Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 09/2015
© James Steidl, 123RF

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Workshop: Apps entwickeln mit Eclipse

Mars macht mobil

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Mit dem noch recht jungen Modul Thym landet Apaches Cordova in Eclipse. So gerüstet bauen Sie über einige Befehle, wenige Mausklicks und ein bisschen HTML-5-Code mobile Anwendungen. Unter anderem greift Ihnen dabei das Jboss Developer Studio unter die Arme. Der Workshop verrät, wie es geht.

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Die Jboss-Tools [1] setzen sich aus verschiedenen Eclipse-Plugins zusammen, die Eclipse [2] in der Standardversion erweitern und verbessern. Die aktuelle Betaversion läuft unter Eclipse Mars. Die Kombination aus Eclipse und Jboss-Tools gibt es auch als Bundle, das unter dem Namen Red Hat Jboss Developer Studio (JBDS, [1]) firmiert (siehe Kasten "Jboss-Installation").

Jboss-Installation

Jboss 9.0.0 erfordert die Installation von Java 8. Für Ubuntu 14.04 finden Sie dies auf Oracles Webseiten [10] und installieren es nach dem unter [11] beschriebenen Schema. Zusätzlich müssen Sie unter Umständen das Paket »libwebkitgtk-3.0-0« einspielen.

Nutzen Sie Eclipse Mars noch nicht, laden Sie die passende Version für Ihre Plattform herunter [12], entpacken diese und klicken im Verzeichnis »eclipse« doppelt auf die Datei »eclipse« .

Im nächsten Schritt installieren Sie Jboss nach. Dazu rufen Sie aus Eclipse Mars heraus den Menüpunkt »Help | Eclipse Marketplace« auf, suchen nach »Jboss« , wählen die Version »Jboss Development Studio 9.0.0 BETA1« aus und spielen das Studio über »Install« ein. Das dauert einen Augenblick, erfordert eine Internetverbindung und abschließend einen Neustart von Eclipse.

Ein Teil dieser Jboss-Tools ist ein Eclipse-Plugin namens Thym [3], das den Nutzern dabei hilft, mobile und hybride Anwendungen zu bauen. Thym erzeugt Cordova-Projekte [4]. Diese erlauben es Entwicklern, native Geräte-APIs mit Hilfe von Javascript anzusprechen. So lassen sich Apps allein mit Hilfe von HTML, CSS und Javascript entwickeln. Der Artikel zeigt, wie Sie mit Jboss Developer Studio ein Backend erzeugen, auf das dann ein mit Apache Thym programmierter mobiler Client als Frontend zugreift. Den Beispielcode finden Sie unter [5].

Befehlskette

Starten Sie am besten mit dem Backend. Um es schnell aufzusetzen, greifen Sie zu Forge [6], einem Wizard, der Ihre Eingaben nimmt und sie in Code verwandelt. Dazu genügt es, in JBDS auf »Window | Open Perspective | Jboss« zu klicken, dann auf »Show View | Forge Console« . Eine Konsole erscheint und ein Klick auf das grüne Dreieck startet Forge. Geben Sie nun die Kommandos aus Listing 1 ein, um ein neues Projekt anzulegen (Abbildung 1).

Listing 1

Projekt anlegen

01 project-new --named demo
02 jpa-new-entity --named Contact
03 jpa-new-field --named name
04 jpa-new-field --named age --type int
Abbildung 1: Mit Forge lässt sich in der Forge-Console schnell ein Demo-Projekt anlegen.

Diese Befehle erzeugen zunächst ein neues Maven-Projekt [7] mit einer Entität des Java Persistance API (JPA), die »Contact« heißt und die Felder »name« und »age« kennt. Als Nächstes benötigen Sie einen REST-Endpunkt für diese Entität, zum Glück kennt Forge auch hierfür ein Kommando:

rest-generate-endpoints-from-entities  --targets org.demo.model.Contact

Mit dem REST-Endpunkt für die »Contact« -Entität am Start klicken Sie mit der rechten Maustaste auf »demo« und wählen »Run As | Run on Server« . Dann suchen Sie einen existierenden Wildfly Application Server [8] aus.

Wildfliegen

In der Regel müssen Sie den Wildfly-Server zunächst installieren. Das klappt über »Manually define a new server« . Klicken Sie zweimal auf »Next« und wählen Sie dann »Download and Install Runtime« . Suchen Sie zum Beispiel »Wildfly 8.2.0 Final« aus und klicken Sie erneut auf »Next« , was den Server installiert. Ein Klick auf »Finish« fährt den Server hoch, die Ausgaben erscheinen in der Ansicht »Console« .

Läuft der REST-Dienst erst mal, sollte er sich auch problemlos aufrufen lassen. In der Ansicht »Project Explorer« lässt sich die Option »JAX-RS Web Service« ausklappen. Hier erscheinen nun alle generierten Endpunkte, die »GET« - und »POST« -Kommandos absetzen.

Um an der Benutzerfreundlichkeit zu feilen, kehren Sie auf die Forge-Konsole zurück und geben

scaffold-setup --provider AngularJS
scaffold-generate --provider AngularJS  --targets org.demo.model.Contact

ein. Unter »http://localhost:8080/demo/« erscheint nun im Browser ein hübsches, von Angular JS [9] generiertes Interface, das den eben erzeugten Endpunkt nutzt. In diesem führen Sie nun Crud-Operationen (Create, Read, Update, Delete) für die »Contact« -Entität aus. Ergänzen Sie über »Create« ein paar Einträge, fügen Sie Namen und Altersangaben hinzu, um später Resultate auf dem mobilen Client zu erzielen (Abbildung 2).

Abbildung 2: "May the forge be with you!" Die mit Forge gebaute Demo sammelt die Daten, welche die Mobil-App später anzeigen soll.

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