Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2015

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Im Kurztest: Mtools 2.3, Kurznachrichten, Pasdoc 0.14.0, Smtube 15.8.0, Jq 1.5, Pen 0.30.0, Ping Checker 15.8.16

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Mtools 2.3

Multicast-Verbindungen testen

Quelle: https://github.com/troglobit/mtools

Lizenz: Public Domain

Alternativen: Mz, Netsniff-ng

Über Multicast-Verbindungen wandern Daten zeitgleich von einem Sender zu einer Gruppe von Empfängern. Die Technik kommt hauptsächlich im Multimediabereich zum Einsatz, etwa beim Verteilen von Livestreams. Mit den beiden Werkzeugen »msend« und »mreceive« führen Anwender einfache Tests durch.

Um den Sender zu überprüfen, rufen sie »msend« auf. Das Tool verschickt dann über die Standard-Netzwerkschnittstelle im IPv4-Bereich 224.1.1.1 auf Port 4444 im Sekundenintervall UDP-Pakete. Auf der Empfängerseite rufen Benutzer »mreceive« ebenfalls ohne weitere Optionen auf, um im selben IPv4-Bereich auf Port 4444 nach Paketen Ausschau zu halten. Um die Daten auf einer bestimmten Schnittstelle zu senden oder zu empfangen, definieren sie diese beim Aufruf über »-i« ; »mreceive« nimmt auf Wunsch mehrere Interfaces entgegen.

In der Voreinstellung setzt »msend« die TTL der Pakete auf 1, was dafür sorgt, dass der erste Router sie verwirft und sie damit im lokalen Netz bleiben. Admins, die in größeren Netzwerken mit mehreren Routern testen möchten, erhöhen den Wert über »-t« .

★★★★★

Die Mtools liefern zwei praktische Helfer zum Prüfen von Multicast-Verbindungen. Punktabzug gibt es, weil die IPv6-Unterstützung fehlt.

Pasdoc 0.14.0

Pascal-Sourcecode-Dokumentation

Quelle: http://pasdoc.sipsolutions.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Das Dokumentieren des eigenen Quellcodes ist für viele Entwickler eine lästige Pflichtübung. Pasdoc nimmt Pascal- und Delphi-Programmierern einen Teil der Arbeit ab. Es durchläuft die Units und generiert aus den Kommentaren, Funktionen und Objektklassen eine übersichtliche API-Dokumentation.

Vom in Pascal implementierten Werkzeug stehen auf der Projektseite Fassungen für Windows, OS  X und Linux zum Download bereit. Das Tar-Archiv der Linux-Ausgabe enthält neben einem Kommandozeilentool auch eine grafische Variante. In dieser regeln Benutzer über die Abteilungen auf der linken Seite, welche Verzeichnisse und Dateien Pasdoc für die Dokumentation einbeziehen soll. Optional fügt das Tool Kopf- und Fußzeilen in die Dokumentation ein und überprüft sogar die Rechtschreibung.

Pasdoc erzeugt Dokumente im Latex- und HTML-Format. Zum Gestalten des Layouts der HTML-Dateien verwendet das Programm CSS-Dateien, welche die Benutzer vorgeben können. Kommende Versionen sollen darüber hinaus XML unterstützen.

★★★★

Die Kommandozeilen-Variante eignet sich hervorragend für größere Projekte, um deren Handbücher automatisch auf den aktuellen Stand zu bringen.

Smtube 15.8.0

Youtube-Browser und -Client

Quelle: http://www.smtube.org

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Minitube, GTK Youtube Viewer

Der Video-Browser- und -Player Smtube gehört zum Mplayer-Frontend Smplayer. Er bietet eine übersichtliche Oberfläche, über die Nutzer nach Youtube-Videos suchen, die Trefferliste filtern und die Filme abspielen können.

Nach dem ersten Start listet Smtube bei anderen Nutzern beliebte Videos auf; später präsentiert das Tool die zuletzt gewählte Kategorie. Der Client kennt 13 weitere Abteilungen, zum Beispiel Animation, Nachrichten, Sport, Wissenschaft und Technik. Zum Abspielen greift Smtube in der Voreinstellung auf Smplayer zurück. Über den Konfigurationsdialog richten Anwender alternative Wiedergabeprogramme wie Mplayer oder VLC ein.

Im Gegensatz zu früheren Smtube-Versionen erfolgt der Download der Filme nicht länger direkt aus dem Client heraus, sondern nur über einen Umweg. Benutzer geben dazu in der Konfiguration ein Tool wie Uget oder Youtube-dl an. Der Grund für die Einschränkungen sind Änderungen auf der Videoplattform selbst.

★★★★★

Der Youtube-Client für den Linux-Desktop lässt keine Wünsche offen. Da Youtube regelmäßig seine Schnittstellen ändert, sollten Anwender jeweils die neueste Smtube-Version für den vollen Filmgenuss installieren.

Jq 1.5

Json-Streameditor

Quelle: https://stedolan.github.io/jq

Lizenz: MIT

Alternativen: Sed, Awk

Viele Programme setzen auf Json, wenn es um die Konfiguration, den Austausch und das Speichern von Daten geht. Anwender, die Json-Dateien auf der Shell weiterverarbeiten möchten, sollten sich Jq anschauen. Das in C implementierte Tool liest Dateien von der Standardeingabe ein, filtert sie und gibt sie nach Anwenderwünschen formatiert aus. Es besitzt keinerlei Abhängigkeiten und ist nach dem Herunterladen und Setzen des »x« -Flag sofort einsatzbereit.

