Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2016

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Im Kurztest: Htop 2.0.1, Metastore 1.1.0, F-Gallery 1.8.1, Universal Code Grep 0.2.1, Hping 3.0.0, Nitroshare 0.3.1

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Htop 2.0.1

Übersichtlicher Prozessmanager

Quelle: http://hisham.hm/htop

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Top, Ps

Viele Admins greifen zu Top, um die Auslastung ihrer Rechner zu kontrollieren. Der Klassiker präsentiert eine dynamische Ansicht der auf dem System laufenden Prozesse und der benötigten Ressourcen. Htop, das Anfang Februar einen großen Versionsschritt von 1.0.3 auf 2.0.0 machte und inzwischen die erste Bugfix-Release 2.0.1 veröffentlichte, erweist sich als gute Alternative. Die Ncurses-Oberfläche erlaubt nicht nur horizontales und vertikales Scrollen, sondern auch das Manipulieren von Prozessen über die Funktionstasten.

Die Entwickler spendierten dem Tool ein paar weitere interessante neue Features. Htop ist jetzt plattformunabhängig und damit nicht nur für Linux, sondern auch für Free BSD, Open BSD und OS  X erhältlich. Außerdem setzt das Werkzeug auf Ncurses 6, was das Scrollen mit dem Mausrad ermöglicht. Die Installation aus den Quellen gelingt auch auf Systemen, welche die ältere Ncurses-Version 5 enthalten – die Mausrad-Unterstützung entfällt dann jedoch.

★★★★★

Mit der neuen Release, die über vier Jahre auf sich warten ließ, ist den Htop-Entwicklern ein großer Wurf gelungen, der nicht nur die Systemverwalter von Linux-Rechnern, sondern endlich auch BSD- und OS-X-Anwender überzeugen dürfte.

Metastore 1.1.0

Metadaten von Dateien speichern

Quelle: https://github.com/przemoc/metastore

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Da die Versionsverwaltung Git nicht alle Metadaten von Dateien, Verzeichnissen und Links erfasst, schrieben findige Entwickler ein Tool, das diese Aufgaben übernimmt: Metastore hinterlegt die Angaben in separaten Dateien. Benutzer rufen das Tool dazu mit dem Parameter »-s« auf und übergeben den Pfad zur Quelle. Das Ergebnis landet im File ».metadata« im aktuellen Ordner.

In der Voreinstellung beschränkt sich Metastore auf Angaben zum Eigentümer, zur Gruppe, zu den Zugriffsrechten und den erweiterten Attributen (»xattr« ). Wer auch den Zeitpunkt der letzten Änderung erfassen möchte, übergibt zusätzlich »-m« . Über den Parameter »-c« vergleicht Metastore die hinterlegten Informationen mit dem aktuellen Zustand der Daten und notiert auf der Standardausgabe eventuelle Änderungen. Mit »-a« setzen Anwender die Metadaten wieder zurück. Möchten sie dabei auch bereits entfernte, leere Verzeichnisse berücksichtigen, greifen sie zusätzlich zu »-e« .

★★★★

Metastore macht nicht nur in Git-Repositories eine gute Figur, sondern auch als rudimentärer Schutz vor Eindringlingen sowie in Archiven, wo das Tool sicherstellen kann, dass alle Metadaten nach dem Entpacken auf dem Zielsystem übereinstimmen.

F-Gallery 1.8.1

Einfache Webgalerien erzeugen

Quelle: https://www.thregr.org/~wavexx/software/fgallery

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Booh, AGG

Wer seine Urlaubsbilder fernab von Facebook, Flickr & Co. im Netz vorzeigen möchte und eigenen Webspace hat, greift am besten zu einem Fotoalbum-Generator. Viele Lösungen setzen auf dynamische Inhalte und benötigen daher ein Datenbank-Backend. Ressourcen-schonender arbeitet F-Gallery: Image Magick, das Perl-Modul »JSON:PP« und Exiftran – mehr braucht es nicht, um eine Ausstellung zu eröffnen.

Das Perl-Skript kümmert sich nicht nur um die korrekte Ausrichtung der Bilder, sondern ordnet diese auch chronologisch und nach Zeitstempel sortiert an. Auch das Skalieren der Thumbnails übernimmt F-Gallery. Deren Bildqualität (Voreinstellung: 90  Prozent) beeinflusst der Parameter »--quality« . Sofern viele Portraits in der Sammlung sind, kann »-f« den Zuschnitt der Vorschaubilder optimieren. Optional ist über »-j« das Parallelisieren beim Verarbeiten der Schnappschüsse möglich. Das Ergebnis ist eine statische Galerie, die ein paar Javascript-Elemente zum Navigieren enthält.

★★★★★

F-Gallery arbeitet flott, die Bedienung ist intuitiv und das Ergebnis in Ordnung. Anwender, die ein anspruchsvolleres Design, eine komplexere Vorschau oder das Einbetten von Videos wünschen, sollten sich allerdings nach einer Alternative umschauen.

Universal Code Grep 0.2.1

Flottes Grep für langen Quellcode

Quelle: https://gvansickle.github.io/ucg

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Grep, Ack

Große Mengen Quellcode nach Schlüsselwörtern oder regulären Ausdrücken durchforsten, das kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Das Tool Universal Code Grep (UCG) tritt dafür an, die Wartezeit zu verkürzen. Die Entwickler implementierten das Programm in der Sprache C++11 und machten sich deren Unterstützung paralleler Abläufe zunutze. UCG greift für reguläre Ausdrücke außerdem auf die PCRE-Bibliotheken und deren Just-in-Time-Kompilierung zurück, was ebenfalls für einen Performancegewinn sorgen soll.

