Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 01/2016

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Im Kurztest: Tabview 1.4.1, Term-Highlight 1.8.1, Bashburn 3.1.0, Nikola 7.7.2, Steel 1.1, Ukopp 5.8

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Tabview 1.4.1

CSV-Dateien auf der Shell anzeigen

Quelle: https://github.com/firecat53/tabview

Lizenz: MIT

Alternativen: Column, Gnumeric

Das CSV-Format eignet sich gut dazu, Daten zwischen unterschiedlichen Programmen und Betriebssystemen auszutauschen. Da es sich um reine Textdateien handelt, können Anwender sie mit einem Editor, einer Textverarbeitung oder Tabellenkalkulationen betrachten. Wer die Inhalte auf der Konsole strukturiert und ohne die Trennzeichen ausgeben möchte, kann zu Tabview greifen. Das Python-Tool zeigt die Inhalte übersichtlich als Tabelle an.

Die Entwickler haben dem Betrachter eine Vi-ähnliche Navigation spendiert. Mit den Tasten [H],[J],[K] und [L] geht es nach links, unten, oben und rechts; auch [G] (Anfang) und [Umschalt]+[G] (Ende) funktionieren. Sogar gezielte Sprünge sind möglich: »20G« bringt Benutzer zur Zeile 20. Eine Übersicht aller Tastenkombinationen gibt [F1].

Lange Datenfelder kürzt Tabview auf 20 Zeichen. Wer den vollständigen Inhalt betrachten möchte, navigiert zum Feld und betätigt die Eingabetaste. Das Tool sortiert die Anzeige auf- und absteigend nach Spalten. Eine Suchfunktion ist ebenfalls dabei.

★★★★

Der CSV-Betrachter Tabview macht lokal und per SSH eine gute Figur. Das Tool ist performant und benötigt nur wenig Ressourcen.

Term-Highlight 1.8.1

Suchmuster farblich hervorheben

Quelle: http://sourceforge.net/projects/hlterm

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Grep, Supercat

Bei Term-Highlight ist der Name Programm: Das Perl-Skript »hl« durchforstet Textdateien nach Suchmustern und färbt die Treffer ein. Auf Wunsch agiert es wie Grep und gibt nur die Zeilen mit den Fundstellen aus. Optional kann Term-Highlight Groß- und Kleinschreibung ignorieren und rekursiv arbeiten. Das Tool versteht reguläre Ausdrücke.

Beim Definieren der Hervorhebungs-Optionen und der Suchmuster bestimmen Benutzer jeweils die Vorder- und Hintergrundfarbe. Das Skript liest von der Standardausgabe oder durchsucht Dateien und Verzeichnisse, die Anwender explizit hinter »-« angeben.

Oft benötigte Hervorhebungen hinterlegen Anwender als so genannte Snippets in der Konfigurationsdatei »~/.hlrc« . Hinter einem eindeutigen Bezeichner stehen die Hervorhebungs-Optionen und die Suchmuster. Einen so definierten Schnipsel aktivieren Nutzer später in den globalen Aufrufoptionen hinter »-s« .

★★★★★

Die Bedienung ist einfach, aber nicht immer intuitiv. Wenn Nutzer den Bindestrich vor der Dateiliste vergessen, ignoriert »hl« diese ganz einfach. Es ist ebenfalls etwas unglücklich, dass der Parameter »-b« in den globalen und in den Highlight-Optionen eine unterschiedliche Bedeutung hat.

Bashburn 3.1.0

CDs und DVDs auf der Konsole brennen

Quelle: http://bashburn.dose.se

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Growisofs, Cdrecord

Wer kein grafisches Brennprogramm zur Verfügung hat oder lieber auf der Shell arbeitet, findet in Bashburn einen praktischen Helfer. Das Shellskript agiert als Frontend für Tools wie »mkisofs« , »cdrecord« , »growisofs« , »cdparanoia« & Co. Es brennt Daten-CDs und -DVDs, Musik-CDs und Images, rippt Audio-CDs, wandelt NRG-Dateien der Anwendung Nero in Standard-ISO-Dateien um und vieles mehr.

Nach dem Start präsentiert sich ein einfaches Menü. In den Programmeinstellungen legen Anwender zunächst fest, wo das Tool temporäre Daten lagert, und setzen optional Parameter für die zugrunde liegenden Konsolentools.

In der Abteilung »Data« finden Benutzer Einträge, um Datenträger zu kopieren oder Dateien und Verzeichnisse auf Silberscheiben zu brennen, um ISO-Images zu erstellen oder vorhandene zu brennen und so weiter. Das Untermenü »Audio« enthält Einträge zum Kopieren von CDs. Hier gibt es auch die Möglichkeit, Wav-Dateien ins MP3-, Ogg-Vorbis- oder Flac-Format umzuwandeln, eine CD zu rippen oder Playlists zu brennen.

★★★★★

In puncto Funktionsumfang kann Bashburn den grafischen Brennprogrammen in jedem Fall das Wasser reichen. Das Shellskript macht ebenfalls eine gute Figur beim Arbeiten auf entfernten Systemen.

