Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2015
© Jaroslaw Baczewski, 123RF

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Die Docker-Alternative LXD

Erbfolgekrieg

Während der Docker-Hype schon wieder abzuklingen scheint, haben sich gleich mehrere Container-Alternativen in Marsch gesetzt und hoffen auf Landgewinne. Darunter ist Canonicals Container-Ansatz LXD, entworfen mit Open Stack im Blick.

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Xen, KVM und VMware sind ausgesprochen erfolgreiche Produkte in der Klasse der Hypervisoren. Aus diesem Grund denken viele Admins beim Stichwort "Virtualisierung" zunächst an eine dieser Lösungen. Dabei sind sowohl Xen als auch KVM Vollvirtualisierer, die allerdings mittels passender Treiber auch Paravirtualisierung beherrschen. Im Prinzip emulieren aber alle drei Lösungen den ganzen Computer – und fressen dadurch nicht wenige Ressourcen.

Die Docker-Revolution

Deshalb erfreut sich die Containervirtualisierung so großer Beliebtheit: Denn bei Containern wird nicht ein ganzer Computer emuliert, sondern nur ein Dateisystem innerhalb des Hosts, aus dem die Dienste des Virtualisierungscontainers unter normalen Umständen nicht ausbrechen können. Containervirtualisierung für Linux ist keineswegs neu: Open VZ ist neben den klassischen Linux-Containern (LXC, http://1) schon seit einigen Jahren als Pionier unterwegs. Umfassend durchsetzen konnten sich Container im direkten Wettbewerb mit den Vollvirtualisierern aber lange nicht. Das hatte zum Teil technische Gründe, war zum Teil aber auch auf PR- und Marketingprobleme zurückzuführen.

Und dann kam Docker: Diese Implementation von Linux-Containern eroberte über Nacht die Herzen von Admins und Entwicklern gleichermaßen und hat sich nun mehr als zwei Jahre lang als veritabler Hype gehalten http://2. Anfangs schien es gleich einen ganzen Haufen von Gründen dafür zu geben, dass Docker mit seiner neuartigen Virtualisierung die Lösung der Zukunft bietet.

Erstens bot Docker nämlich eine deutlich höhere Dichte als KVM oder Xen. Weil nicht jedes virtuelle System einen kompletten Computer imitiert, sind die Container-VMs deutlich schlanker. Obendrein macht Docker viele Aufgaben sehr leicht: Weil ein Container ein abgeschlossenes Konstrukt ist, kann es praktisch auf jedem Host laufen, der Container unterstützt.

Wenn Entwickler ein Programm schreiben, können sie es in Form von Containern leicht an ihre Kunden weitergeben. Das passiert auf der Grundlage von Overlay-Images: Das immer gleiche Basis-Image bekommt also zusätzliche Layer mit Änderungen. Garniert wird das System bei Docker von verschiedenen Verwaltungswerkzeugen, mit denen sich Docker-Container im Stile einer Versionsverwaltung à la Git gut und komfortabel verwalten lassen.

Die Alternativen

Zwischenzeitlich ist Docker in der Realität angekommen, der Hype um die Lösung hat merklich abgenommen. Hersteller, Admins und Entwickler sind nämlich darauf gekommen, dass Docker nur selten die eierlegende Wollmilchsau ist. Stattdessen hat es einige ernsthafte Probleme bei alltäglichen Einsatzszenarien im Rechenzentrum.

Seither schießen Alternativen aus dem Boden: Rocket aus der Feder der Core-OS-Entwickler, auch Systemd kann in Zukunft containern, nicht zuletzt erlebt LXC ein Revival und erfährt wieder verstärkt Entwicklung. Freilich will auch Canonical nicht patzen und kündigte anlässlich des Open Stack Summit in Paris letztes Jahr LXD http://3 an. Zeit und Gelegenheit waren kein Versehen: LXD soll das Standbein Canonicals im Markt der Containervirtualisierung für Open Stack sein und damit ein Geschäftsfeld erschließen, das die großen Hersteller über lange Zeit vernachlässigt haben.

Wodurch unterscheidet sich LXD von Docker, wie funktioniert die Lösung und spielt sie wirklich gut mit Open Stack zusammen? Das Linux-Magazin hat einen genauen Blick auf die ersten Alphaversionen von LXD geworfen – und war durchaus angetan von dem, was die Shuttleworth-Entwickler da präsentierten.

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