Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2015
© blueximages, 123RF

© blueximages, 123RF

Container-Orchestrierung mit Kubernetes von Google

Verwaltungsgehilfe

Google betreibt die meisten Server und beschäftigt sich mit dem Thema Containervirtualisierung. Es stellt in Form von Kubernetes eine Spezialdistribution vor, um Sysadmins das Leben mit Docker zu erleichtern.

555

Nach wie vor gibt es handfeste Gründe, beim Virtualisieren auf Container zu setzen statt auf KVM oder Xen mit ihren vollvirtualisierten Systemen. So erlauben Container eine höhere Packungsdichte: Ein Container ist ja zunächst nicht mehr als ein Verzeichnis innerhalb eines Linux-Systems, das die Ressourcen des Hosts mitbenutzt. Anders als bei Vollvirtualisierern landet für den Container also wirklich nur das Nötige im Speicher, und es zehren nur jene Komponenten an der CPU, die für die Dienste innerhalb des Containers nötig sind.

Seit Jahren im Blick

Kein Wunder, dass auch Google laut eigener Aussage bereits seit Jahren auf Containervirtualisierung setzt. Und logisch ist auch, dass bei Google der Bedarf an Werkzeugen für eine effiziente Verwaltung besonders hoch ist: Es betreibt derart viel Infrastruktur, dass sich selbst kleinste Performance-Gewinne durch Vervielfachung schnell zu großen Einsparungen auswachsen.

Traditionell werkelt Google nicht nur im stillen Kämmerlein vor sich hin, sondern lässt die Open-Source-Community an den eigenen Produkten teilhaben. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte das Unternehmen im Jahre 2014 die erste öffentliche Version von Kubernetes [1]. Hinter dem etwas sperrigen Namen versteckt sich eine eigene Linux-Distribution, die speziell auf den Betrieb von Docker-Containern ausgerichtet ist und Docker [2] um viele nützliche Funktionen im Hinblick auf große Computing-Netzwerke erweitert.

Mittlerweile beteiligen sich auch Suse und Red Hat an der Kubernetes-Entwicklung. Zeit also, sich mit Kubernetes genauer zu befassen: Wie kommt es in einem Markt an, in dem Core OS und diverse andere Mikrosysteme aktiv sind? Das Linux-Magazin hat die Software unter die Lupe genommen und beantwortet Fragen. Los geht es mit einer Erläuterung der grundlegenden Funktionen.

Das Problem

Eine Containersoftware allein ergibt noch keine im Rechenzentrum nutzbare Lösung. Docker als Tool zum Verteilen von generischen Quasi-Binaries eignet sich hierfür schon besser. Im Google-Beispiel reicht ein einzelnes Docker auf einem einzelnen Compute-Host aber nicht aus. Der Internetriese muss unzählige Systeme weltweit zu einer Computing-Umgebung vereinen und sicherstellen, dass sich die Server auch aus der Ferne gut verwalten lassen.

Hier gibt es einen Pool an Rechenleistung, und die Container sollen samt Netzwerk und Storage eben gerade dort laufen, wo es aus Sicht der Plattform am sinnvollsten ist. Kubernetes ist Googles Ansatz, Docker Enterprise-tauglich zu machen (Abbildung 1). Die Lösung soll die Vorteile großer Computing-Umgebungen ausschöpfen.

Abbildung 1: Docker kann ab Werk nur Container auf dem lokalen Host nutzen. Kubernetes soll das Werkzeug um Flottenfähigkeit erweitern.

Kubernetes hat übrigens Konkurrenz: Core OS [3] verfolgt ein ähnliches Ansinnen und setzt zu diesem Zweck auf Werkzeuge wie Systemd und Etcd. Das Project Atomic hat ebenfalls ganz vergleichbare Ziele.

Doch nimmt Kubernetes in der Riege der Flottenvirtualisierer mit Containertechnologie eine Sonderstellung ein. Weil es nicht auf eine der spezifischen Distributionen setzt und auch nicht von einem Distributor direkt entwickelt wird, verfolgt es einen übergeordneten Anspruch und will eine eher universale Lösung sein. Das zeigt sich unter anderem darin, dass Kubernetes unter Red Hat genauso funktionieren soll wie unter Ubuntu.

Docker ist ab Werk vernetzt und verwaltet Container auf einem bestimmten Host. Kubernetes soll Docker um den Faktor Flottenfähigkeit erweitern. In seinen Design-Dokumenten führt der Primus in Sachen Internetsuche gleich mehrere Fachbegriffe ein, um den eigenen Ansatz genauer zu erklären. Für das Verständnis von Kubernetes sind diese Begriffe wichtig, deshalb erklärt sie dieser Beitrag im Folgenden.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • OSCON: Google zeigt Kubernetes 1.0

    Google stellte bei der OSCON 2015 das Container-Orchestrierungstool Kubernetes in Version 1.0 vor.

  • Neue Unterstützer für Googles Containerverwaltung Kubernetes

    Anwendungscontainer sind ein noch recht junger Trend im Datacenter, eine umfassende Managementsoftware für massive Deployments fehlt bislang. Google möchte das mit Kubernetes ändern und findet für die Arbeit an der offenen Management-Software mit Microsoft, Red Hat, IBM und anderen starke Verbündete.

  • Container-Management

    Diverse Lösungen treten an, um Admins perfektes Container-Management zu liefern. Das Linux-Magazin fühlt Kubernetes, Docker Swarm, Mesos und Diego auf den Zahn.

  • Kubernetes 1.3 mit etlichen Neuerungen

    Von Googles Container-Cluster-Managementsystem Kubernetes ist die Version 1.3 erschienen, die zahlreiche Neuerungen bringt, die Anwender eingefordert hatten.

  • Kubernetes-Monitoring

    In Cloud-Native-Umgebungen stoßen klassische Monitoring-Tools an ihre Grenzen, wenn sie kurzlebige Objekte wie Container überwachen. Diese Lücke schließt Prometheus, das Kubernetes dank der konzeptionellen Ähnlichkeit, des einfachen Aufbaus und einer weitreichenden Automatisierung passgenau ergänzt.

comments powered by Disqus

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.