Für eine einfache Suche reicht es aus, »ucg« mit einem Suchmuster und dem Zielverzeichnis respektive einzelnen Dateien zu füttern. In der Voreinstellung berücksichtigt das Tool die Groß- und Kleinschreibung, was »--ignore-case« aushebelt. Soll es Ziffern in einem Suchmuster nicht numerisch interpretieren, hilft »--literal« weiter. »--word-regexp« sorgt dafür, dass ein regulärer Ausdruck nur ganze Wörter als Treffer akzeptiert, was die Ergebnismenge eingrenzt.

In der Voreinstellung berücksichtigt UCG auch Dateien in Unterverzeichnissen, was Anwender mit »--no-recurse« unterbinden. Einzelne Ordner können sie über »--ignore-dir« ausnehmen. Um die erwähnten Parallelisierungs-Vorteile zu nutzen, benennt eine Zahl hinter »-j« die Anzahl der Prozesse, die Universal Code Grep zum Suchen startet.

★★★★★

Glaubt man den auf der Projektseite veröffentlichten Messungen, hält sich der Geschwindigkeitsvorsprung in Grenzen – auf dem Testsystem lag Grep sogar eine Nasenlänge vorn. Dennoch ist UCG wegen seiner interessanten Optionen einen Blick wert.

Hping 3.0.0

Netzwerkverkehr analysieren

Quelle: http://wiki.hping.org

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Nmap

Der Name lässt auf eine Verwandtschaft mit Ping schließen – der Funktionsumfang des Tools geht jedoch über das Versenden von ICMP-Paketen hinaus. Hping überträgt zusätzlich TCP, UDP sowie RAWIP, verfügt über einen Traceroute-Modus und eignet sich somit bestens, um Fehler in Netzwerken zu suchen und zu analysieren oder Sicherheitslücken aufzuspüren. Das Tool funktioniert unter Linux, auf diversen BSD-Varianten, unter Solaris, OS  X und Windows.

Nutzer steuern Hping auf der Shell. Zwischen dem Kommando »hping3« und dem Hostnamen des Zielsystems stehen Aufrufparameter. Wer die Gegenseite unter Last setzen möchte, erhöht mit »--fast« die Anzahl der Pakete pro Sekunde auf zehn; »--faster« verschickt sogar 100 Pakete pro Sekunde. Reicht das nicht aus, befeuert »--flood« das Ziel so schnell, wie es geht. Für jedes Protokoll ist es möglich, die gesendeten Pakete anzupassen. Neben Standardflags wie »SYN« , »ACK« oder »RST« können Anwender die TCP-Sequenznummer setzen oder die Größe des TCP-Fensters anpassen. Der Schalter »--scan« benötigt einen oder mehrere Ports; »--traceroute« schaltet in den Traceroute-Modus.

Die neue Version 3 ist kompatibel zur Vorgängerversion Hping2. Neu hinzugekommen ist der integrierte TCL-Interpreter. Anwender rufen »hping3« ohne weitere Angaben auf und landen in einer interaktiven Shell. Einfache Anwendungsbeispiele finden sich im Wiki.

★★★★★

Hping ist ein leistungsfähiges Analysetool, das in keinem Werkzeugkasten fehlen sollte. Die aktuelle Version 3 erweitert den Leistungsumfang um praktische Scripting-Funktionen.

Nitroshare 0.3.1

Dateien im LAN austauschen

Quelle: https://nitroshare.net

Lizenz: MIT

Alternativen: Transfer on LAN, Dukto

Wer die Einrichtung von Samba oder NFS im Heimnetzwerk scheut, greift nicht selten zu USB-Sticks oder Clouddiensten, um Daten zwischen mehreren Rechnern auszutauschen. Das funktioniert auch plattformübergreifend und erfordert keine langwierige Konfiguration von Serverdiensten.

Eine andere Option für diesen Zweck bietet Nitroshare. Die P2P-Lösung tauscht Daten im LAN aus, ist in C++ implementiert, setzt auf Qt und arbeitet nicht nur unter Linux, sondern auch unter Windows und OS  X. Die Installation geht auf allen Systemen schnell von der Hand. Nach dem Start nistet sich ein Nitroshare-Icon in der Symbolleiste der grafischen Oberfläche ein.

Über das Kontextmenü für die rechte Maustaste initiieren Benutzer den Datentransfer. Sie wählen die einzelnen Dateien oder ganze Verzeichnisse aus, und anschließend ermittelt das Programm andere aktive Nitroshare-Clients im lokalen Netz. Ein Dialog zeigt deren Namen und das verwendete Betriebssystem an. Nach dem Aussuchen des gewünschten Zielsystems wandern die Daten durchs Netz. Ein Statusfenster informiert über den Fortschritt. In der Voreinstellung landen die empfangenen Daten im Downloadverzeichnis der Benutzer.

Zwischen den Nitroshare-Clients findet keine gegenseitige Authentifizierung statt, auch die Kommunikation durchs Netz läuft unverschlüsselt ab. Nitroshare setzt dazu auf TCP. Die Broadcast-Suche nach Clients erfolgt auf Port 40816, die Übertragung dann auf 40818.

★★★★

Nitroshare sollte nur in vertrauenswürdigen Netzwerken zum Einsatz kommen; dann aber bietet das Tool eine komfortable Möglichkeit, Daten von A nach B zu schieben – unabhängig vom Betriebssystem.

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