Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 06/2015

Ubuntu 15.04

Neue Starthilfe

In Ubuntu 15.04 alias Vivid Vervet ersetzt Systemd nach Debian-Vorbild als Initsystem das bisher genutzte Upstart. Weitere Neuerungen muss man mit der Lupe suchen.

313

Mark Shuttleworth ist bei den Codenamen für neue Ubuntu-Distributionen inzwischen beim Buchstaben V angekommen und hat die 15.04 Vivid Vervet getauft, was als lebhafte grüne Meerkatze übersetzt werden kann. Bei Ubuntu-Versionen ohne Anspruch auf Long Term Support zeigen sich die Entwickler üblicherweise experimentierfreudiger, wenn denn dafür Zeit bleibt. Schon in Shuttleworths Beitrag zur 15.04 ist allerdings mehr von Ubuntu Touch und Smartphones zu lesen als über Ziele und Features von Vivid Vervet [1].

Stau in der Pipeline

Dem anderweitigen Einsatz von Entwicklerpower dürfte es also geschuldet sein, dass die 15.04 – von Systemd abgesehen – wenig bahnbrechend Neues bringt. Unity 7 und Compiz sind geblieben, weil Unity 8 und der neue Displayserver Mir [2] keine Serienreife erlangt haben.

Unity 7.3 und Compiz 0.9.12 bieten nur kleinere Änderungen, zum Beispiel in der Menüstruktur (Unity) und bei der Zusammenarbeit mit Grafiktreibern (Compiz). Die GNU Compiler Collection 5 wiederum kam für 15.04 zu spät. GCC 4.9 ist deshalb an Bord.

Systemd

Systemd hat erst einige Wochen vor der Veröffentlichung von Ubuntu 15.04 einen Platz gefunden und musste bis über Redaktionsschluss hinaus seine Stabilität im Betatest beweisen. Da Debian bereits mit Systemd arbeitet, war dieser Wechsel absehbar. Die mit Systemd verbundenen nominellen Vorteile gegenüber Upstart heißen flotterer Systemstart und gezügelter Appetit nach Arbeitsspeicher. Für schnellere Start- und Beenden-Sequenzen sorgt auch das Finetuning an den dafür vorgesehenen Animationen.

Wer als Anwender weiterhin auf Upstart als Initsystem setzen will, kann beim Systemstart in der erweiterten Bootauswahl von Grub entsprechend wählen (Abbildung 1). Hinter den »Advanced options for Ubuntu« findet sich der Eintrag »Ubuntu, with Linux (upstart)« . Wer sich permanent dem Systemd-Init verweigern will, muss das »upstart-sysvg« Paket installieren. Die Community hat sich außerdem vorsorglich an die Erstellung eines umfangreichen Wiki-Artikels [3] gemacht, der Systemd für Upstart-Nutzer erklärt.

Abbildung 1: Im erweiterten Menü von Grub lässt sich Upstart auswählen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 1 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Ubuntu 15.04 im Ruhestand

    Ubuntu 15.04 alias Vivid Vervet ist am Ende des Support-Zyklus angekommen. Ab 4. Februar gibt es keine Sicherheitsupdates für die Linux-Ausgabe mehr.

  • Ubuntu 15.04: Vivid Vervet

    Das Ende naht - jedenfalls das des Alphabets, nach dem Ubuntu-Patron Mark Shuttleworth die Ubuntu-Versionen benennt. Die nächste Iteration von Ubuntu soll Vivid Vervet heißen.

  • Ubuntu 15.04 alias Vivid Vervet erreicht Supportende

    Das Ubuntu-Team kündigt an, dass die Unterstützung für die Version 15.04 (Vivid Vervet) im Februar endet.

  • Ubuntu 15.04 Beta 2 freigegeben

    Rund einen Monat vor der Veröffentlichung von Ubuntu 15.04 haben die Entwickler jetzt die finale Beta-Version zum Download bereitgestellt. Auch die Derivate wie Kubuntu und Lubuntu geben mit ihrer Beta 2 einen Ausblick auf die fertige Version.

  • Ubuntu 15.04 wechselt zu Systemd

    Ubuntu-Nutzer, die Systemd ausprobieren wollen, erhalten bald die Möglichkeit dazu: Die aktuelle Entwicklerversion von Ubuntu 15.04 wechselt, mit einer Ausnahme, schon bald auf Systemd.

comments powered by Disqus

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.