Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 03/2015
© Anna Omelchenko, 123RF

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Der Suse Linux Enterprise Desktop 12 im Test

Mehr fürs Auge

Der Vorteil von Suses Enterprise-Distribution sei, dass sich aus ihr neben dem Enterprise-Server auch der Enterprise-Desktop spielend leicht destillieren lasse, erklärt der Hersteller. Im Test des Linux-Magazins musste SLED 12 zeigen, was es drauf hat und für wen derlei Enterprise-Desktops sinnvoll sind.

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Die Veröffentlichung von Suse Linux Enterprise Desktop [1] folgt unmittelbar der des Servers SLES. Die Desktop-Variante soll dabei helfen, Linux auf Unternehmens-PCs zu bringen und dort zu halten. Natürlich lässt das Linux-Magazin es sich nicht nehmen, dem ausführlichen SLES-Test einen von SLED nachfolgen zu lassen – Suse stattete die Redaktion dafür mit einer Eval-Lizenz aus, die das Ausprobieren möglich macht. Würde SLED 12 Akzente setzen können, wie es beispielsweise Ubuntu mit seinem Unity-Desktop tat?

Ein Enterprise-Linux auf dem Desktop?

Dass ein SLED-Test eine völlig andere Angelegenheit werden würde als der SLES-Test im Linux-Magazin [2], war klar. Enterprise-Systeme für den Desktop-Einsatz sind umstritten, es existieren im Wesentlichen zwei Lager: Die Verfechter der Idee betonen, dass ein Desktop mindestens so stabil sein müsse, wie Admins es von einem Server ebenfalls erwarten. Gegner erwidern, dass ein Desktop ganz andere Erwartungen zu erfüllen habe, als es bei einem Server der Fall ist. Schließlich werden Server regelmäßig bei ihrer Installation einer spezifischen Aufgabe zugeteilt und behalten diese für den Rest ihres Lebens bei.

Desktops aber sind einem stärkeren Wandel unterworfen, was selbst Befürworter der Enterprise-Systeme für Desktops kaum in Abrede stellen. Anders als bei Servern wirkt sich aktuellere und mit mehr Funktionen versehene Software unmittelbar auf die Produktivität der Mitarbeiter aus, sodass die Bereitschaft zum Upgrade deutlich größer ist.

Hinzu kommt, dass Desktops in vielen Fällen keine fünf Jahre durchhalten, wie es fast immer von Servern erwartet wird. Neue Hardware ist meistens schneller, kommt aber mit weniger Energie aus als ihre Vorgänger. In einem Umfeld, das sich fast nur noch auf Desktops konzentriert, ist das ein wichtiges Argument für ein Rechner-Upgrade.

Das Gleiche gilt für gängige Linux-Desktops: Neuere Versionen ticken meist deutlich schneller und stellen (von RAM und 3-D-Grafikkarten abgesehen) meist wesentlich niedrigere Hardware-Anforderungen.

Viel mehr bewegliche Ziele

Damit SLED ein Erfolg werden kann, muss Suse sich also um viele Eigenschaften kümmern, die bei Servern nicht so wichtig sind. Ein Beispiel dafür ist, dass Suse regelmäßig SLED um Support für neue Hardware wird erweitern müssen. Das System muss sich auch mit Hardware herumschlagen, die auf Servern keine Rolle spielt – erwähnt seien die Chipsätze von AMD-ATI und besonders Nvidia, zu dessen bekennenden Fans Linux-Erfinder Torvalds zählt.

Nicht zuletzt muss SLED eine Antwort auf die Frage geben, wieso Firmen sich mit Linux auf dem Desktop überhaupt beschäftigen sollen. Was hebt SLED positiv von den Mitbewerbern ab, also neben den proprietären Windows- oder Mac-OS-Varianten insbesondere die Kollegen von Debian und Ubuntu? Jene machen – anders als SLED – den Betrieb des Systems nicht davon abhängig, ob der Kunde eine Support Subscription für Updates bei Suse kauft oder nicht.

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