Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 04/2016

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Im Kurztest: DK Tools 4.2.2, Midnight Commander 4.8.15, Datamash 1.1.0, F3 6.0, Sauvegarde 0.0.7, Wacko Wiki 5.4.3

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DK Tools 4.2.2

Umfassende Toolsammlung

Quelle: http://dktools.sourceforge.net

Lizenz: BSD

Alternativen: GNU Tools

Unter dem Namen "DK Tools and Libraries" sammelt der Entwickler Dirk Krause nützliche Helfer für die Linux-Shell. Das Paket enthält über 30 Werkzeuge, darunter Programme aus den Bereichen Grafik-Konvertierung, Software-Entwicklung, Datei-, Benutzer- und Verzeichnisverwaltung, Textverarbeitung, Datenbanken- und Druckermanagement.

Beim Konvertieren von Textdateien ins Latex- oder HTML-Format unterstützen »dk-t2l« respektive »dk-t2h« . »dk-pwgen« erzeugt komplexe Passwörter und »dk-eradisk« Zufallsinhalte zum Überschreiben eines Datenträgers. In der Sammlung sind auch Alternativen zu bekannten Shellprogrammen mit neuen Features enthalten. »dk-cat« normalisiert die Zeilenlänge der Ausgabe, »dk-pwd« zeigt nur den Namen des aktuellen Verzeichnisses ohne Pfad an.

Zu jedem Werkzeug gibt es eine umfangreiche Manpage. Weitere Informationen und eine Übersicht aller im Paket enthaltenen Helfer finden Benutzer auf der Projektwebseite. Hier gibt es neben einer umfassenden Beschreibung für jedes Tool auch etliche Anwendungsbeispiele.

★★★★★

Die DK Tools and Libraries enthalten viele praktische Werkzeuge für Shell-Arbeiter. Der Entwickler pflegt seine Sammlung vorbildlich und veröffentlicht regelmäßig neue Versionen.

Midnight Commander 4.8.15

Dateimanager für die Konsole

Quelle: https://www.midnight-commander.org

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Vifm, Last File Manager

Der Midnight Commander ist das Urgestein der Konsolen-Dateimanager. Das Ncurses-basierte Tool stammt aus der Feder von Miguel de Icaza, der den freien Klon des DOS-Programms Norton Commander 1994 entwickelte.

Der MC bietet eine Verwaltungsoberfläche im zweispaltigen Panel-Layout sowie Werkzeuge zum Betrachten und Bearbeiten von Dateien. Mcedit unterstützt umfangreiches Syntax Highlighting und bindet externe Helfer wie den Rechtschreibprüfer Ispell ein. Mcview zeigt nicht nur reine Textdateien an, sondern kommt auch mit Manpages und HTML-Dateien bestens zurecht. Für den Zugriff auf Remote-Verzeichnisse unterstützt der Midnight Commander bereits seit einiger Zeit CIFS und FTP.

Jede neue Version bietet zahlreiche Verbesserungen. Die aktuelle Ausgabe korrigiert einen Segfault beim Einsatz des SFTP-Protokolls. Neu sind ebenfalls das Upgrade auf Version 2.26 der Glibc und die Anzeige von bis zu neun Spalten, bisher beschränkte sich der MC auf zwei. Lua-Entwickler dürfen sich über verbessertes Mcedit-Highlighting freuen.

★★★★★

Der leistungsfähige Dateimanager für die Shell muss sich nicht hinter grafischen Kollegen verstecken. MC ist auf der Höhe der Zeit.

Datamash 1.1.0

Daten auswerten und verarbeiten

Quelle: http://www.gnu.org/software/datamash

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Sed, Awk

Um strukturierten Programm-Output auf der Shell auszuwerten oder weiterzuverarbeiten, schreiben viele Anwender eigene Skripte oder basteln Konstruktionen aus »sed« , »awk« und »cut« . Komfortabler und in einem Einzeiler gelingt diese Arbeit mit Datamash.

Das Tool liest die Daten über die Standardeingabe ein. Parameter sortieren den Input vor dem Verarbeiten, ordnen die Kopfzeilen neu an und definieren einen alternativen Feldbegrenzer (Standard ist der Tabulator). Auch Zeilen mit variabler Anzahl von Feldern können Datamash nicht aus dem Konzept bringen.

Anweisungen wie »groupby« oder »crosstab« bewirken, dass Datamash nur bestimmte Felder oder Spalten beackert. Das Tool kennt darüber hinaus über zehn numerische sowie mehr als 20 statistische Funktionen. Die umfangreiche Manpage und die gut dokumentierten Beispiele auf der Projektseite helfen bei den ersten Schritten.

★★★★

Datamash ist ein hilfreiches Werkzeug, um strukturierte Datenausgaben zu analysieren und auszuwerten. Die meisten Funktionen können Anwender auch mit clever kombinierten »sed« -, »awk« - und »cut« -Aufrufen erreichen – mit Datamash gelangen sie aber bequemer und schneller ans Ziel.

F3 6.0

Größe von Flashmedien testen

Quelle: http://oss.digirati.com.br/f3

Lizenz: GPLv3

Alternativen: keine

So mancher Benutzer kennt das Phänomen: Dem günstigen 128-GByte-USB-Stick geht bereits bei einem Füllstand von 64 GByte der Platz aus. Grund dafür ist ein Kniff der Hardwarehersteller, der dem Betriebssystem mehr Speicher vorgaukelt als vorhanden ist. Windows-Anwender testen neue Speichermedien mit dem bewährten Programm H2testw. Linuxer fühlen Flashmedien mit der F3-Testsuite auf den Zahn.