Nikola 7.7.2

Statische Webseiten generieren

Quelle: https://getnikola.com

Lizenz: MIT

Alternativen: Jekyll, Hyde, Pelican

Aus Sicherheits- oder Performancegründen setzen viele Anwender auf statische Inhalte für ihre Webauftritte. Unterstützung erhalten sie dabei von Nikola. Das in Python implementierte Tool erstellt ansprechende Seiten inklusive Links, Sitemaps, RSS-Feeds und mehr. Es kann zudem Inhalte von Plattformen wie Wordpress, Tumblr oder Blogger importieren. Nikola arbeitet mit Python 2.7 sowie 3.3 zusammen und benötigt trotz seiner schlanken Codebasis jede Menge weitere Bibliotheken. Die Entwickler empfehlen die Installation über den Python-Paketverwalter »pip« .

Um einen neuen Webauftritt zu gestalten, rufen Benutzer »nikola init« auf und folgen den Anweisungen des Assistenten. Sie beantworten Fragen zum Titel, zu Sprache, Zeitzone und Ähnlichem. Das Grundgerüst füllen sie nun mit Inhalten. Dabei helfen die Optionen »new_page« beziehungsweise »new_post« . Der Schalter »-e« startet dazu den in »$EDITOR« definierten Texteditor.

Ein abschließendes »nikola build« setzt alles zusammen, »deploy« veröffentlicht die Seite. Wer sie vor dem Ausliefern lokal im Browser testen möchte, kann mit »serve« den integrierten Webserver starten. Weitere nützliche Optionen sind »github_deploy« (hochladen auf die Github-Pages-Seite), »status« (zeigt an, wann die Inhalte zuletzt veröffentlicht wurden) und »orphans« (sucht nach verwaisten Seiten).

★★★★★

Nikola ist ein leistungsfähiges Tool. Die Projektseite bietet eine Reihe von Erweiterungen und Themes, und die umfangreiche Dokumentation lässt keine Fragen unbeantwortet.

Steel 1.1

Passwortmanager für die Shell

Quelle: http://www.steelpasswordmanager.org

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Keepass

Wer sich viele verschiedene Zugangsdaten merken muss, bewahrt diese am besten in einem Passwortmanager auf. Neben etlichen grafischen Varianten hat Linux hier auch für Konsolenfans etwas zu bieten. Steel ist ein solcher Shelltresor. Das C-Programm setzt auf SQlite und den Rijndael-Algorithmus (256 Bit).

Anwender legen – beim ersten Start über »-i« gefolgt von einem Dateinamen – eine neue Passwortdatenbank an. Sie enthält eine einzige Tabelle namens »entries« . Um ein neues Kennwort abzuspeichern, rufen Nutzer »steel -a« auf. Wer dabei mangels Kreativität Unterstützung wünscht, erzeugt mit »-g« automatisch ein Passwort. Die Länge geben Anwender als Ziffer hinter der Option an.

Der Parameter »-l« listet den Inhalt der Datenbank auf, »-f« erlaubt das Suchen nach bestimmten Einträgen. Um die Arbeit mit Steel zu beenden, schließen Nutzer die Passwortdatenbank mit »-c« . Vergessen sie dies, können SQlite-Clients den Inhalt auslesen. Das Masterpasswort können Anwender bei jedem Abschließen neu setzen.

Frühere Steel-Versionen zeigten die Passwörter im Klartext, was die aktuelle Ausgabe korrigiert. Benutzer müssen das Tool nun explizit mit »-p« dazu auffordern. Wer von einer Version vor 1.0 auf das neue Steel umsteigen möchte, muss seine Passwortdatenbanken erst mit der alten Version öffnen und dann mit der neuen schließen, da die Verschlüsselungs-Algorithmen nicht kompatibel sind.

★★★★★

Steel ist performant und leicht zu benutzen. Dass die Datenbank nicht permanent verschlüsselt ist, birgt ein gewisses Risiko.

Ukopp 5.8

Backups per USB-Medium

Quelle: http://www.kornelix.com/ukopp.html

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Sysbak

Ukopp ist ein praktisches kleines GUI, das Backups auf USB-Sticks und anderen Wechseldatenträgern erstellt. Per Mausklick gelangen Anwender zur Einrichtung: Sie navigieren durchs Dateisystem, wählen gezielt Daten an und ab, speichern die Einstellung als wiederkehrende Backupjobs ab und mehr.

Nach dem Start präsentiert Ukopp ein übersichtliches Fenster, das die wichtigsten Funktionen am oberen Rand anordnet. Im Hauptteil des Fensters erscheinen die Statusmeldungen. Vor der ersten Sicherungskopie legen Anwender einen neuen Job an. Um die Datenmenge zu reduzieren, sichert Ukopp bei jedem Lauf eines Jobs nur veränderte Dateien und Verzeichnisse.

Auf dem Sicherungsmedium ersetzt es alte durch neue Versionen und entfernt solche, die auf dem Quellmedium nicht länger vorhanden sind. In den Job-Einstellungen legen Anwender fest, ob und wie viele ältere Versionen Ukopp auf dem Sicherungsmedium vorhält, und bestimmen die Dauer der Aufbewahrung.

Ukopp übernimmt die Verzeichnisstruktur der Quelle und speichert auch die Ausführungs- und Zugriffsrechte. Funktionen zum Komprimieren oder Verschlüsseln der Daten fehlen. Wer möchte, kann nach jedem Job-Durchlauf die Konsistenz der gesicherten Daten prüfen. Ukopp unterstützt dazu die drei Modi »full« , »increment« und »compare« .

★★★★★

Das Backupprogramm ist übersichtlich und handlich. Da Ukopp die Daten nicht komprimiert, sollten Anwender für genug Platz auf dem Ziellaufwerk sorgen. (U. Vollbracht/hej)

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