Benutzer geben beim Aufruf einen Datenstrom an. Kommandozeilen-Parameter beeinflussen, wie Jq die Eingabe filtert. So bewirkt etwa »-s« , dass das Tool nicht jedes Objekt einzeln beim Eintreffen verarbeitet, sondern erst alles einliest. Der Parameter »-R« hingegen sorgt dafür, dass Jq die Daten im Rohformat entgegennimmt und sie zeilenweise als einfache Zeichenketten an den Filter übergibt. Leerzeichen interpretiert das Tool als Trenner. Das Handbuch empfiehlt, die Parameter mit einfachen Anführungszeichen zu umschließen, damit die Shell die Jq-Steuerelemente nicht auswertet.

Das gefilterte Ergebnis landet auf der Standardausgabe, wobei die Leerzeichen wiederum als Trenner fungieren. Diverse Schalter formatieren die Ausgabe, färben bestimmte Meldungen ein oder verwenden den Tabulator als Trenner. Die umfangreiche Dokumentation beschreibt alle Optionen ausführlich und erklärt mit Beispielen, wie Anwender einfache oder fortgeschrittene Filter mit regulären Ausdrücken aufbauen.

★★★★★

Jq filtert Json-Dateien zuverlässig auf der Shell. Das sehr gute Handbuch sollten Anwender vor dem Einsatz unbedingt konsultieren.

Pen 0.30.0

Load Balancer

Quelle: http://sourceforge.net/projects/penloadbalancer

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Balance, LVS

Load Balancer sind ein probates Mittel, um die Serverlast auf mehrere Rechner zu verteilen. Pen nimmt unter Linux, Windows, OS  X, Free BSD, HP-UX und Solaris Anfragen für TCP- und UDP-Protokolle entgegen und leitet sie an die beim Start angegebenen Hosts weiter. Das Tool unterstützt IPv4 und IPv6.

Um eine einfache Lastverteilung einzurichten, geben Anwender hinter dem Befehl »pen« eine Adresse und einen Port an, auf dem Pen die Anfragen erwartet. Danach folgt eine Liste von Zielservern. Nutzer geben diese mit der IP-Adresse, dem Port und der maximal erlaubten Anzahl von Verbindungen an. Alle Werte sind jeweils durch einen Doppelpunkt voneinander getrennt, zum Beispiel »128.127.66.142:80:1« .

Die eingehenden Anfragen verwaltet Pen in einer Tabelle, die in der Voreinstellung bis zu 2048 Clients notiert. Mit »-c« passen Nutzer den Wert an. Lange nicht genutzte Verbindungen entfernt das Tool, um für neue Platz zu schaffen. Fällt ein Rechner aus, kontaktiert Pen die verbleibenden Systeme und stellt dabei sicher, dass Anfragen zunächst an die Server gehen, die zu dem Zeitpunkt am wenigsten ausgelastet sind.

Im Archiv enthalten ist auch das Tool »penctl« , mit dem Admins den Load Balancer im laufenden Betrieb verwalten. Es verrät den aktuellen Auslastungsstatus, passt die Parameter für die Zielsysteme an oder schließt Clients gezielt vom Zugriff aus.

★★★★

Es lohnt sich, Pen im eigenen Umfeld zu testen. Da die Manpage nur wenige Anwendungsbeispiele zeigt, geht Probieren über Studieren.

Ping Checker 15.8.16

Ping für mehrere Rechner

Quelle: http://sourceforge.net/projects/pingchecker

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Nagios, Monitorix

Um schnell zu testen, ob ein Rechner im Netz erreichbar ist, greifen die meisten Anwender zu Ping. Wer gleich mehrere Systeme in einem Rutsch überprüfen möchte, kann stattdessen Ping Checker zu Hilfe nehmen. Das Tool nimmt Rechnernamen oder IP-Adressen entgegen, prüft deren Erreichbarkeit und fasst das Ergebnis übersichtlich zusammen.

Die aktuelle Version des Python-Programms enthält zusätzlich zur Konsolenvariante ein GUI. Die Rechnerliste tippen Benutzer in beiden Spielarten entweder von Hand ein oder übergeben sie als Textdatei an das Tool. Die manuelle Eingabe der grafischen Schnittstelle ist auf zehn Adressen begrenzt. Ping Checker testet alle angegebenen Systeme und schickt dazu jeweils vier Pings auf die Reise. Auf der Konsole können Anwender die Arbeit live und in Farbe verfolgen – ein erreichbarer Rechner erscheint in Grün, unzugängliche Hosts in Rot.

Das Gesamtergebnis zeigt die grafische Oberfläche in einem neuen Dialog an. Außerdem erzeugt Ping Checker die beiden Textdateien »ping_results.txt« und »ping_results.csv« , was das Weiterverarbeiten in einer Datenbank oder Tabellenkalkulation erleichtert.

★★★★

Ping Checker klopft schnell und ohne komplizierte Konfiguration die Verfügbarkeit mehrerer Systeme ab. Gut gefällt den Testern, dass Ping Checker seine Ergebnisse automatisch in zwei Textdateien ablegt, die sich leicht weiterverarbeiten lassen. (U. Vollbracht/hej)

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