Sie enthält die Kommandozeilentools »f3read« , »f3write« , »f3fix« , »f3brew« und »f3probe« . »f3write« schreibt Zufallsdaten auf ein Flash-Medium, »f3read« liest diese wieder aus. Anwender rufen die beiden Werkzeuge zusammen mit dem Mountpunkt des USB-Speichers auf. Je nach Größe des Datenträgers sollten sie dazu einige Wartezeit einplanen. Stimmen am Ende die Datenmengen nicht überein, kann das ein Hinweis auf einen so genannten Fake Flash sein.

Wer die Lese- und Schreibzyklen nicht von Hand starten möchte, greift zu »f3brew« . Das Tool schreibt 1-GByte-Blöcke auf das Laufwerk, führt einen Reset durch und liest die Daten wieder aus. »f3probe« prüft die Blöcke eines Mediums und benötigt Rootrechte; Parameter regeln die Gründlichkeit und den Speicherbedarf. Mit »f3fix« steht schließlich ein Werkzeug bereit, das die Partitionstabelle von Flashmedien repariert. Es benötigt die Parted-Bibliotheken.

★★★★

F3 ermittelt die tatsächliche Größe von Flashspeichern und deckt Fake-Angaben auf. Die Tools »f3probe« , »f3brew« und »f3fix« sind noch als experimentell gekennzeichnet, bereiteten im Test aber keine Probleme.

Sauvegarde 0.0.7

Client-Server-Backuplösung

Quelle: https://github.com/dupgit/sauvegarde

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Urbackup, Bareos, Bacula

Sauvegarde ist ein noch junges Projekt. Die Backuplösung enthält die drei Tools »cdpfglserver« , »cdpfglclient« und »cdpfglrestore« . Ersteres ist die zentrale Serverkomponente, an die »cdpfglclient« seine Daten schickt, »cdpfglrestore« hilft beim Wiederherstellen. Der Server lauscht in der Voreinstellung an allen Schnittstellen auf Port 5468. Die eingehenden Daten landen in einer zweistufigen Verzeichnisstruktur unterhalb von »/var/tmp/cdpfgl/server« . Sauvegarde unterstützt Deduplikation.

Admins starten das Tool »cdpfglclient« auf den Systemen, die sie sichern wollen. In der Konfigurationsdatei bestimmen sie die Verzeichnisse, die der Client im Auge behalten soll. Es ist möglich, einzelne Dateien oder Dateimuster vom Backup auszuschließen. Der Client sichert die Daten, sobald er eine Änderung feststellt. Beim Transfer zum Server zerlegt er sie in 16-KByte-Blöcke und berechnet Prüfsummen zum Kontrollieren. Informationen zu den Backups landen unterhalb von »/var/tmp/cdpfgl« in einer SQlite-Datenbank.

Eine richtige Dokumentation gibt es derzeit nicht. Im Github-Repository finden sich nur eine Installationsanleitung und einige Konfigurationsdateien. Alle weiteren Informationen suchen Anwender sich selbst zusammen, das Kompilieren aus den Quellen ist aber schnell erledigt. Benutzer sollten dazu die Liste der Abhängigkeiten auf Github beachten.

★★★★★

Sauvegarde ist bereits jetzt eine zuverlässige Client-Server-Backuplösung. Aufgrund der dünnen Dokumentation dauert es aber, bis Nutzer zu einer sinnvollen Konfiguration gelangen.

Wacko Wiki 5.4.3

Ressourcen-schonendes Wiki

Quelle: http://wackowiki.sourceforge.net

Lizenz: BSD

Alternativen: Doku Wiki, Moin Moin

Etliche Wiki-Lösungen buhlen um die Gunst des Linux-Admin. Irgendwo zwischen den Platzhirschen wie Doku Wiki oder Media Wiki und den kleinen Alternativen Wiki on a Stick oder Lion Wiki siedelt sich Wacko Wiki an. Die recht flotte Engine bietet einen Wytiwyg-Editor, eine mehrsprachige Oberfläche, eine Zugriffsverwaltung, einen Daten-Upload, Mailbenachrichtigung und mehr. Wacko Wiki benötigt PHP und MySQL.

Hat der Admin das Archiv im Document-Root-Verzeichnis des Webservers entpackt, richtet er Wacko Wiki wahlweise mit einem Texteditor oder über das Webinterface ein. Letzteres ist nur dann ratsam, wenn der Server abgeschottet in einer lokalen Umgebung steht oder HTTPS unterstützt. Im Test gelang die Einrichtung des SMTP-Servers über das Webfrontend nicht. Der Mailversand ist erforderlich, um neue Nutzer automatisch zu registrieren. Gegebenenfalls richten Admins das Feature in der Datei »config.php« von Hand ein.

Das Arbeiten mit dem Editor ist komfortabel, eine Vorschaufunktion unterstützt Benutzer beim Verfassen ihrer Beiträge. Der Wiki-Verwalter gibt Anwendern unterschiedliche Rechte und schränkt den Zugriff auf einzelne Seiten bei Bedarf ein. Wacko Wiki behält Seiten im Auge und informiert per Mail über Änderungen. Das Erscheinungsbild des Wiki und die Sprache legen registrierte Benutzer in ihren eigenen Einstellungen fest.

★★★★★

Wacko Wiki ist eine kompakte, Ressourcen-schonende Wiki-Engine. Dank der Benutzerverwaltung eignet es sich auch für den semiprofessionellen Einsatz. Die Web-basierte Konfiguration hat Schwächen.

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