Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2016
© Kristian Kissling

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Systemd-Konferenz in Berlin

Initialzündung

Mit rund 100 Teilnehmern startete im November in Berlin die erste Konferenz rund um das Initsystem Systemd. Sie richtete sich vor allem an professionelle Init-Nutzer, also Admins und Entwickler.

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Austragungsort war das in der Berliner IT-Szene bekannte Betahaus, das sich für die knapp hundert Teilnehmer vom Platz her als gute Wahl erwies. Drei Tage lang verfolgten sie Vorträge rund um Systemd und sein Ökosystem, legten aber auch in Hack-Sessions selbst Hand an das Initsystem. Organisiert hatten das Event [1] unter anderem die Macher des Linuxtags, zu den Hauptsponsoren gehörten Core OS und Red Hat. Videos der Veranstaltung finden sich auf der Heft-DVD, aber auch auf Youtube [2].

Github geht gut

Systemd-Hauptentwickler Lennart Poettering hatte es nicht weit zur Konferenz, lebt er doch in Berlin. Zum Auftakt lieferte er aktuelle Infos zum Status des Initsystems und den Plänen für die nahe Zukunft (Abbildung 1).

Abbildung 1: Auf der Konferenz sprach unter anderem Systemd-Chefentwickler Lennart Poettering ausführlich über die Pläne für das Initsystem.

Zunächst aber lobte er den Wechsel des Projekts auf Github [3]. Trotz einiger Mankos funktioniere Github wesentlich besser als die Zusammenarbeit über die Mailingliste, auf der mittlerweile 1300 Leute registriert seien. Über Github erhalte das Projekt durchschnittlich 127 Issue-Meldungen pro Monat sowie 180 Pull Requests. Mit Verweis auf RHEL 7 zeigte er sich erfreut, dass Systemd nun auch in kommerziellen Linux-Distributionen zum Einsatz komme.

Kdbus und Consoled

Schmerzhafte Erfahrungen wie die mit Kdbus erwähnte Poettering ebenfalls. Das Projekt sei nicht gerade eine Erfolgsstory: Man habe die IPC-Lösung vorerst wieder aus Fedora entfernt. Er halte sie aber weiterhin für eine notwendige Idee für den Kernel, das Projekt werde aber einige Komponenten aus dem Kernel- in den Userspace verlagern.

Wie Poettering erklärte, sei Kdbus nicht tot, die Entwickler dächten aber über einen Neuanfang nach. Vermutlich dauere es noch etwas, bis man den Pull Request erneuere. In einem weiteren Vortrag stellte Entwickler Djalal Harouni Kdbus nochmal aus der technischen Warte ausführlich vor und verglich es mit Androids IPC Binder [4].

Auch den Fans von Consoled überbrachte Lennart Poettering eher schlechte Nachrichten. Das Projekt sollte einst die vorhandene Linux-Konsole ersetzen. Die würde der Systemd-Entwickler am liebsten ganz abschaffen oder sie doch zumindest ersetzen. Die Systemd-Macher grübeln inzwischen über eine Lösung im Kernel via TTY nach.

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