Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 07/2016
© natulrich, 123RF

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Datenbank per Mausklick: DBaaS mit Open Stack

Lagerservice

Praktisch jede moderne Webanwendung braucht eine Datenbank, doch das Setup von MySQL & Co. ist kompliziert. DBaaS verlagert den Dienst in die Cloud und verspricht Datenbanken per Mausklick.

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Die Installation einer Datenbank wie MySQL, PostgreSQL oder auch Mongo DB ist dank Paketverwaltung schnell erledigt, doch das ist nicht einmal die halbe Miete. Denn eine funktionierende Datenbank braucht User-Accounts und diverse Konfigurationsschritte, damit sie besser performt oder besser gegen Angriffe geschützt ist. Diese zusätzlichen Einrichtungsarbeiten machen das Datenbank-Setup zu einer mühseligen und zeitintensiven Aufgabe.

Für die Cloud ungeeignet?

Was in konventionellen Umgebungen nur lästig ist, das wird in Clouds zu einem handfesten Problem. Denn Clouds erweitern die klassische Virtualisierung um den Faktor Automatisierung: Während in hergebrachten Setups der Admin also eine virtuelle Maschine händisch installiert, wollen Cloudanwender eine ganze virtuelle Umgebung aus einem Template generieren. Händisches Eingreifen ist dabei grundsätzlich nicht vorgesehen. Deshalb muss sich zum Schluss automatisch eine fertige Datenbank ergeben.

Mehr noch: Eigentlich soll der Kunde mit dem Setup der Datenbank gar nicht mehr behelligt werden. Stattdessen soll sie als Dienst innerhalb der Cloud per Mausklick verfügbar sein. Was dann im Hintergrund passiert, ob also etwa eine virtuelle Maschine startet und darin MySQL installiert und konfiguriert wird, das ist dem Cloudanwender letztlich egal. Er nutzt allein den Speicherdienst.

DBaaS gewinnt

Solche Produkte gibt es bereits, etwa bei Amazon. Das Konzept hat einen Namen: "Database as a Service" (DBaaS). Es soll den Cloudkunden die Nutzung einer Datenbank so einfach wie möglich machen. Amazon hat in seiner Wolke DBaaS als Funktion bereits seit Jahren, auch Cloudlösungen wie Open Stack kennen mittlerweile entsprechende Features.

Im Gegensatz zur Lösung von Amazon lässt sich anhand von Open Stack aber auch erklären, wie eine DBaaS-Lösung für Clouds unter der Haube aussieht und welche Ziele dem Design zugrunde liegen. Der folgende Artikel stellt die DBaaS-Lösung von Open Stack – Trove – vor und geht auf deren wichtigste Funktionen ein.

Trove [1] existiert bereits seit mehreren Jahren. Anfänglich hatte der Dienst es nicht leicht und seine Entwickler brauchten mehrere Anläufe, um Trove zum offiziellen Teil des Open-Stack-Programmpakets zu machen. Das erklärte Ziel von Trove ist es, den kompletten technischen Unterbau einer Datenbank vor den Augen des Nutzers zu verstecken. Der Kunde fordert bloß noch eine Datenbank an – etwa MySQL – und erhält im nächsten Schritt deren Zugangsdaten. Wie die Datenbank im Hintergrund realisiert ist, bleibt ihm verborgen.

Damit der Kunde den Datensilo effektiv nutzen kann, gibt er ihm Konfigurationsparameter mit auf den Weg – etwa eine Liste der Benutzerzugänge, die in ihm nach dem Start automatisch verfügbar sein sollen. Analog zu virtuellen Maschinen ist die Datenbank ein eigener Servicetyp, für den innerhalb des Open-Stack-GUI auch ein eigenes Menü zur Verfügung steht. Damit all das funktioniert wie gewünscht, müssen im Hintergrund allerdings viele Komponenten zusammenarbeiten.

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