Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2016
© microgen, 123RF

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Android Studio 2.1 einrichten

Hürdenlauf

Eine lästige Barriere für frisch entschlossene Android-Programmierer, die Linux als Basis verwenden möchten, errichtet die Installation von Googles Android-Entwicklungsumgebung Android Studio. Der Artikel dröselt das vielteilige Prozedere am Beispiel von Debian 8.2 und Android Studio 2.1 auf.

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Es klingt simpel: Android Studio [1] installieren, starten – und die erste App schreiben. In der Realität bringen Entwickler aber oft Stunden damit zu, Googles IDE mit dem eigenen Android-Smartphone oder -Tablet zu verkuppeln. Der Workshop soll dabei helfen, die Qual zu lindern. Als Grundlage dient ihm ein Debian 8.2 [2] mit allen Patches von Ende August 2016. Die grundlegenden Schritte dürften sich auf anderen Distributionen ähneln, können sich im Detail aber unterscheiden, was Paketnamen und Fehlermeldungen angeht.

Vorbereitung ist alles

Auf dem Smartphone versteckt Android einen Entwicklermodus, der Optionen für Programmierer anbietet. Die müssen den Modus allerdings explizit aktivieren. Ab Android 5.0 gilt es, die »Einstellungen« zu öffnen und die Option »Über das Telefon« zu wählen. Dort tippt der Entwickler dann den Eintrag »Build-Nummer« mehrfach an, bis Android den Entwicklermodus freischaltet.

Unter »Einstellungen« wartet der neue Eintrag »Entwickleroptionen« , über den der Programmierer den Punkt »USB-Debugging« aktiviert, über den Android Studio später Kontakt mit dem Telefon aufnimmt. Auf dem getesteten Galaxy S6 mit Android 6.0 fand sich die »Buildnummer« unter »Einstellungen | Geräteinformationen | Softwareinfo« . Mehrfaches Tippen schaltet auch hier die »Entwickleroptionen« frei.

Bevor er aber sein Smartphone per USB-Kabel mit dem Linux-Host verknüpft, sollte der Entwickler zunächst Android Studio einrichten.

Reif für die Insel

Debian installiert das freie Java 1.7.0 vor, das im Paket »openjdk-7-jdk« steckt. Android Studio empfiehlt jedoch Oracles Java in Version 8. Wer dem Hinweis folgen möchte, muss ein paar Extraschritte gehen, die das Debian-Wiki [3] auflistet.

Zunächst gilt es, in der »/etc/apt/sources.list« eine Zeile zu ergänzen, die eine zusätzliche Installationsquelle anzapft:

deb http://httpredir.debian.org/debian/  jessie main contrib

Damit Debian die neue Paketquelle auch einliest, aktualisiert der Entwickler die Liste, um dann Java zu installieren:

apt-get update && apt-get install  java-package

Wer jetzt glaubt, er hole sich Java 8 auf den Rechner, der irrt. Das Paket hilft nur beim Bau eines installierbaren Java-8-Pakets – und das braucht als weitere Zutat noch Java 8 von Oracle, das

wget http://download.oracle.com/otn-pub/ja va/jdk/8u102-b14/jdk-8u102-linux-x64.tar.gz

aus dem Internet holt. Die URL ändert sich dank neuer Java-Versionen regelmäßig. Der Entwickler packt das Tar.gz-Archiv nicht aus, es genügt, auf der Kommandozeile ins Verzeichnis zu wechseln, in dem es beim Download landet. Dort baut ihm ein beherztes

make-jpkg jdk-8u102-linux-x64.tar.gz

das gewünschte Debian-Paket (mit der Endung ».deb« ), das er im nächsten Schritt installiert:

dpkg -i oracle-java8-jdk_8u102_amd64.deb

Debian beeindruckt das wenig, es vertraut weiterhin auf Java 7. Also gilt es, Java 8 zum Standard zu machen. Ein »update-alternatives --config java« zeigt alle zur Wahl stehenden Java-Versionen, der Entwickler wählt Version 8 aus.

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