Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 09/2016
© Sergiy Serdyuk, 123RF

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Eclipse Neon

Das zehnte Element

Anwender der in Java geschriebenen Entwicklungsumgebung Eclipse dürfen in jedem Juni auf eine neue Version hoffen, die einen astronomisch inspirierten Namen trägt – dank der Version 4.6 ist das auch im Jahr 2016 nicht anders. Der zugehörige Artikel beantwortet auch die Frage, was Neon mit Trabanten verbindet.

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Nachdem Eclipse 4.5 den Codenamen Mars trug und so, anders als die Vorgänger, nicht mehr nach einem Mond hieß, nennt sich Version 4.6 nach dem Edelgas Neon. Das kommt interessanterweise häufig auf Monden vor, ist auf der Erde aber eher von grellen Leuchtröhren bekannt. Zahlenfixierte könnten bemängeln, dass Neon die chemische Ordnungszahl 10 trägt, während es sich bei der aktuellen Release ([1], [2]) um die elfte Eclipse-Iteration handelt.

Da Eclipse nicht nur eine IDE, sondern auch eine Plattform für weitere Projekte ist, etwa für das IoT-Projekt Paho [3], profitieren auch andere von den Neuerungen ([4], [5]) der aktuellen Ausgabe, die der Artikel im Detail vorstellt.

Mehr Code, mehr Arbeit

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der an der Release beteiligten Eclipse-Unterprojekte um fünf auf 84 [6] erhöht, zugleich ist die Codebasis auf 69 Millionen Zeilen angewachsen. Das bedeutet nicht nur, dass die Entwickler sehr fleißig waren. Der viele Code erhöht auch den Aufwand für das Testen und Koordinieren. Genau dabei will die Eclipse-Stiftung [7] helfen, die neben den Finanzen und Lizenzen auch die Infrastruktur für solche Großprojekte bereitstellt.

Als gutes Zeichen für eine funktionierende Open-Source-Community lässt sich bewerten, dass die Arbeit an Eclipse auf vielen Schultern ruht: Die Mehrzahl der an der Release beteiligten Entwickler steht nicht auf der Gehaltsliste der Stiftung. Deren Flaggschiff bleibt aber, trotz der zahlreichen Projekte in Bereichen wie Modellierung, IoT oder Cloud, die Eclipse IDE (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Eclipse-IDE ist das Flaggschiff der Eclipse Foundation und stark erweiterbar.

Plattform

Eclipse Neon gibt es als 32- und 64-Bit-Varianten für Windows 10, Linux, OS X 10.11, aber auch für AIX oder Solaris. Diese Varianten bietet die Eclipse-Stiftung jedoch nicht direkt zur Installation an. Vielmehr paketiert sie Eclipse für die Programmiersprachen C/C++, Java, Java EE und neuerdings auch für Javascript [8] sowie für PHP.

Wer Eclipse um zusätzliche Funktionen erweitern möchte, rüstet diese meist später über Plugins nach. Dank der Abwärtskompatibilität des Eclipse SDK 4.6 laufen mehrheitlich auch die Erweiterungen der Vorgängerversion. Als Mindestvoraussetzung brauchen alle Varianten eine separate Java-SE-8-VM. Über die Einstellungen kompilieren Entwickler auch ältere Java-Versionen.

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