Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 04/2016
© keiphotostudio, 123RF

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Flashspeicher unter Linux optimal betreiben

Fein abgestimmt

Eigentlich soll mit Solid State Drives automatisch alles einfacher und schneller gehen. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch hier noch Optimierungspotenzial gäbe. Dieser Artikel zeigt, worauf beim Zusammenspiel von Linux und SSDs zu achten ist.

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Genauso wichtig wie die Hardware, also die Flashchips in der SSD, ist ihre Firmware. Denn auf die physischen Eigenschaften der EEPROM-Zellen sind spezielle Softwaremechanismen wie Wear Leveling und Garbage Collection abgestimmt, ohne die die Haltbarkeit und Performance der SSD im Laufe der Nutzungszeit sinken würde. Damit bildet die Firmware einen wichtigen Teil des Produkts, der auch weiterentwickelt wird. Folglich sind Updates ein Thema.

Firmware updaten

Linux-Anwender schauen da oft neidisch auf Windows, denn eine grafische Oberfläche, über die sich neue Firmwareversionen per Mausklick einspielen ließen, bekommen sie nicht. Intel und Samsung bieten zumindest für die Datacenter-SSDs Linux-Binaries, bei den Consumerprodukten müssen die Anwender eine ISO-Datei booten. Übrigens: Wer viele SSDs hinter einem Raid-Controller in Betrieb nehmen will, der sollte erst deren Firmwareversion prüfen. Sind sie erst Teil des Raid, funktioniert kein Update mehr.

Alignment

Zu Beginn der Verbreitung von SSDs war korrektes Alignment [1] bei den gängigen Werkzeugen für die Partitionierung noch nicht implementiert. Heute achten Kommandozeilen-Programme wie etwa »fdisk« , »gdisk« oder »parted« auf die korrekte Ausrichtung der Partitionen, dass also beispielsweise die erste Partition bei Sektor 2048 beginnt. Wie der Administrator eine neue Partition korrekt anlegt und mit »align-check« prüft, demonstriert das Beispiel in Listing 1.

Listing 1

Korrekt ausgerichtete Partition anlegen

01 $ sudo parted /dev/sdb mklabel gpt
02 $ sudo parted -a optimal -- /dev/sdb mkpart primary 0% 100%
03 $ sudo parted /dev/sdb align-check opt 1
04 1 aligned
05
06 $ sudo gdisk -l /dev/sdb
07 [...]
08 Number Start (sector) End (sector) Size Code Name
09  1 2048 390721535 186.3 GiB 8300 primary

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