Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 04/2015
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Ubuntu-Schnellstart mit Devstack

Bis heute ist die Kombination aus einer klassischen LTS-Installation und den Ubuntu-Open-Stack-Paketen für Admins vermutlich die schnellste Methode, an eine solide Open-Stack-Basis zu kommen. Canonical hat sich zum Ziel gesetzt, seine Pakete so nah wie möglich an den Originalen zu halten, die Open Stack selbst veröffentlicht. Nur ein Ubuntu-typisches Theme für das Dashboard (Abbildung 6) liefert Canonical mit. Aber wenn Admins das Paket »openstack-dashboard-ubuntu-theme« vom System werfen, ist auch dieser Spuk vorbei.

Abbildung 6: So sieht das Dashboard in Ubuntu 14.04 ab Werk aus.

Der Nachteil am Open Stack vom Hersteller: Die gesamte Integration bleibt am Admin hängen, zum Beispiel auch die Konfiguration der einzelnen Dienste. Zum Lernen mag das beim ersten Mal nützlich sein, aber produktiv einsetzbar ist das so nicht. Vermutlich ist das Deployment-Tool Devstack ([13], auf der DELUG-DVD) auch deshalb so beliebt, weil es ein sauberes Open Stack aus der Taufe hebt, es aber gleich mit Konfigurationsdateien ausstattet.

Wer ein Original-LTS mit den Open-Stack-Paketen von Ubuntu kombiniert, kann aber wenigstens auf die Puppet-Module für die Open-Stack-Teile ausweiche. Dann steht zwar immer noch das Schreiben eines Site-Manifests auf dem Plan, aber dafür erhält der Admin ein reproduzierbares Setup. Gar nicht vorgesehen sind in dieser Variante Themen wie Hochverfügbarkeit. Immerhin liefert Ubuntu einige der benötigten Werkzeuge wie MaaS (Metal as a Service, Canonicals Bare-Metal-Deployment) kostenlos. In Form von Juju steht auch ein eigenes Deployment-Werkzeug bereit, das ähnliche Aufgaben erfüllt wie Puppet oder Chef.

Ubuntu Cloud

Es stellt sich die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, ein sauberes Ubuntu zu nehmen und es dann mittels MaaS, Open Stack, Juju und anderen Komponente aufzupeppeln – wenn man das ganze auch fertig kaufen kann. Denn Ubuntu Cloud ist genau das: Ein fertiges Open Stack aus der Dose, also eine Open-Stack-Distribution, so wie Red Hat und Suse sie ebenfalls bereitstellen.

Der große Unterschied zwischen jenen und Ubuntu ist also zuerst die Tatsache, dass Ubuntu die Open-Stack-Pakete auch separat bereitstellt und der Admin basteln kann, wenn er möchte. Möchte er nicht, greift er zu Ubuntu Cloud und erhält ein vergleichbares Ergebnis. Die Ubuntu Cloud besteht im Wesentlichen aus vier Komponenten: Dem letzten Ubuntu LTS, MaaS, Juju sowie Landscape, dem zentralen Management-Werkzeug, über das Ubuntu auch den Distributionssupport abwickelt.

Anders als bei Suse oder Red Hat kommt Ubuntu Cloud bislang nicht als fertige CD. Stattdessen gibt Ubuntu per Anleitung bekannt, wie Admins am schnellsten zu ihrer Cloud kommen. Das funktionierte im Test zwar sehr gut, wirkt allerdings nicht gerade Enterprise-tauglich. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Canonical das Produkt auf CDs oder USB-Sticks verteilt und einen bunten Installer dazuheftet, der im Anschluss alles noch einfacher macht.

Allerdings müsste die Firma dann auch die HA-Frage lösen, denn mehr als eine FAQ gibt es dazu bisher nicht. Preislich orientiert sich Canonical auf jeden Fall am oberen Ende, schlägt doch schon das kleinste Paket mit bis zu 100 Rechnern mit mehr als 80 000 Euro zu Buche.

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