Manifest Editor (Abbildung 1), Signaturen und Icons. Der funktioniert also auch ohne Android Studio, jedoch muss der Entwickler im Vorfeld ein SDK und das NDK installieren.

Abbildung 1: Der Android Manifest Editor im Qt Creator.

Ein Xcode-Projekt für I-OS erzeugt er, indem er »Project | Archive« aufruft, um die App dann in den Store zu laden. Wer Xcode nutzen möchte, braucht aber einen Apple-Rechner. Der Weg in den Windows App Store führt indes über Visual Studio Project.

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