Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 06/2015
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Frühjahrsputz bei Horizon

Endanwender kommen in Open-Stack-Clouds in der Regel mit Horizon in Kontakt, dem Open-Stack-Webinterface (Dashboard). In den letzten Jahren hat sich in Sachen Optik bei Horizon allerdings nicht allzu viel getan. Mittlerweile wirkt das Werkzeug leicht altbacken (Abbildung 3). Kilo beseitigt diesen Umstand und bringt für Horizons Instanz-starten-Dialog eine ganz neue Tapete mit. Die soll das Werkzeug aber nicht nur optisch auffrischen, sondern soll Horizon auch deutlich effizienter bedienbar machen (Abbildung 4).

Abbildung 3: Der alte Dialog zum Starten von Instanzen in Horizon wirkt in der Tat eher altbacken.
Abbildung 4: Alles neu macht der April: Der neue Launch-Instance-Dialog wirkt nicht nur deutlich eleganter und funktionaler, er ist es auch.

Nun sind grafische Oberflächen zwar meist Geschmackssache. Die Umgestaltung von Horizon zwischen Juno und Kilo kann sich aber sehen lassen: Insgesamt wirkt Horizon durch den neuen Dialog zum Starten von Instanzen viel eleganter und gradliniger.

Für Anbieter wie Canonical oder HP hält Horizon eine weitere angenehme Überraschung bereit: Ein eigenes Theme-Interface bietet ab Kilo die Option, Themes direkt und ordentlich in Horizon zu implementieren. Zwar waren Themes auch bis jetzt schon möglich, doch nur indem der Admin das ab Werk ausgelieferte Theme per Python-Override mit einem lokalen Thema überschrieb. Kilo bietet dafür eine eigene Schnittstelle, sodass sich zum Beispiel auch mehrere Themes gleichzeitig nutzen und in der Theorie per Dropdown-Menü auswählen lassen.

Fazit: Ganz nett

Kilo gehört wieder einmal nicht zu den Open-Stack-Versionen, die besonders durch bahnbrechende neue Funktionen auffallen. Die Big-Tent-Diskussion hat sich über weite Teile der Release-Arbeit im Hintergrund hartnäckig gehalten und dabei auch einiges an Zeit verschluckt – obwohl die Auswirkungen von Big Tent in Kilo noch gar nicht richtig zum Tragen kommen. Ob sich die Initiative für das Projekt letztlich auszahlt oder nur noch mehr Chaos verursacht, muss sich erst noch herausstellen.

Technisch sind die Änderungen zwar nicht gerade epochal, aber gerade das macht sie in gewisser Weise auch berechenbar. Kilo präsentiert sich als sinnvolles Update zu Juno – und das ohne großes Zerstörungspotenzial.

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