Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2016
© THITINAI PERMSAWAT, 123RF

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Apps entwickeln mit Apache Cordova

App-Fabrik

Mit dem Framework Cordova rollen Entwickler elegant und schnell eine App für bis zu acht verschiedene Betriebssysteme vom Fließband. Voraussetzung seien lediglich Kenntnisse in HTML, CSS und Javascript, verspricht zumindest die Apache Foundation.

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Anfang 2009 stellte das kleine Unternehmen Nitobi eine Software namens Phonegap vor. Mit ihr konnten Webentwickler in HTML, CSS und Javascript komplette Apps entwickeln, die gleichzeitig auf iPhones, Androiden und Blackberrys liefen. Nur zweieinhalb Jahre später übernahm Adobe mit Nitobi auch Phonegap. Den Quellcode übergab Adobe an die Apache Foundation, die entwickelt das Framework mittlerweile unter dem Namen Cordova weiter [1].

Oh, ihr schönen Cordobas

Cordova ist eine Kleinstadt, idyllisch am Golf von Alaska gelegen. Einen weiteren Ort dieses Namens findet der Erdkundige mitten in Alabama. Cordova heißt zudem ein Vorort von Memphis, Tennessee. Wesentlich bekannter dürfte jedoch die spanische Stadt Córdoba in Andalusien sein. Sie ist gleichzeitig auch die Hauptstadt der spanischen Provinz Córdoba. Englischsprachige schreiben Córdoba mitunter auch als Cordova.

An der grundlegenden Arbeitsweise des Framework änderte auch die Übernahme nichts: Mit Cordova programmiert der Entwickler eine komplette App in HTML, CSS und Javascript. Diese läuft dann unter I-OS, Android, Blackberry 10, Windows, Firefox OS, Web OS, Ubuntu Touch und sogar als normale Webanwendung im Browser. Cordova unterstützt auch Amazons Fire OS, diese Möglichkeit gilt jedoch als veraltet (deprecated).

Praxiserprobt

Cordovas Quellcode steht unter der Apache License 2.0, die Anwendung hob bereits zahlreiche Apps aus der Taufe. Dazu zählen beispielsweise die Fitness-App Sworkit [2] und die Babyüberwachungs-Software Clever Baby [3]. Darüber hinaus fußen viele andere Entwicklertools auf Cordova. Nicht nur Ionic [4] spannt das Framework ein, es steckt auch hinter der Entwicklungsumgebung Phonegap von Adobe [5]. Das Unternehmen nutzt den ursprünglichen Namen des Projekts weiterhin.

Werkzeugkoffer

Cordova benötigt für seine Arbeit zunächst die SDKs der gewünschten Zielplattformen. Wer etwa seine App auf Android-Geräten anbieten möchte, muss neben einem Java Development Kit auch das Android Studio oder das Android SDK (alias Android Command Line Tools) einspielen [6]. Im Fall von Android sind zudem noch einige Umgebungsvariablen zu setzen: »JAVA_HOME« muss zur JDK-Installation führen, »ANDROID_HOME« zum Verzeichnis mit dem Android-SDK und »PATH« sollte die Unterverzeichnisse »tools« und »platform-tools« aus dem Android-SDK beinhalten (mehr dazu im Schwerpunkt-Artikel "Hürdenlauf").

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