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Linux-Magazin 09/2015
© tomwang, 123RF

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Linux 4.2: Mehr Code als je zuvor

Rekordverdächtig

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Mit etwa einer Million Codezeilen mehr ist die Vorabversion des Linux-Kernels 4.2 der umfangreichste bisher veröffentlichte Versionssprung. Fast die Hälfte des Codes gehört zu einem neuen Treiber.

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Linux 4.2 bricht gleich zwei Rekorde: Erstmals besteht der Kernel aus mehr als 20 Millionen Codezeilen. Damit hat sich seit Oktober 2008, als der Kernel 2.6.27 erschien, die Zahl der Codezeilen verdoppelt. Zugleich ist Linux 4.2rc1 mit etwa einer Million ergänzter und 250000 gelöschter Quellcodezeilen zeilenmäßig der größte Versionssprung bisher.

AMD dreht auf

Fast die Hälfte des Codes gehört zu einem Treiber: AMDGPU. Dessen Bestandteile bilden die Basis für AMDs künftige Grafikchips der Radeon-R9-Serie mit der Fiji-GPU sowie für die geplanten Carrizo-APUs. Der Treiber bespielt bereits die Radeon R9 285 Tonga und die R9 Fury X, die seit dem Juli im Handel ist. Er soll Open GL 3.3, AMDs Video Coding Engine 1.0 (VCE1) und den Unified Video Decoder (UVD) unterstützen.

VCE1-Support haben die Entwickler auch dem alten Radeon-Treiber spendiert. Sie wollen ihn weiterhin pflegen, damit er funktionsgleich zu AMDGPU bleibt. Letztgenannter dient nicht nur als Basis für die freien Treiberkomponenten, sondern auch für AMDs proprietären Catalyst. Die proprietären Teile umfassen den Userspace mit Implementierungen für Open GL und Open CL. Die Register-Header von AMDGPU für alle einzelnen Blocks auf den Chips bilden 41 Prozent des Codes von Linux 4.2rc1.

© © Martin Wolf/Golem.deDer AMDGPU-Code soll unter anderem die Radeon R9 Fury Tri-X antreiben.

F2FS verschlüsselt

Nachdem Ext 4 auf Googles Initiative hin bereits nativ Dateien verschlüsselt, funktioniert das jetzt auch für das Dateisystem F2FS. Samsung hat es maßgeblich entwickelt, es kommt unter Android auf den mobilen Geräten des Unternehmens zum Einsatz. Samsung verschlüsselt auf Dateisystemebene, um die Zugriffe zu beschleunigen.

Auch von XFS gibt es Neues. Über die Schnittstelle Dax (Direct Access) greift das Dateisystem direkt auf nicht-flüchtige DIMMs zu. Dax [1] wurde als Xip für Ext 4 entwickelt und später unter dem neuen Namen so erweitert, dass es auch andere Dateisysteme unterstützt.

Nicht zuletzt bringt das Netzwerk-Dateisystem Cifs nun experimentellen Support für Version 3.1.1 des SMB-Protokolls von Microsoft mit. Ext 4 wiederum hat gelernt, Platz in existierenden Dateien mit einer Reihe von Nullen zu füllen.

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